20 Jahre Tagesklinik für Kinder und Jugendliche
Seit 20 Jahren finden Kinder und Jugendliche Hilfe in der kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik.
Die Kinder reagieren aggressiv und emotional heftig selbst auf kleine und ganz banale Ereignisse, andere ziehen sich in sich zurück und trauen sich nichts zu. Die Spannbreite psychischer und emotionaler Probleme oder Entwicklungsverzögerungen ist groß, doch eines vereint diese Kinder: Alleine können sie ihre Probleme in Kindergarten, Schule und Familie nicht bewältigen. Und auch die Eltern sind mit ihren Zöglingen oft überfordert. Sie alle brauchen Hilfe.
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„Mit einer Krisenintervention ist es hier oft nicht getan. Die Kinder brauchen mehr“, weiß Dr. Viktor Herlitz, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter. Trotzdem sollen die Kinder nicht gleich durch eine stationäre Therapie aus ihrer Familie gerissen werden. Damit war vor über 20 Jahren die Idee der Tagesklinik geboren. Bereits 1991 wurde die kinder- und jugendpsychiatrische Tagesklinik im Klinikum Nürnberg Nord als eine der ersten in ganz Bayern gegründet. Seither sind die 16 Plätze der Tagesklinik immer ausgebucht. Über 80 Kinder zwischen fünf und 16 Jahren werden hier Jahr für Jahr von einem Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Ergo- und Musiktherapeuten sowie Pflegekräften betreut. Zwischen drei und zwölf Monaten kommen die Kinder tagsüber in die Klinik, abends sind sie wieder zuhause bei ihren Eltern und Geschwistern. |
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"Die Kinder wollen sich verändern"
In der Tagesklinik lernen die Kinder, ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu erkennen und auszudrücken und auch die Bedürfnisse und Gefühle der anderen zu deuten und zu respektieren. „Die Kinder wollen sich verändern“, betont Dr. Arnfried Heine, der Leiter der Tagesklinik. „Abends können sie den Eltern stolz von ihren Errungenschaften berichten und das neu Erlernte gleich praktisch umsetzen.“ Dabei sind auch die Eltern gefordert. Sie müssen lernen, mit den neuen Fähigkeiten ihres Kindes umzugehen. Ein enger Austausch zwischen Eltern und Therapeuten ist daher wesentlicher Bestandteil des Therapiekonzepts.
„Die Kinder kommen in der Regel gerne zu uns“, beobachtet der Pädagogische Leiter der Tagesklinik, Gisbert von Eyb. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück, umfasst einzel- und gruppentherapeutische Angebote, gemeinsame Freizeitaktivitäten sowie den Unterricht in der Schule für Kranke.
Anmeldung in der Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Tel. 398 -2800 (Klinikum Nord) und 398 -5629 (Klinikum Süd)
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und JugendalterAutorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

