Ethikcode und ethische Empfehlungen

Umgang mit Schwerstkranken, Sterbenden, Patientenverfügungen und Vollmachten - Verzicht auf Wiederbelebung (VaW), Therapiebegrenzung - Konfliktbewältigung - Verhaltenscodex, Betriebsethik

Das Klinikum Nürnberg mitsamt seinen Tochterunternehmen ist ein Unternehmen, das ethischen Grundsätzen verpflichtet ist. Diese betreffen alle Dienstleistungen am Patienten, die Gestaltung organisatorischer Abläufe, die Kommunikation zwischen Mitarbeiter/innen und beteiligten innerklinischen Institutionen sowie die Leitungen aller Ebenen.

Die im Ethik-Code des Klinikums Nürnberg formulierten ethischen Grundsätze wurden 2001  in einem offenen Diskussionsprozess erarbeitet. Sie sind keine endgültigen Festlegungen, sondern einer lebendigen Überprüfung und Weiterentwicklung zugänglich. In diesem Sinne ist der Ethik-Code eine öffentliche Selbstverpflichtung auf eine Grundlage für alle Entscheidungsprozesse und Tätigkeiten. An ihm soll sich die täglichen Arbeit aller Mitarbeiter/innen des Hauses orientieren. Der Ethik-Code ist ein Bezugsrahmen, aus dem im Einzelfall konkrete verhandelte Verhaltens- und Handlungsanweisungen in der täglichen Arbeit abgeleitet werden können.

 

 

Entsprechend dem Nürnberger Ärztekodex von 1947 steht der Patient im Mittelpunkt aller Dienstleistungen. Die Beachtung ethischer Grundsätze soll sicherstellen, dass die Patienten/innen des Klinikums Nürnberg stets mit höchster Fachkompetenz behandelt und betreut werden. Die ethische Selbstverpflichtung und Reflexion soll verdeutlichen, dass jede Intervention am Patienten in einem Spannungsfeld von widerstreitenden ethischen Prinzipien (z. B. bei der Entscheidung über lebensverlängernde Maßnahmen) stehen kann. Die Achtung der Würde jedes einzelnen Patienten umfasst den Schutz sowie den Respekt vor dessen Autonomie. Dazu gehören immer bestmögliche Aufklärung, Information und Achtung der Patientenrechte.

Um die Bedeutung des Patientenwillens als Grundlage für die Behandlung im Krankenhaus zu unterstreichen wurden im Jahr 2004 die Empfehlungen des Klinikums zum ethischen Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden, Patientenverfügungen und Vollmachten entwickelt, die nach der Novellierung des Betreuungsrechts ("Patientenverfügungsgesetz") im Oktober 2010 aktualisiert wurden. Als Hilfe für die Erstellung einer Patientenverfügung empfiehlt das Ethikforum das Formular des Bayerischen Justizministeriums "Vorsorge für Unfall Krankheit Alter durch Vollmacht Betreuungsverfügung Patientenverfügung". Es ist im Buchhandel oder kostenlos als Download erhältlich. In diesem Ratgeber werden auch viele Fragen beantwortet, die Ihnen beim Ausfüllen der Formulare kommen werden.


Ebenfalls im Jahr 2004 wurde in der Nephrologie der Dokumentationsstandard der Anordnung eines Verzichts auf Wiederbelebung (VaW-Anordnung) eingeführt. Dieses Verfahren  wurde von der „Arbeitsgruppe Therapiebegrenzung“ des Klinischen Ethikkomitees am Universitätsklinikum Erlangen entwickelte. Mit der Dokumentation der Gespräche (Patientenwille) und der medizinischen Gründe, die zur Therapiebegrenzung führen, wird der Entscheidungsprozess zum Reanimationsverzicht nachvollziehbar abgebildet. Die Implementierung des VaW-Verfahren wurde vom Ethikkreis der Nephrologie initiiert, der auch die Begleitung und Evaluation des Verfahrens in der klinischen Praxis übernahm. Das VaW-Formular wird inzwischen auch in anderen Bereichen des Klinikums verwendet.

 

Die Orientierung des Nürnberger Klinikums auf seine Versorgungsaufgaben schließt auf der Ebene der Mitarbeiter/innen gegenseitige Verantwortlichkeit und Fairness ein. Dabei gilt die Grundannahme, dass offene Umgangsweisen in der Mitarbeiterschaft und loyale Führungsprinzipien sich unmittelbar auf die Qualität der Patientenversorgung auswirken. Aus diesem Grunde kommt dem Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander und den Führungsgrundsätzen auch eine wesentliche ethische Dimension zu:
Alle Mitarbeiter/innen haben ein Recht auf Achtung, Wertschätzung und Respekt. Dazu gehört das Recht auf freie Meinungsäußerung im Rahmen der Loyalitätsverpflichtung dem Klinikum gegenüber und der Schutz vor Diskreditierung oder gar Diskriminierung. Das Klinikum nimmt seine Fürsorgepflicht gegenüber allen Mitarbeitern/innen auch unter der Perspektive wahr, dass dies dem Patienten unmittelbar zugute kommt.
Konflikte sind patienten- oder problemorientiert, konsensorientiert, fair und – soweit erforderlich – nach den Grundzügen der Vereinbarung zur Konfliktvermeidung und Konfliktbewältigung (erste Fassung von 2001) auszutragen.
Leitungsfunktionen müssen klar nachvollziehbar und gerecht erfüllt werden, auch hier ist Fairness ein wesentliches Prinzip. Entscheidungen sollen dem Transparenzgebot verpflichtet sein.
Eine kooperative Arbeit in Teams trägt zur Kommunikations- und Konfliktfähigkeit bei und erhöht die kommunikative Kompetenz in Entscheidungsprozessen. Konflikte und Fehler werden produktiv als Quelle für Lernprozesse genutzt. Führungskräfte müssen in der Lage sein, auch von nachgeordneten Mitarbeitern/ innen konstruktiv geäußerte Kritik empfangen zu können. Sie sind von einem produktiven Fehlermanagement nicht ausgenommen. Daneben sind im Führungsstil auch menschliche Werte, wie Wohlwollen, Geduld, Nachsicht, Humor und Vertrauen im Umgang mit Mitarbeitern/innen und Patienten/innen erforderlich. Leitungstätigkeit bedeutet immer, dass der Anteil von allen Leistungserbringern an der Gesamtleistung angemessen gewürdigt wird.
Um dies bewusst zu machen wurde 2001 auch der Verhaltenscodex entwickelt.


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Autorin/Autor: Richard Schuster

 

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