Künstlicher Meniskus
Für jüngere und aktive Menschen gibt es bei Meniskusriss neue Hoffnung: die Implantation eines künstlichen Meniskus.
Meniskusriss: Berufs- wie Hobbysportler fürchten diese Diagnose gleichermaßen. Wie oft die Diagnose in Deutschland Jahr für Jahr bei Fußballern, Handballern oder sonstigen (Freizeit-)Sportlern gestellt wird, ist unbekannt. Doch ist der Meniskusriss einer der häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Schuld daran sind schnelle Rotationsbewegungen, wie sie z.B. beim Fußball häufig vorkommen. „Der Oberkörper dreht sich schon in die gewünschte Richtung, der Fuß bleibt stehen – und schon ist es passiert“, beschreibt Matthias Wagner, Facharzt in der Klinik für Unfall- und Orthopädische im Klinikum Nürnberg, die typische Verletzungsursache.
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Doch gerade für junge und aktive Menschen kann ein Meniskusriss unangenehme Folgen haben. Kann der Riss nicht mehr genäht werden, muss ein Teil oder sogar der ganze Meniskus entfernt werden. Das bleibt nicht ohne Folgen. „Häufig führt die Entfernung des ganzen Meniskus oder eines großen Teils von ihm zur Instabilität des Kniegelenkes und damit zu einer schmerzhaften Knorpelschädigung bis hin zur frühzeitigen Arthrose“, weiß Privatdozent Dr. Hermann Josef Bail, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie. |
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Doch das muss nicht mehr zwangsläufig so sein. Für junge und aktive Menschen gibt es neue Hoffnung: die Implantation eines künstlichen Meniskus. Seit Anfang 2011 bietet die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie dieses Verfahren an. Der künstliche Meniskus wird bei einem arthroskopischen Eingriff ins Knie eingepflanzt. Die offenporige Struktur des Implantates regt das verbliebene Meniskusgewebe zum Wachstum an. Im Laufe der Zeit bildet sich ein neues, meniskusähnliches Gewebe, das den Schmerz verringert und die Beweglichkeit im Knie deutlich verbessert. Eine zweijährige Studie belegt die Wirksamkeit dieser Methode.
Der 30-minütige arthroskopische Eingriff verläuft in der Regel problemlos. Dem Eingriff schließt sich eine sechs- bis achtwöchige Reha-Maßnahme an, doch kann das Gelenk bereits unmittelbar nach der Operation teilweise wieder belastet werden. Auch mit den ersten physiotherapeutischen Maßnahmen kann bereits nach der Operation begonnen werden. Nicht geeignet ist der künstliche Meniskus für ältere Patienten. „Bei ihnen ist das Kniegelenk nicht mehr ausreichend durchblutet“, so Wagner.
Information und Terminvereinbarung: Sprechstunde Gelenk- und Sporttraumatologie der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie, Tel. 0911/ 398 -2727
Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

