Aortenklappenchirurgie, minimal-invasiv

Die Aortenklappe ist eine der vier Herzklappen. Sie liegt in der Aorta (Hauptschlagader), direkt an deren Ursprung aus der linken Herzkammer und verhindert den Rückfluss des Blutes zu Beginn der Erschlaffungsphase (Diastole) des Herzens.
Schließt die Klappe nicht mehr dicht, spricht man von einer Aortenklappeninsuffizienz. Eine ungenügende Öffnung wird als Aortenstenose bezeichnet. Beide Funktionsstörungen erfordern eine erhöhte Pumparbeit des Herzens und führen zu einer Überlastung des Herzmuskels.

Die Erkrankung der Aortenklappe ist die zweithäufigste Erkrankung des Herzens, die einen herzchirurgischen Eingriff benötigt. Als Standardtherapie wird die defekte Herzklappe über die eröffnete Hauptschlagader durch eine Aortenklappenprothese ersetzt. In der Klinik für Herzchirurgie wird der isolierte Aortenklappenersatz routinemäßig minimal-invasiv durchgeführt. 


„Alle unsere Chirurgen beherrschen dieses Verfahren“, betont Prof. Dr. Theodor Fischlein, Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie. Der Chefarzt und sein Team führen im Jahr mehr als 300 dieser minimal-invasiven Eingriffe durch. Umso mehr überraschen ihn die Leistungszahlen der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie aus dem Jahr 2012, nach denen in Deutschland nur 15 Prozent der isolierten Aortenklappen minimal-invasiv operiert werden.
Im Klinikum Süd genügt den Herzchirurgen ein kleiner Schnitt im oberen Sternum (partielle obere Ministernotomie) oder sie legen den Zugang ohne Brustbeinöffnung über den zweiten Intercostalraum (Minithorakotomie). Die Patienten profitieren von einem geringeren perioperativen Blutverlust, einer deutlich niedrigeren Wundheilungsstörungsrate sowie einer schnelleren Mobilisation. Doch auch Emotionen spielen eine Rolle. „Die Patienten sind erleichtert, wenn das Brustbein nicht vollständig geöffnet werden muss“, so Fischlein. Müssen allerdings zusätzlich zum Klappenersatz ein oder mehrere Bypässe gelegt werden, ist ein offener Eingriff unumgänglich.

Die neueste Generation von nahtlosen („sutureless“) Bioprothesen verkürzt die Eingriffszeit noch weiter.
Auf diesem Gebiet zählt die Herzchirurgie des Klinikums Nürnberg zu den international führenden Kliniken. „Langzeiterfahrungen liegen noch nicht vor, aber die bisherigen Erfahrungen sind vielversprechend“, betont Fischlein. Für Hochrisikopatienten stehen schonende kathetergestützte (TAVI) oder kombinierte Verfahren (AKE, ACB) zur Verfügung, bei denen die Prothesen ebenfalls nahtlos eingesetzt werden können. Auf diese Weise werden im Klinikum Nürnberg im Jahr knapp 250 Patienten operiert.
Unabhängig vom angewendeten Verfahren kommen im Klinikum Süd überwiegend Bioprothesen zum Einsatz. Bei der Mitralklappenchirurgie ist die Rekonstruktion der Klappe die Standardtherapie.

Information:
Prof. Dr. T. Fischlein, Telefon: 0911 398-5441, E-Mail: herzchirurgie@klinikum-nuernberg.de,

Anmeldung von Patienten im Herz-Gefäß-Zentrum telefonisch: 0911 398-5441

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Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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