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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Über uns >> 2009 >> Laparoskopie: Schonende Operation hilft bei Prostatakrebs

Laparoskopie: Schonende Operation hilft bei Prostatakrebs

In der Klinik für Urologie werden Prostatatumore heute laparoskopisch operiert. Für die Patienten ist der minimal-invasive Eingriff besonders schonend.

Wulf Hoenen ist guter Dinge, obwohl der 69-jährige Patient der Urologie im Klinikum Nord erst vor wenigen Tagen operiert worden ist. Der Grund: Eine neue Operationsmethode bei Prostatakrebs ermöglichte bei ihm eine weitgehend schmerzfreie und komplikationslose Entfernung der Vorsteherdrüse. "Ich konnte bereits nach einer Woche nach Hause und habe auch keine Schmerzen mehr." Und Inkontinenz? "Da habe ich keine Probleme." Für Hoenen stand die Entscheidung frühzeitig fest, dass er sich die Prostata auf schonendem Wege entfernen lassen wollte, was heute bedeutet: minimal-invasiv, mit der Methode der sogenannten Laparoskopie.

Exakte Durchführung dank sensibler Optik

Für den Eingriff an der erkrankten Vorsteherdrüse reichen fünf kleine Schnitte, nicht größer als zehn Millimeter, um Operationsgeräte und eine Kamera über den Bauchraum in das Becken einführen zu können: "Mit der sensiblen Optik des Laparoskops", erläutert der Oberarzt Dr. Peter Kelm, "können wir das Geschehen im Inneren des Körpers die ganze Zeit über beobachten, die Bewegung der Geräte am Bildschirm genau kontrollieren und auch kleinste Strukturen besser erkennen."

 

Schonender Eingriff bei Prostatakrebs: Axel Nill,  Dr. Peter Kelm, Wulf Hoenen, Dr. Kian Momeni
 

Gefahr einer Inkontinenz deutlich verringert

Mit einer sogenannten Ultraschallschere wird die Prostata entfernt, dadurch ist der Blutverlust sehr gering und nicht mehr wie frühereine Bluttransfusion beim größeren Bauchschnitt erforderlich. Mit einem Katheter, eine Art Leitschiene für die Heilung, werden Harnröhre und Blase miteinander verbunden und schließlich vernäht. "Die Naht", so Assistenzarzt Axel Nill, "heilt durch die genauere Arbeit schneller ab, der Katheter kann damit viel früher, meist schon nach sechs Tagen entfernt werden, was die Gefahr einer Inkontinenz deutlich verringert."

Nervenschonender Eingriff

Konnten Patienten früher erst nach gut zwei Wochen entlassen werden, dürfen sie wie Hoenen bereits nach einer Woche wieder nach Hause gehen. Zudem sinkt das Risiko einer Impotenz, weil die an der Prostata verlaufenden Nerven besser geschont werden können. Mit der neuen OP-Methode, die bereits bei 30 Patienten im Klinikum durchgeführt wurde, waren Erektionen bei der Hälfte der Patienten ohne medikamentöse Hilfe problemlos möglich.

Eine erfolgreiche Behandlung setzt laut Oberarzt Kelm allerdings routinierte Operateure voraus. Nicht umsonst verweist er deshalb auf zehn Jahre Erfahrung in der Laparoskopie der Niere und setzt auf ein funktionierendes Teamwork  wie etwa mit seinem Assistenzarzt Axel Nill, der seit einem Jahr im Klinikum tätig ist und zuvor rund 300 Operationen im laparoskopischen Zentrum der Uniklinik Halle mit betreut hat.

Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Zudem verweist Kelm auf die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Urologen. So, wie mit Dr. Kian Momeni, der Männern ab 40 Jahren zu einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung der Prostata rät: "Um ein Prostatakarzinom nachweisen zu können, tasten wir zunächst die Vorsteherdrüse auf Unregelmäßigkeiten der Oberfläche und Verhärtungen ab und entnehmen dem Patienten eine Blutprobe, um den sogenannten PSA-Wert bestimmen zu können." Das prostata-spezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, dessen Konzentration im Blut einen Hinweis auf eine Krebserkrankung geben kann.

Bei Auffälligkeiten in der Diagnose werden meist im nächsten Schritt Gewebeproben (Biopsien) der Prostata entnommen und vom Pathologen mikroskopisch untersucht. "Der Eingriff erfolgt ambulant", so Momeni, "unter lokaler Betäubung und ist für den Patienten aber absolut schmerzfrei."

 

Klinik für Urologie

 

 

Autorin/Autor: Axel Bredehöft, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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