Alkoholentzug

Zusammen mit der Klinik für Psychiatrie des Klinikums Nürnberg bietet das Krankenhaus Altdorf seit dem 7. Juli 2006 einen qualifizierten Alkoholentzug an.

Leberzirrhose, Magenschleimhautentzündungen, Entzündungen der Speiseröhre - verursacht werden viele Erkrankungen des Verdauungstraktes u.a. durch übermäßigen Alkoholkonsum. Die Ärzte im Krankenhaus Altdorf, das sich auf Gastroenterologie spezialisiert hat, wissen um diesen Zusammenhang. 

"Die Gunst der Stunde nutzen", dieser Wunsch vereint Dr. Herbert Muschweck, ärztlicher Leiter des Krankenhauses Altdorf, und Dr. Wolf-Dietrich Braunwarth, Oberarzt der Klinik für Psychiatrie im Klinikum Nürnberg. Parallel zur medizinischen Behandlung der körperlichen Erkrankung bieten die beiden Ärzte und ihr Team Patienten mit Alkoholproblemen nun ein qualifiziertes 7-Tage-Programm an, das neben der Entgiftung auch zum endgültigen Verzicht motivieren soll.

"Wenn wir Patienten, die wegen einer körperlichen Erkrankung zu uns kommen, auf ihr Alkoholproblem ansprechen, reagieren viele sehr positiv darauf", berichtet Muschweck aus seiner nunmehr 15-jährigen Erfahrung als Gastroenterologe in Altdorf. Er weiß nur zu gut, das viele Erkrankungen des Verdauungstraktes durch einen übermäßigen Alkoholkonsum bedingt sind: Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis) und der Speiseröhre (Ösophagitis) zählen ebenso dazu wie Entzündungen der Leber oder Leberzirrhose.

Dr. Braunwarth und Dr. Muschweck: Einsatz für Suchtkranke
 

Eine Entgiftung parallel zur Behandlung war in Altdorf daher schon immer selbstverständlich, psychische Sympome wurden mitbehandelt. Ebenso wurde den Patienten dringend ein Alkoholverzicht oder ein Langzeitentzug nahegelegt, allerdings oft vergeblich.

Schwerer Weg zum Alkoholentzug
"Der Weg zum endgültigen Alkoholverzicht ist oft lange und schwer", erklärt Braunwarth, Suchtexperte im Klinikum Nürnberg. Um die Chancen auf Einsicht und Veränderungswillen bei den Betroffenen zu stärken, setzen die beiden Ärzte nun gemeinsam auf einen qualifizierte Alkoholentzug. Therapie, Entgiftung und ein siebentägiges Motivationsprogramm sollen die Patienten auf den Weg zum Alkoholentzug bringen. „Das geht oft nicht im ersten Anlauf“, so der Nürnberger Oberarzt. "Doch wir wollen mit unserem Programm erreichen, dass der Patient seine Krankheit erkennt und danach zumindest Kontakt zu Suchtberatungsstellen hält – als ersten Schritt zum endgültigen Entzug."

Muschweck und Braunwarth hoffen, dass sie bei den gastroenterologischen Patienten ein offenes Ohr finden werden. Ihre Schmerzen und Beschwerden sowie die Erfahrung des körperlichen Entzugs bringen sie oft dazu, ihre Alkoholkrankheit einzugestehen. "Wir können hier auch Patienten erreichen, bei denen die Sucht noch nicht so weit fortgeschritten ist, die sozial noch integriert sind", so Braunwarth. "Zudem fällt vielen der Entzug in einem Allgemeinkrankenhaus sicher leichter als in einer psychiatrischen Klinik".

7-Tage-Programm in Altdorf
Für den qualifizierten Entzug stehen 15 Plätze zur Verfügung. Der Aufenthalt auf der Station dauert im Durchschnitt 11 Tage. Sobald es die Entzugssymptomatik erlaubt, nehmen die Patientinnen und Patienten an einem intensiven Informations- und Motivationsprogramm teil. Es umfasst 7 Tage und wird auch 7 Tage pro Woche angeboten, so dass man zu jedem Zeitpunkt einsteigen kann. Ziel ist es, ein Verständnis für die Erkrankung zu wecken sowie die Motivation zu stärken, nach der Behandlung weitere Hilfsangebote zu nutzen. Mitarbeiter der beiden Kliniken informieren über Ursachen und Folgen der Suchtkrankheit, über Therapiemöglichkeiten, Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen.

Angebote wie Fitnesstraining, Ernährungsberatung mit gemeinsamen Kochen, Einzel- und Gruppentherapie sowie künstlerische und handwerkliche Beschäftigung runden das Angebot ab. Besonders wird darauf eingegangen, welche Risiken nach einem Entzug drohen und wie Rückfälle zu vermeiden sind.

Wie wichtig ein offensiver Umgang mit Alkoholproblemen auch in Krankenhäusern ist, zeigen die Statistiken. In Deutschland leben etwa 1,6 Millionen Alkoholabhängige, von denen nur etwa zehn Prozent von den Mitarbeitern der Suchthilfe erreicht werden. 36 Prozent der Alkoholabhängigen befinden sich dagegen mindestens einmal im Jahr zur Behandlung in einem Krankenhaus. Weitere 2,5 Millionen trinken regelmäßig so viel Alkohol, dass sie zwar noch nicht abhängig sind, aber ihre Gesundheit schädigen.

Interessierte Patienten können sich direkt von ihrem Hausarzt in das Krankenhaus Altdorf einweisen lassen. Telefon in Altdorf: 09187 / 80 02 14.

Autorin/Autor: Klinikum Nürnberg

 
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