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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Über uns >> 2009 >> Kaiserschnitt - ja oder nein?

Kaiserschnitt - ja oder nein?

Die Geburtshilfe im Klinikum Süd bietet eine ergebnisoffene Beratung zu natürlicher Geburt und Kaiserschnitt.

Es ist ein weltweiter Trend. Weibliche Popstars tun es, ebenso Schauspielerinnen oder reiche Südamerikanerinnen: Immer mehr Schwangere entbinden mit Kaiserschnitt. Auch in Bayern schnellen die Kaiserschnittraten nach oben. 32,6 Prozent der Kinder kamen hier 2008 per Kaiserschnitt zur Welt, zehn Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. In einigen deutschen Kliniken sind es schon mehr als die Hälfte der Neugeborenen.

Die regionalen Unterschiede sind ebenfalls groß. Mit einer Kaiserschnittrate von 40 Prozent führt Nordrhein-Westfalen die Liste an, Bayern findet sich im unteren Drittel wieder.  In Ostdeutschland liegt die Rate im Durchschnitt unter der in Westdeutschland. Auch in der Geburtshilfe des KlinikumsSüd  ist die Zahl der Kaiserschnitte in den letzten zehn Jahren um zehn Prozent gestiegen. Trotzdem hat das KlinikumNürnberg mit 23,5 Prozent die niedrigste Rate Bayerns. Geht der Trend also ungebrochen zum Kaiserschnitt.

„Nein, auf keinen Fall“, sagt Prof. Cosima Brucker, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde, zu der auch die Klinik für Geburtshilfe im Klinikum Süd gehört. Es gebe viele Gründe für die Zunahme des Kaiserschnitts. „Allein am Wunschkaiserschnitt liegt es nicht.“ So nimmt die Zahl der Frauen, die mit 35 oder 40 Jahren ihr erstes Kind bekommen zu. „Diese Frauen machen sich große Sorgen um die Gesundheit ihres Kindes“, weiß Brucker. „Außerdem wissen sie sehr genau, dass sie kaum eine zweite Chance für ein Kind haben.“

Kreißsaal im Klinikum Nürnberg Süd
 

Trend und Gegentrend

Und es gibt einen Gegentrend. „Zu uns kommen immer häufiger Frauen aus ganz Deutschland, weil sie sich eine natürliche Geburt wünschen, ihnen zuhause aber zum Kaiserschnitt geraten wird“, berichtet Dr. Wolfgang Köhler, Leitender Oberarzt der Klinik für Geburtshilfe. Diese Frauen wollen trotz einer Mehrlingsgeburt oder einer Beckenendlage des Kindes nicht von vornherein auf das Erlebnis der Geburt verzichten.

„Natürlich sind diese Geburten mit einem gewissen Risiko verbunden“, betont Köhler. Doch ein Kaiserschnitt ist nicht immer nötig, vorausgesetzt die Geburtshelfer verfügen - wie im Klinikum Süd - über ausreichend Erfahrung. Wichtig sind außerdem die sorgfältige Untersuchung und Beratung der Frau sowie die Sicherheit eines Perinatalzentrums der höchsten Leistungsstufe im Hintergrund. „Im Notfall bringen wir das Kind innerhalb von zehn Minuten  per Kaiserschnitt zur Welt“, so der Oberarzt. Selbst Drillinge können auf natürlichem Weg geboren werden, wenn die Umstände stimmen. Dies ist zwar nur selten der Fall, aber 2008 brachte eine Mutter ihre drei Babies im Klinikum Süd wohlbehalten zur Welt.

Ergebnisoffene Beratung

Noch ein weiterer Faktor treibt die Kaiserschnittraten nach oben. „Jeder vorangegangene Kaiserschnitt erschwert die natürliche Geburt“, erklärt Köhler. Stehen nach einem Kaiserschnitt die Chancen auf eine natürliche Geburt noch gut, so ist dies nach dem zweiten oder dritten Kaiserschnitt meistens nicht mehr möglich. Doch viele Frauen vermissen im Nachhinein das Erlebnis der Geburt. „Es ist ein besonderes Erlebnis, wenn die Mutter gleich nach der Geburt ihr Kind in den Armen hält. Bei einem Kaiserschnitt geht das nicht“, berichtet Hannelore Köhler, die Leitende Hebamme des Kreissaals. Und noch etwas sollten Frauen wissen: Nach einem  Kaiserschnitt werden die Frauen oft nicht mehr so leicht schwanger.

Ohne Not sollte also keine Frau unüberlegt den Kaiserschnitt wählen. „Natürlich bekommt bei uns jede Frau einen Kaiserschnitt, wenn Sie dies will“, so Brucker. „Doch vorher beraten wir jede Frau umfassend zu Kaiserschnitt und natürlicher Geburt.“ Die Beratung wird ergebnisoffen geführt, d.h. die letzte Entscheidung liegt bei der Frau. Dieses Recht auf Beratung sollte jede Frau für sich in Anspruch nehmen.   

Anmeldung zur Schwangerenberatung im Klinikum Nürnberg unter Tel. 0911- 398 -2235

Klinik für Geburtshilfe

Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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