Neuorganisation der Versorgungsstruktur
Neuorganisation der Versorgungsstruktur
Mit der Wahl des neuen ärztlichen Leiters der Interdisziplinären Notaufnahme sowie der Internistischen Intensivstation des Klinikum Nürnberg findet eine Neuorganisation der Versorgungsstrukturen statt. Diese hochsensiblen Bereiche sind ein wichtiges Aushängeschild des Klinikums, deshalb soll hier eine Kultur etabliert werden, die sich noch stärker am Patienten orientiert.
Aufnahmeklinik im Umbruch
Unter der Leitung des neuen Chefarztes PD Dr. Michael Christ wird der Umbau der Aufnahmeklinik fortgesetzt.
"Das Klinikum Nürnberg wird in Deutschland bald eine Vorreiterrolle einnehmen", ist sich der neue Chefarzt der Aufnahmeklinik, PD Dr. Michael Christ (44), sicher. Das Klinikum will mit der Neubesetzung mehr als nur einen Chefarztwechsel. "Der gesamte Bereich Notaufnahme und Intensivmedizin soll neu konzipiert werden", erläutert Dr. Dr. Günter Niklewski. Der Leiter des Bereichs Medizin im Klinikum Nürnberg ist sich sicher, mit Christ den richtigen Mann für die Aufgabe gefunden zu haben.
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Schweizer Vorbild |
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Die Umstrukturierung dieses hochsensiblen Bereiches lässt sich allerdings nicht mit einem "60-seitigen Konzept von oben verordnen", meint Niklewski, sondern verlange nach einer feinen und praxisbezogenen Abstimmung zwischen Notaufnahme und den Fachkliniken. "Wir in der Aufnahmeklinik sind die ersten, die sich um den Patienten kümmern," berichtet Christ. Da komme es darauf an, schnell die richtige Therapie einzuleiten, aber auch die Kommunikation zwischen allen Beteiligten müsse stimmen. Es werden also viele kleine Schritte sein, die das Gesicht der Aufnahmeklinik in den nächsten Monaten und Jahren verändern werden.
Ungeliebte Wartezeiten – was tun?
So will Christ standardisierte akute Behandlungskonzepte noch stärker mit den einzelnen Fachdisziplinen abstimmen. Zudem soll die Mitarbeiterzahl leicht aufgestockt werden. "In der Notaufnahme und in der Intensivmedizin braucht man ausreichend Personal, um Spitzenleistungen zu erbringen, dies zeigen Studien aus den USA", so Christ. Und man brauche erfahrene Ärzte und Pflegekräfte, die sich um die Patienten kümmern und Nachwuchskräfte anleiten.
Christ will auch das Thema Wartezeiten angehen. So müsse man durch gezielte Ablaufplanung sicherstellen, dass Befunde auch dann schnell vorliegen, wenn die Notaufnahme einmal überfüllt sein sollte. Wichtig sei aber auch, auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen. "Wir müssen den Patenten mitteilen, wann mit den ersten Untersuchungsergebnissen zu rechnen ist", nennt Christ als einfaches, aber wirksames Mittel gegen Patientenfrust. Als weiteres Beispiel nennt er die Einleitung der Schmerztherapie. "Wie lange muss der Patient auf eine adäquate Schmerztherapie warten?", fragt er. Um interne Ablaufprozesse wie z.B. die Einleitung der Schmerztherapie eng auf die Bedürfnisse der Patienten abzustimmen, sollen nun die Patienten befragt werden.
70.000 Notfallpatienten im Jahr
70.000 Notfallpatienten werden in den Notaufnahmen an den beiden Standorten Nord und Süd im Jahr behandelt. Der Aufnahmeklinik zugeordnet sind seit Anfang des Jahres zudem die drei Intensivenstationen der Inneren Medizin im Klinikum Nord, die nach Fertigstellung des Neubaus des Theo-Schöller-Hauses auch räumlich zusammengelegt werden. "Wer gut ist in der Notfallmedizin, ist auch gut in der Intensivmedizin", so Christ. Da sich die Anforderungen an Ärzte und Pflegekräfte ähneln, sei es sinnvoll, die Notaufnahme mit den Intensivstationen organisatorisch und räumlich unter einem Dach zu vereinen.
Autorin/Autor: PD Dr. med. Michael Christ
