Navigation überspringen|
Drucken
Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Über uns >> 2009 >> 1.000 große Herzoperationen

1.000 große Herzoperationen

Herzchirurgie steigert die Zahl der großen Herzoperationen 2008 auf 1.000 und baut zugleich das Angebot minimal-invasiver Eingriffe weiter aus.

Die Herzchirurgie im Klinikum Süd konnte in den letzten Jahren die Zahl ihrer Patienten beträchtlich steigern.  2008 wurde erstmals die magische Grenze von 1.000 großen Operationen am Herzen überschritten. In den beiden Jahren zuvor lagen die Zahlen noch bei  850 (2007) und 750 (2006) Eingriffen.

Die Gründe für diese Entwicklung sieht Chefarzt Prof. Theodor Fischlein vor allem in der engen Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und anderen zuweisenden Kliniken wie etwa Kardiologie, Gefäßchirurgie oder Nephrologie. Nicht zuletzt erlaubt der vor knapp zwei Jahren in Betrieb genommene zweite OP-Saal mit einer Herz-Lungen-Maschine eine noch zügigere Versorgung. ?Für die Patienten konnten wir damit die Wartezeiten auf einen OP-Termin von vier auf jetzt durchschnittlich zwei Wochen verkürzen?, so Fischlein.

Zudem wachse mit der steigenden Zahl erfolgreicher Eingriffe auch das Vertrauen der Bevölkerung in die engmaschige Versorgung mit benachbarten Fachdisziplinen weiter. ?Selbst bei Komplikationen muss bei uns niemand verlegt werden, sondern wir haben das gesamte Spektrum vor Ort?, erklärt Fischlein. Kritische Fälle, etwa bei extrem übergewichtigen, hochbetagten oder multimorbiden Patienten, werden jede Woche gemeinsam mit der Kardiologie in einer so genannten Kardio-Konferenz besprochen.
Herzchirurgie: Prof. Dr. Theodor Fischlein im OP
 

Bypass, Herzklappen und Aneurysmen

Die typischen Eingriffe bei einer großen Herz-OP sind der Bypass, Herzklappenoperationen oder die Behandlung von Gefäßaussackungen (Aneurysmen) der Hauptschlagader. Durchschnittlich dauert ein Eingriff etwa drei bis vier Stunden. Um etwa Bypass-Adern als Umleitungsbahnen für die Blutzirkulation einnähen zu können, muss das Herz mit der Herz-Lungen-Maschine stillgelegt werden. Das Blut wird dafür aus dem Körper abgeleitet, dort von Kohlendioxid befreit, mit Sauerstoff angereichert und wieder in den Körper zurückgeleitet. Diese Funktion übernimmt die Herz-Lungen-Maschine, die sich darin seit Jahrzehnten millionenfach bewährt hat.

"Off-pump" und minimal-invasiv

Neue Methoden wie das Off-pump-Verfahren (?weg von der Pumpe?) verzichten auf den Einsatz der Maschine: Herzchirurgen legen dabei genau den Ausschnitt des Herzens, an dem ein Bypass an einer Herzkranzarterie angebracht werden muss, mit speziellen Stabilisatoren ruhig. So haben sie ein Operationsfeld, an dem sie in Ruhe die zarten Adern miteinander verbinden können, obwohl das Herz darunter kontinuierlich weiter schlägt.

Angesichts der sich rasant entwickelnden Medizintechnik sieht Fischlein zunehmend mehr Möglichkeiten im sogenannten minimal-invasiven Bereich, also der Operation ?durchs Schlüsselloch?, bei der nur noch kleine Schnitte erforderlich sind. So gilt dies zum Beispiel beim Ersatz der Aortenklappe und der Rekonstruktion der Mitralklappe. Auch hier steigen die Patientenzahlen in der Herzchirurgie deutlich an.

Dass die Fachdisziplin überhaupt im Klinikum Nürnberg aufgebaut werden konnte, ist laut Vorstand Dr. Alfred Estelmann ganz wesentlich dem 2004 verstorbenen Nürnberger Unternehmer Dr. Theo Schöller zu verdanken, denn ?mit seiner finanziellen Unterstützung von einer Million Mark war schon vor der Fertigstellung 1994 klar, dass das Klinikum Süd überhaupt eine Herzchirurgie erhält.?

Herzchirurgie

 

Autorin/Autor: Axel Bredehöft, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen