Chest Pain Unit in der Notaufnahme des Klinikum Nürnberg Süd

Optimale Diagnostik und Therapie für Patienten mit „Angina pectoris“

Plötzlich auftretende, drückende Brustschmerzen („Angina pectoris“) bzw. bei Belastung oder Ruhe immer wieder auftretende Angina pectoris können eine Warnung vor einem akuten Herzinfarkt oder Symptom eines akuten Herzinfarkts sein. Da ein akuter Herzinfarkt mit hoher Sterblichkeit verbunden ist, ist es notwendig, umgehend eine spezielle Diagnostik durchzuführen. Nur so kann die richtige Diagnose gestellt werden. Aber nicht nur Schmerzen sondern auch ein Beklemmungsgefühl der Brust („Brustenge“), eine akute Atemnot oder auch weniger spezifische Beschwerden wie Druckgefühl im Oberbauch mit Übelkeit oder Schweißausbruch oder plötzliche Verwirrtheit können Hinweise auf eine Gefährdung sein. Diese „untypischen Beschwerden“ sind häufig bei älteren Patienten (über 70 Jahre) anzutreffen und manchmal der einzige Hinweis für einen akuten Herzinfarkt.

In den Notaufnahmen des Klinikum Nürnberg werden betroffene Patienten mit diesen Symptomen schon seit Jahren nach internationalen Richtlinien behandelt, wobei die Notaufnahme am Klinikum Nürnberg Süd der primäre Anlaufpunkt ist. In einer eng abgestimmten Absprache der Notaufnahme und der Kardiologischen Klinik am Standort Süd wird eine „Chest Pain Unit“ (spezielle Untersuchungseinheit für Patienten mit Brustschmerzen) betrieben. Hierbei handelt es sich um Untersuchungs- und Überwachungsplätze, die speziell für die Abklärung bei kardiologischen Notfallpatienten mit V.a. Herzinfarkt sowie anderen kardiovaskulären Notfällen (z.B. Herzrhythmusstörungen, Lungenembolie, Aortenaneurysma) eingerichtet sind. Unser Ziel ist es, alle Patienten innerhalb gesetzter Fristen zu behandeln („Time is myocardium“).

Patienten mit unklaren Brustschmerzen bzw. akuter Atemnot werden unmittelbar in der Notaufnahme in die entsprechenden Untersuchungsräume gebracht und die notwendige Diagnostik zeitnah veranlasst. Liegt ein Herzinfarkt vor oder wird er befürchtet, werden betroffene Patienten kontinuierlich mit modernen Systemen zur Überwachung des Herzrhythmus überwacht.

 

Was ist die Grundidee der Chest Pain Unit?

Zuweisenden Ärzten und Krankenhäusern wird rund um die Uhr ein kompetenter Ansprechpartner angeboten, der sich um die Patienten mit den genannten Beschwerden kümmert. Notfallpatienten mit Brustschmerzen werden aufgenommen, untersucht und umgehend behandelt. Dadurch kann betroffenen Patienten eine rasche, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung angeboten werden.

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Wie erfolgt die Diagnostik und Therapie in unserer Chest Pain Unit?

Geschultes ärztliches und pflegerisches Personal steht für die Abklärung von Brustschmerzen rund um die Uhr, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr für Patienten mit akutem Thoraxschmerz zur Verfügung. Internationale Untersuchungen konnten zeigen, daß keine der vom Patienten angegebenen Beschwerden dem Behandlungsteam sicher ermöglicht, die richtige Diagnose zu stellen. Deshalb wird unmittelbar nach Ihrer Ankunft ein EKG geschrieben und dieses EKG im Wissen der  Beschwerden von einem Facharzt beurteilt. Es werden spezielle Laborparameter nach einer Blutabnahme bestimmt (Biomarker wie die „Herzenzyme“ Troponin T, NT-proBNP). Die Analyse dieser Parameter wird sofort in unserem Notfalllabor durchgeführt, so dass Sie innerhalb von 30-40 Minuten über die ersten Testergebnisse informiert werden können. Evtl. wird auch eine echokardiographische Diagnostik (Herzultraschall) am Krankenbett durchgeführt. Häufig schließt sich eine mehrstündige Überwachung mit nochmaliger Blutabnahme an. Erst unter Einbeziehung der gesamten Risikokonstellation des Patienten verbunden mit den Untersuchungsergebnissen ist es dem behandelnden Arzt möglich, das individuelle Risiko der Patienten abzuschätzen (z.B. mittels Grace Risk Score; Grace Risiko Rechner).

Nach welchen Kriterien erfolgt die Behandlung?

Die Behandlung der Beschwerden (Angina pectoris und akute Atemnot) orientiert sich nach den Empfehlungen von nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Die Behandlungsstrategie berücksichtigt die Schwere der Erkrankung und das Risiko für den betroffenen Patienten. Während kritische Fälle auf eine Überwachungs- oder Intensivstation verlegt werden, kann bei einem geringeren Risiko eine Verlegung auf eine kardiologische Normalstation oder sogar eine Entlassung erfolgen.

Patienten die nach Hause entlassen werden, weisen kein erkennbar erhöhtes Risiko einer schweren Herzerkrankung auf. Trotzdem ist manchmal eine kardiologische Weiterbetreuung bei einem niedergelassenen Arzt notwendig. Darüber werden wir Sie aufklären. Durch eine ambulante Weiterbetreuung können die Behandlungskosten gering gehalten werden ohne dass Ihre Gesundheit gefährdet wird.

Vorteile einer Chest Pain Unit

Es handelt sich um ein modernes Patientenversorgungssystem, das in Notaufnahmen amerikanischer und britischer Kliniken entwickelt wurde. In wissenschaftlichen Arbeiten konnte gezeigt werden, daß durch eine derartig strukturierte Vorgehensweise die Behandlung betroffener Patienten bereits zum Zeitpunkt der Ankunft in der Notaufnahme optimiert wird und die Sterblichkeit gesenkt werden kann. Innerhalb der Notaufnahme aber auch im Zusammenspiel mit den kardiologischen Spezialisten des Klinikum Nürnberg sind so die notwendigen Abläufe optimal abgestimmt. Die moderne Ausstattung der Behandlungsräume ermöglicht zudem hochmoderne und kompetente Spitzenmedizin. Durch Absprachen und die räumliche Voraussetzungen ist die Chest Pain Unit in der Notaufnahme des Klinikum Nürnberg eng mit den Herzkatheterlaboren des Klinikums verbunden. Somit ist eine schnelle Versorgung kritisch kranker Herzpatienten möglich und betroffenen Patienten wird optimal geholfen.

Und hier noch weitere Informationen zum Thema „Herzschmerzen“ und „Chest Pain Unit

•         Informationen zum Thema Herzinfarkt

•         Deutsche Herzstiftung

•         Alarmzeichen Herzinfarkt

•         Das Sprechzimmer

•         Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

•         Chest Pain Units, Deutschen Gesellschaft für Kardiologie

Wenn Sie Verbesserungsvorschläge haben, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen (Tel. 0911-398-2369).

Autorin/Autor: Prof. Dr. med. M. Christ

 
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