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Neue Krebstherapien - was hat der Patient davon?

Bei den Nürnberger Gesundheitsgesprächen am 9. Juli informieren Experten des Klinikums zu neuen Ansätzen in der Krebstherapie.

Über neue Ansätze in der Krebstherapie informieren Prof. Martin Wilhelm, Chefarzt der Klinik für Onkologie und Hämatologie, Prof. Hubert Stein, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie und Dr. Markus Horneber, Leiter der Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie. Moderiert wird die Veranstaltung von Ulrike Nikola vom Bayerischen Rundfunk am 9. Juli um 18 Uhr im Marmorsaal, Presseclub Nürnberg, Gewerbemuseumsplatz 2, Nürnberg. Der Eintritt ist frei.

 

Seit fünf Jahren überschlägt sich die Entwicklung neuer Krebsmedikamente, allen voran die der sogenannten Stoffwechselhemmer, das sind Medikamente, die direkt in den Zellstoffwechsel der Tumorzelle eingreifen. "In den letzten Jahres ist das Wissen über Krebs, seine Genese und sein Wachstum, enorm gestiegen“, erklärt Prof. Martin Wilhelm, Chefarzt der Klinik für Onkologie und Hämatologie. Und damit laufe auch die Medikamentenentwicklung auf Hochtouren. „Zwei bis drei Jahre dauert es heute im Durchschnitt, bis ein neues Krebsmedikament auf dem Markt ist, früher waren es zwölf.“

An dieser rasanten Entwicklung der Medizin ist das Klinikum Nürnberg aktiv beteiligt. So führt die Klinik für Onkologie und Hämatologie schon seit vielen Jahren klinische Studien für neue Krebsmedikamente durch. „Damit erhalten unsere Patienten die neuesten Medikamente bereits vor ihrer offiziellen Zulassung“, berichtet der Chefarzt.

Prof. Hubert Stein, Dr. Marin Hornheber und Prof. Martin Wilhelm (v.l.n.r.)
 

Eines der großen Tumorzentren in Deutschland

Als eines der großen Tumorzentren Deutschlands – 4.000 Patienten werden hier im Jahr stationär und / oder ambulant behandelt – verfügt die Klinik für Onkologie und Hämatologie über das für klinische Studien notwendige klinische und wissenschaftliche Know-how und entsprechend geschulte Mitarbeiter. Schon seit vielen Jahren arbeitet ein eigenes Studienzentrum der Klinik auf Hochtouren. "Um klinische Studien erfolgreich durchführen zu können, braucht man viel Erfahrung in der Krebsbehandlung", so Wilhelm. Klinische Forschung sei mit Grundlagenforschung, die im Labor stattfindet, nicht zu vergleichen.

Ein Patient kann dann an einer klinischen Studie teilnehmen, wenn mit einem eindeutigen Benefit gegenüber der Standardbehandlung gerechnet werden kann, z.B. wenn das neue Medikament eine größere Wirksamkeit verspricht oder kein anderes Medikament zur Verfügung steht. Ein besonderes Risiko geht der Patient dabei nicht ein, da die neuen Arzneimittel schon unzählige Testläufe bestanden haben, bevor sie überhaupt für klinische Studien zugelassen werden. So wurde zum Beispiel 2006 eine Studie zu einem Stoffwechselhemmer abgeschlossen, das die Therapie des Nierenzellkarzinoms grundlegend veränderte.

Hochleistungsdiodenlaser setzt neue Maßstäbe in der Tumorchirurgie

Auch in der Tumorchirurgie setzt das Klinikum Nürnberg auf Innovation. Seit Anfang 2009 macht ein Hochleistungsdiodenlaser in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie Eingriffe bei Tumoren und Metastasen möglich, die noch vor kurzem als inoperabel galten. „Der Laser öffnet Türen in der Tumorchirurgie“, zeigt sich Chefarzt Prof. Hubert Stein überzeugt. Er selbst hat die klinische Entwicklung zusammen mit der Herstellerfirma erarbeitet. Damit steigen die (Über-)Lebenschancen vor allem von Patienten mit Tumoren und Metastasen in Lungen und Leber deutlich an. Inzwischen ist die Klinik als Referenzzentrum für Laserchirurgie anerkannt. Ärzte aus ganz Europa informieren sich hier über die Möglichkeiten des neuen Lasers.

Ein weiterer großer Fortschritt wird durch die intensive Zusammenarbeit aller beteiligten Fachdisziplinen erreicht. Die Therapie eines Patienten obliegt nicht dem behandelnden Arzt allein, sondern wird in so genannten Tumorboards, an denen Ärzte aus allen beteiligten Fachdisziplinen teilnehmen, gemeinsam besprochen und entschieden. Damit profitiert der Patient vom gesamten Know-how des Klinikums Nürnberg.

Was noch hilft oder gar schadet?

An der Klinik für Onkologie und Hämatologie ist zudem die Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie der Deutschen Krebshilfe angesiedelt, die von Dr. Markus Horneber geleitet wird. Hier werden Daten über sogenannte alternative Verfahren sowie über komplementäre, also ergänzende Verfahren gesammelt und ausgewertet.

"Bis zu 50 Prozent der Krebspatienten wollen durch ergänzende Maßnahmen zur eigenen Heilung beitragen“, erklärt Horneber. Doch oft werde darüber mit dem behandelnden Arzt nicht gesprochen. „Wir Ärzte müssen dies offen ansprechen, denn manche alternativen oder ergänzenden Wirkstoffe können die Therapie negativ beeinflussen“, dies zeigten Studien zu Wechselwirkungen mit den Wirkstoffen des grünen Tees. Auch hohe Vitamingaben könnten sich negativ auswirken.

Doch es gebe auch positive Impulse durch komplementäre Verfahren, z.B. durch Meditation und Entspannungstechniken. „Wenn Patienten ihre eigenen Ressourcen aktivieren können, kommen sie meist besser durch die schwierigen Zeiten der Diagnose und Therapie“, weiß Horneber.

 

Klinik für Onkologie

Klinik für Allgemein, Viszeral- und Thoraxchirurgie

Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie

Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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