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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Über uns >> 2009 >> Neue Mutter-Kind-Tagesklinik

Neue Mutter-Kind-Tagesklinik

Psychische Krisen bei Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt sind keine Seltenheit. Und sie können gut behandelt werden.

In einer neuen Mutter-Kind-Tagesklinik im Klinikum Nord finden seit Anfang des Jahres Frauen Hilfe, die während der Schwangerschaft oder in den ersten zwei Jahren nach der Geburt psychische Probleme oder psychiatrische Erkrankungen haben. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie bietet in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie die spezielle Behandlung an.

Oberärztin Dr. Susanne Simen, die für die Mutter-Kind-Tagesklinik verantwortlich ist, hat seit vielen Jahren Erfahrung in der Behandlung von Müttern, die während der Schwangerschaft oder die erste Zeit nach der Geburt mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. "Diese Zeit ist für jede Frau eine schwierige Lebensphase. Da ist die enorme Hormonumstellung, die für die Frauen großen Stress bedeutet. Zudem verändert sich die Partnerschaft. Schlafmangel, wenig Zeit für sich selbst und die Angst, nicht alles richtig zu machen, tun ihr übriges." Wenn dann auch noch eine Veranlagung zu Depression oder anderen psychischen Erkrankungen vorliegt, kann es leicht zu einer Krisensituation kommen.

Wege aus der Krise
Bislang gab es nur die Möglichkeit, die Frauen stationär zu behandeln. "Die Tagesklinik bietet nun den Müttern die Möglichkeit, in der Familie zu bleiben und nicht von den Kindern getrennt zu werden", so Simen. Es gibt ein Spielzimmer, Schlafgelegenheiten, und auch für Verpflegung ist gesorgt. Für die Betreuung der Kinder steht eine Erzieherin zur Verfügung

Die psychotherapeutische Behandlung erfolgt in Einzel- oder Gruppentherapie und wird medikamentös begleitet. Die Mütter erfahren Unterstützung im Umgang mit ihrem Kind, in Paar- und Familiengesprächen sind auch die Väter einbezogen. Wie lange der Aufenthalt dauert, richtet sich individuell nach den Bedürfnissen der Mütter.

Aber auch die Kinder sind betroffen von der Krise der Mutter, weiß Dr. Victor Herlitz, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. ?Wir sehen uns die Kinder an, die Symptome zeigen, vielleicht beim Füttern schwierig sind, viel schreien, nicht auf ihre Mütter zugehen und geben den Eltern Tipps, was ihre Kinder brauchen.?

Uns geht es wieder gut
Kerstin B. ist die erste Patientin der Tagesklinik: ?Ich war mit meinen Nerven am Ende?. Gleich nach der Geburt der kleinen Tochter fingen die Schlafstörungen an, darauf folgten Essstörungen, und sie konnte nicht mehr abschalten. Sie hatte mehrere Monate gewartet, bis sie Hilfe suchte.  "Ich hatte Angst, dass man mir mein Kind wegnimmt, wenn ich nicht damit zurechtkomme." Eine Angst, die unbegründet war. Durch die Therapie und die Gespräche mit ähnlich belasteten Müttern hat sie gelernt, gelassener zu werden und in Stresssituationen besser mit ihrem Kind umzugehen.

Anmeldung zur ersten Diagnostik oder Beratung:

Stationszimmer der Tagesklinik, Tel. 0911/398-2962,
Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr.

Autorin/Autor: Justina Mehringer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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