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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Über uns >> 2009 >> Hilfe für junge Menschen mit Diabetes

Hilfe für junge Menschen mit Diabetes

Neue Diabetes-Ambulanz im Klinikum Süd bietet Kindern und Jugendlichen umfangreiche Hilfen.

Routiniert piekst die elfjährige Hanna Gmehling in ihren Finger, in wenigen Sekunden zeigt das kleine Messgerät den für sie lebenswichtigen Blutzuckerwert an. Durchschnittlich fünfmal am Tag die gleiche Prozedur, der Eintrag ins Diabetes-Tagebuch und damit die Kontrolle, ob die tägliche Insulindosis ausreichend ist oder angepasst werden muss.

Hanna ist eine von derzeit über 150 Patienten, die vom Diabetes-Team im Zentrum für Neugeborene, Kinder und Jugendliche am Klinikum Süd betreut werden. Mit der jetzt offiziell von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) erteilten Zulassung einer Diabetes-Ambulanz, kann das seit 1986 bestehende Angebot nun deutlich erweitert werden.

?Wir bieten in den neuen Räumen im Nachsorgehaus mit Überweisung der niedergelassenen Ärzte jetzt ein komplettes Paket für alle erforderlichen ambulanten Leistungen an?, erläutert Chefarzt erläutert Prof. Jan-Holger Schiffmann, ?das von der individuellen Insulintherapie, Rezeptausstellungen, altersgerechten Schulungsangeboten bis hin zur psychosozialen Betreuung und zu Anträgen für eine Reha-Maßnahme reicht.?

Seit Jahren wächst die Zahl von Kindern und Jugendlichen, die an Diabetes erkranken. Laut aktueller Zahlen der Deutschen Diabetes Gesellschaft sind davon jährlich 2.500 junge Menschen betroffen; der größte Anstieg ist bei Kindern unter sechs Jahren zu verzeichnen. Oberarzt Dr. Horst Seithe ist Leiter der Ambulanz und hat die von der KVB persönliche Ermächtigung dafür erteilt bekommen.

Den selbständigen Umgang mit Diabetes lernen: Dr. Horst Seithe (re.) mit Hanna
 

Er sieht in dem Angebot große Vorteile für eine erfolgreiche Behandlung, denn es bedarf nur noch einer Anlaufstation, um Fragen und Probleme schnell klären zu können. ?Alle drei Monate können wir den jungen Patienten anhand der Blutzuckerwerte Empfehlungen geben für eine verbesserte Insulintherapie, ein geeignetes Essverhalten und Tipps zu sportlicher Aktivität oder für Reisen.? Einmal im Jahr steht eine große Untersuchung an, bei der neben den Blutwerten auch andere wichtige Parameter zu Gewicht, Herz und Kreislauf erfasst werden.

Wie hilfreich gerade für Familien die Diabetes-Ambulanz sein kann, macht das Beispiel von Hanna sehr deutlich: Als vor einem Jahr die Diagnose vorlag, musste der Alltag komplett auf die Erkrankung umgestellt werden.  Mahlzeiten genau einhalten, an Messgerät und Insulinpumpe denken, Diabetes-Tagebuch führen. ?Wir haben gelernt, damit zu leben?, sagt die Mutter Beate Gmehling rückblickend, ?aber es muss schon alles gut geplant werden.?

In Gesprächen mit den verschiedenen Experten aus dem Diabetes-Team wurden alle Fragen geklärt, nicht zuletzt auch das soziale Umfeld mit Hannas Erkrankung vertraut gemacht.. So hat der Sozialpädagoge Günter Lichteneber-Rösch die Situation in der Schule spürbar erleichtert, in dem Lehrer und Mitschüler über das Krankheitsbild genauer informiert worden sind. Mittlerweile können alle mit der Erkrankung sehr viel besser umgehen. Selbst Kindergeburtstage im Freundeskreis sind kein Problem. ?Ich bekomme dann schon immer genau die Sachen, die ich auch vertragen kann? ,  berichtet Hanna.

Angesichts der alarmierend steigenden Zahlen von chronischen Erkrankungen auch bei Kindern und Jugendlichen, fördert das Bundesgesundheitsministerium verstärkt entsprechende Betreuungsangebote. Eine Maßnahme dazu ist ein DMP ? Disease ( = Krankheit) Management Programm. Damit ist das Ziel verbunden, chronische und damit kostenintensive Erkrankungen wie Asthma, Herz- und Kreislauferkrankungen oder Diabetes erfolgreicher behandeln zu können.

Zeitgleich mit der Aufwertung zur Ambulanz wurde auch die Ermächtigung erteilt, als Schwerpunkteinrichtung am DMP für Diabetiker bis zum 21.Lebensjahr teilzunehmen. ?Wir können jetzt?, so Seithe, ?junge Patienten in das Programm aufnehmen und ihnen verschiedene Angebote wie etwa Gruppenschulungen bieten, die von den Krankenkassen nur den eingeschriebenen Patienten bezahlt werden.?

Bereits vor der offiziell erteilten Zulassung als Ambulanz, wurde die Qualität der Leistungen in der Diabetes-Beratung fachlich gewürdigt: In einem bundesweiten Vergleich der Universität Ulm belegte das Diabetes-Team im letzten Jahr den 14.Platz von insgesamt 194 Einrichtungen.

Hinweis:

Sollte der Blutzuckerwert zuhause gefährlich schwanken, ist die Ambulanz tagsüber erreichbar. In besonders dringenden Fällen, wenn Kinder und Jugendliche in die Notfallaufnahme des Klinikums gebracht werden müssen, stehen auch dort geeignete Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Ambulanz ist telefonisch unter (0911) 398-5263 oder per E-Mail unter diabetesteam.kns@klinikum-nuernberg.de zu erreichen.

 

Autorin/Autor: Axel Bredehöft, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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