Impulse für Medizin in Mazedonien
Die Universität von Stip will als erste Universität in Mazedonien eine Fachweiterbildung Pflege in der Psychiatrie einrichten ? nach dem Vorbild des Klinikums Nürnberg.
Seit zwei Jahren erst gibt es die Universität ?Goce Delcev? in Stip, doch die Ziele der neuen Universität mit ihren sieben Fakultäten sind hoch gesteckt. Die Vizerektorin der Universität, Prof. Dr. Lence Miloseva, will vor allem die Psychosomatik, Psychoonkologie und Psychotherapie in der Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegekräften verankern. Wichtige Impulse dafür kommen vom Klinikum Nürnberg.
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?Bei der Therapie psychiatrischer Patienten gibt es in Mazedonien noch einen großen Nachholbedarf?, meint Miloseva. Dabei zielt die engagierte Vizerektorin, die mehrere Jahre in den USA lebte und arbeitete, weniger auf das medizinische Fachwissen der Ärzte als auf ein umfassendes Behandlungskonzept ab, das den Patienten die Rückkehr in ein normales Leben erlaubt. Ein nachahmenswertes Vorbild für ihr Land fand sie im Klinikum Nürnberg ? für Ärzte wie auch für Pflegekräfte. In einem ersten Schritt soll nun ein einjähriger Aufbaustudiengang Psychiatrie für Pflegekräfte an der Universität von Stip eingerichtet werden. ?In ihrer Ausbildung an der Universität lernen die zukünftigen Pflegekräfte zu wenig über den Umgang mit psychiatrischen Patienten?, berichtet Miloseva. Diese Wissenslücken soll nun geschlossen werden. Deshalb informierte sich die Vizerektorin, finanziell unterstützt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), im letzten Jahr in der Klinik für Psychiatrie und im cekib über die Fachweiterbildung Psychiatrie und adaptierte weite Teile des Lehrplans für den Aufbaustudiengang. |
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Zulassungsverfahren läuft
Dieser durchläuft zurzeit das nötige Zulassungsverfahren. Miloseva hofft, dass bereits im Herbst dieses Jahres die ersten Studenten an den Start gehen können. Damit wäre die Universität von Stip die erste Universität Mazedoniens, die Pflegekräften eine hochwertige Qualifizierung im Bereich Psychiatrie anbietet. ?Dies wird die Behandlung der Patienten in Mazedonien deutlich verbessern?, ist sich die Vizerektorin sicher.
In einem zweiten Schritt will Miloseva die Ausbildung des Ärztenachwuchses an ihrer Universität um die Fächer Psychosomatik, Psychoonkologie und Psychotherapie erweitern. ?Die psychischen Aspekte von Krankheit werden in Mazedonien noch viel zu wenig berücksichtigt?, erklärt sie. Auch hier hofft sie auf eine Unterstützung durch das Klinikum Nürnberg. Die Vizerektorin will Ärzte des Klinikums als Referenten für die Ausbildung gewinnen. Noch mehr liegt ihr am Herzen, dass mazedonische Ärzte zum Praktikum in die Klinik für Psychiatrie kommen können. ?Die Ärzte müssen erfahren, wie sie ihr Wissen erfolgreich im klinischen Alltag umsetzen können.?
Kooperationspartner für DAAD-Sonderprogramm ?Akademischer Neuaufbau?Erste Gespräche dazu haben bereits stattgefunden. Neuland betritt das Klinikum Nürnberg mit dieser Kooperation nicht, engagiert sich doch die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie dank der Initiative von Chefarzt Dr. Dr. Günter Niklewski und Oberärztin Dr. Kneginja Richter schon seit vielen Jahren in Mazedonien.
Zudem ist die Klinik Kooperationspartner des DAAD-Sonderprogramms ?Stabilitätspakt für Südosteuropa - Akademischer Neuaufbau?, das von Prof. Dr. Gertraud Müller von der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg geleitet wird. Das Programm stellt auch die notwendigen finanziellen Mittel für die geplante Weiterbildung zur Verfügung.
Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

