Neuer Laser: Quantensprung in der Tumorchirurgie
Die punktgenaue Entfernung von Tumoren - der neue Hochleistungsdiodenlaser im Klinikum Nürnberg macht viele Eingriffe möglich, die vor kurzem noch als inoperabel galten.
Metastasen und Tumore in Lunge und Leber, vor vielen Jahren standen sie für ein fast sicheres Todesurteil. Seither haben sich die therapeutischen Möglichkeiten enorm verbessert ? in der Tumorchirurgie, der Chemotherapie und der Strahlentherapie. Mit dem neuen Hochleistungsdiodenlaser, der seit einigen Wochen in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie im Klinikum Nürnberg zum Einsatz kommt, macht die Tumorchirurgie noch einmal einen großen Schritt nach vorne.
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?Die Laser-Technologie öffnet neue Türen in der Tumorchirurgie?, ist Chefarzt Prof. Dr. Hubert Stein überzeugt. ?Mit dem neuen Laser können wir Tumorgewebe präzise entfernen, das gesunde Gewebe dagegen bleibt weitgehend erhalten?, erklärt er. Erste Studien zeigten, dass damit sieben Mal weniger gesundes Gewebe entfernt werden muss als bei den bisherigen Standardverfahren. Die Funktion der Organe bleibt weitgehend erhalten. Präzise, schonend, ohne Blutverlust Damit können nun auch Tumore und Metastasen entfernt werden, die noch vor kurzen als inoperabel galten. So hat Oberarzt Dr. Dietmar Kraus kürzlich bei einem Patienten 55 Lungenmetastasen entfernt. ?Den Eingriff hätten wir ohne den neuen Hochleistungsdiodenlaser gar nicht machen können, da von der Lunge kaum etwas übrig geblieben wäre?, berichtet der Thoraxchirurg. Zudem arbeitet der Hochleistungsdiodenlaser so schonend, dass bei einem erneuten Auftreten von Tumoren oder Metastasen noch einmal operiert werden kann. Die Lebenschancen von Tumorpatienten steigen damit deutlich. |
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Der Hochleistungsdiodenlaser ist der erste Laser weltweit, der so viel Energie auf den Punkt bringt, dass damit auch an stark durchblutete Gewebe wie Lunge und Leber operiert werden kann. Gleichzeitig mit dem Schnitt werden die Blutgefäße versiegelt, d.h. der Blutverlust beim Eingriff ist gering. Zugleich wird das Gewebe luftdicht verschlossen, was einen präzisen und gewebeschonenden Eingriff am Lungengewebe ermöglicht.
Anerkanntes Referenzzentrum für Laserchirurgie
40 bis 50 Lasereingriffe sind für 2009 bereits eingeplant, aber wahrscheinlich werden es mehr werden. Schließlich ist die Klinik für Allgemeinchirurgie schon jetzt, kurz nach dem Start, als Referenzzentrum für Laserchirurgie anerkannt. Aus ganz Europa kommen Ärzte ins Klinikum, um hier den Umgang mit der neuen Lasertechnologie zu erlernen. Dabei hat Stein, der den klinischen Einsatz des Gerätes zusammen mit der Herstellerfirma entwickelt hat, erst vor sieben Monaten den weltweit ersten Eingriff mit diesem Laser an der Leber durchgeführt.
Der Hochleistungsdiodenlaser hat auch Klinikum-Vorstand Dr. Alfred Estelmann auf Anhieb überzeugt. ?Der Nutzen für den Patienten ist so hoch, dass wir beim Kauf keinen Moment gezögert haben.? Zudem seien die Verbrauchskosten so gering, dass sich die Anschaffung auch finanziell rechne.
Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

