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Lust und Last mit der Leidenschaft

Beim Männergesundheitstag am 27.6. ging es unter anderem um sexuelle Störungen. Durch Beratung oder Therapie kann eine Lösung gefunden werden.

Männern fällt es nicht so leicht, über ihre sexuellen Probleme zu reden. Deshalb nimmt beim Männergesundheitstag dieses Thema einen wichtigen Raum ein. Experten aus verschiedenen medizinischen Disziplinen informieren über die körperlichen und seelischen Faktoren und stehen den Besuchern Rede und Antwort.

Alles fängt mit den Hormonen an. Sie sind – wie bei den Frauen auch – Taktgeber für Lust, Liebe und Sex. Besteht ein Mangel an Testosteron, so hat dies Folgen für das sexuelle Verlangen. „Diesen Mangel kann man durchaus mit einer Hormonbehandlung ausgleichen“, versichert die Endokrinologin Dr. Marlies Götz-Schupp. Auch beim Mann gibt es nämlich so etwas wie Wechseljahre: So weisen etwa 20 Prozent derMänner über 45 Jahre einen erniedrigten Testosteronspiegel auf.

 

Wenn die Funktion gestört ist

Hormone sind aber nicht für alles verantwortlich. Es gibt durchaus Erkrankungen, die Auswirkungen auf die Sexualität haben. Chefarzt der Kardiologie, Prof. Dr. Matthias Pauschinger, weist darauf hin, dass „das Herz dann ein Problem für die Sexualität ist, wenn dieses nicht mehr richtig arbeitet“. Das Herz wird nämlich beim Geschlechtsakt nicht nur emotional, sondern auch physisch gefordert. Es bringt dabei „eine Leistung wie etwa beim Joggen“. Auch Herzmedikamente, wie Beta-Blocker, können Erektionsstörungen hervorrufen. Hier lässt sich durch die Einnahme von Viagra die Nebenwirkung der Medikamente beseitigen.

Gesundheit für den Mann: Prof. Matthias Pauschinger, Dr. Konstantin Ertner, Dr. Marlies Götz-Schupp, Dr. Reimund Walther und Prof. Wolfgang Söllner (v.l.n.r.)
 

„Sexualstörungen dürfen aber nicht auf Erektionsstörungen reduziert werden“ mahnt der leitende Oberarzt der Urologie, Dr. Reimund Walther. Diese rein körperlichen Störungen seien äußerst selten, etwa nach einer OP im kleinen Becken und der Entfernung der Prostata. Erektionsstörungen können aber auch Anzeichen von Arteriosklerose sein oder die Folge von Diabetes. Er weist seine Patienten auf die Komplexität von sexuellen Störungen hin, die übrigens gar nicht so selten sind. Eine Studie aus den USA zeigt, dass jeder Zweite über 40 Jahre schon einmal Probleme damit hatte.

Sex und Seele

Diese Schwierigkeiten sind häufig psychischer Natur. „Selbstwertprobleme, Stress, Ängste und Depressionen können die Sexualität stark beeinträchtigen“, weiß Prof. Dr. Wolfgang Söllner, Chefarzt der Psychosomatik, aus seiner klinischen Praxis. Besonders betroffen sind Männer zwischen 50 und 60 Jahren, einem „schwierigen Übergangsalter“. Da bei Männern Sexualität sehr stark von Leistungsdenken geprägt ist, sind sie beunruhigt, wenn – bedingt durch den natürlichen Alterungsprozess – „es nicht mehr so ist wie früher“.

Mit Haut und Haar

Wie wichtig die Haut, das größte Organ des Menschen, für ein erfülltes Liebesleben ist, macht Oberarzt Dr. Konstantin Ertner von der Hautklinik deutlich. Über die „liebevolle Stimulation der Haut“ werden Lustgefühle geweckt und allein der Anblick des Körpers erotisiert. Probleme mit der Haut, wie schwere Schuppenflechte, können die Lust einschränken.

Die beteiligten Fachdisziplinen im Klinikum Nürnberg arbeiten nicht nur eng zusammen. Am erstmals veranstalteten Männergesundheitstag informieren die Fachärzte über die Ursachen von Sexualstörungen – aber auch über andere wichtige Aspekte der Männergesundheit. Frauen sind ebenfalls willkommen.

 

 

Autorin/Autor: Justina Mehringer, Presse- und Öffentlichkeit

 
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