Das war der Männergesundheitstag am 27. Juni 2009
Beim gut besuchten Männergesundheitstag am 27. Juni 2009 konnten sich Männer über spezielle Probleme des starken Geschlechts informieren. Der erste Männergesundheitstag, initiiert und durchgeführt vom Klinikum Nürnberg, bot einen ganzen Tag lang gesundheitsbewussten Männern ein Forum für ihre Probleme. In einer Reihe von Vorträgen zu verschiedenen "typischen Männerleiden" und bei Podiumsdiskussionen wurde nicht nur über medizinisch Wissenswertes referiert, sondern dem Publikum auch Raum für Fragen gelassen. Wer nicht dabei sein konnte, kann die einzelnen Themen hier nachlesen.
Kommt MANN in die Wechseljahre?
Wechseljahre auch beim Mann – dieses Thema ist derzeit in den Medien „in“. Stimmt es, dass die Wechseljahre nicht nur Frauen treffen? Wenn ja, wie äußern sie sich beim Mann?
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„Selbstverständlich können auch Männer in die Wechseljahre kommen“, bestätigt Dr. Marlies Götz-Schupp, Oberärztin der Endokrinologie. Es gibt sogar lateinische Begriffe dafür wie Klimakterium virile, Andropause oder Andropenie. Das Hormon, das den „Mann zum Mann macht“, Testosteron, ist dafür verantwortlich. Die Hormonproduktion wird im Gehirn gesteuert und die Geschlechtsdrüsen werden zur Hormonproduktion angeregt. Bis zum 40. Lebensjahr etwa ist der Hormonspiegel auf der Höhe, ab dem 45. Lebensjahr fällt er allmählich ab. Etwa 20 Prozent der über 45-Jährigen haben einen Hormonspiegel unterhalb des Normalpegels. Zeichen für Testosteronmangel können sein: Entwicklung einer Brust, erschlaffende Haut oder Sexualstörungen. Die damit einhergehenden Beschwerden wie Mattigkeit, verminderte Tatkraft oder Reizbarkeit, Schweißausbrüche, nachlassende Muskelkraft oder gar Osteoporose, Schlafstörungen, Rückgang der Lust oder der Potenz machen auch Männern schwer zu schaffen. Es hilft oft, sich zu aktivieren und das Gewicht zu reduzieren – im Fettgewebe wird nämlich Testosteron in Östrogen umgewandelt. |
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Zudem fördert körperliche Bewegung die Produktion von Testosteron. Bei deutlichen Beschwerden empfiehlt sich der Gang zum Arzt. „Mittlerweile gibt es gute Hormonersatz-Therapien in Form von Spritzen oder Gels zum Auftragen“, macht Götz-Schupp den Männern Mut. Wechseljahre sind aber keine rein hormonelle Angelegenheit. Um die 50 haben Männer meist beruflich viel erreicht, es stehen Veränderungen in der Partnerschaft an, wenn die Kinder flügge werden. Die ersten Krankheiten tauchen auf, soziale Veränderungen, wie Arbeitsplatzverlust drohen. Und das Leben wird „übersichtlicher“, es wird bewusst, dass das Leben endlich ist. Dies kann zu Sinnkrisen führen. Da hilft es, soziale Kontakte zu pflegen und sich zu engagieren. Und es bleibt nichts anderes übrig, als auch ein Stück weit zu akzeptieren, dass man älter wird.
Wo geht der Mann hin mit seinen Wechseljahrproblemen? Bei Potenzstörungen zum Urologen, bei Hormonstörungen kann auch der Endokrinologe helfen. Auch psychologische oder psychiatrische Hilfe kann angezeigt sein, vor allem bei depressiven Phasen.
Autorin/Autor: Prof. Bornhof
