Blasenerkrankungen ? sicher diagnostizieren, schonend behandeln
Am 22. Januar informiert die Klinik für Urologie über Diagnostik und Therapie von Blasenerkrankungen. Dabei setzt Chefarzt Prof. Christian Bornhof auf minimal-invasive Verfahren.
Im Rahmen der Nürnberger Gesundheitsgespräche informiert Prof. Christian Bornhof zusammen mit Kollegen aus seiner Klinik und aus Facharztpraxen über Diagnostik und Therapie bei Blasenerkrankungen. Dabei wird es auch um innovative und bewährte Therapieansätze bei Blasenkrebs gehen. Die Informationsveranstaltung findet am 22. Januar von 18:00 bis 20:00 Uhr in der Nürnberger Akademie am Gewerbemuseumsplatz statt. Der Eintritt ist frei.
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Die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bei Blasenkrebs haben sich in den letzten Jahren enorm verbessert. So wird die überwiegende Zahl der Eingriffe heute endoskopisch durchgeführt und belasten damit den Patienten weniger als offene Eingriffe. Im Klinikum Nürnberg werden nur die großen Eingriffe, d.h. die komplette Entfernung der Blase und deren Rekonstruktion aus Teilen des Darmes, mittels eines offenen Bauchschnittes operiert. Somit entfallen von den über 330 Blasen-OPs, die jährlich in der Klinik für Urologie durchgeführt werden, rund 300 auf endoskopische Eingriffe. Blasentumore unterscheiden sich sehr. Rund 80 Prozent sind oberflächliche Tumore, die mittels Resektion (Abhobelung) leicht entfernt werden können. Schwieriger ist die Therapie bei den ?flachen? Tumoren, die aggressiver agieren und in Blasenwand und Blasenmuskel einwachsen können. Hier muss unter Umständen die gesamte Blase entfernt werden. |
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Rezidivrisiko senken
Ein wichtiges diagnostisches Mittel ist die Fluoreszenz-Zystoskopie, die auch kleinste Tumore und Krebsvorstufen sichtbar macht. ?Da der Blasenkrebs in der Regel an mehreren Stellen gleichzeitig auftritt, müssen wir Chirurgen beim Eingriff sorgfältig darauf achten, auch wirklich das gesamte Tumorgewebe abzutragen, um Rezidive möglichst zu verhindern?, erklärt Prof. Christian Bornhof, Chefarzt der Urologie im Klinikum Nürnberg. Dies werde durch den Einsatz der Fluoreszenz-Zystoskopie enorm erleichtert.
Trotzdem ist die Gefahr eines Rezidives hoch, da Blasenkrebs dazu neigt, wieder zu kommen. Um die Rezidivrate weiter zu senken, werden Medikamente, darunter das Tuberkulosemittel BCG mittels eines Katheters direkt in die Blase eingebracht. Sie senken das Risiko eines Wiederauftretens des Tumors um bis zu 40 Prozent. Trotzdem ist eine engmaschige Nachsorge unerlässlich.
Früherkennung ist wichtig
Bornhof rät, schon bei den kleinsten Hinweisen auf einen möglichen Blasentumor (Blut im Stuhl, Symptome einer Blasenentzündung, die auch unter einer Antibiotikatherapie nicht weggehen) eine Blasenspiegelung durchzuführen. ?Blasentumore im Frühstadium sind gut zu behandeln?, erklärt Bornhof.
Rauchen als Risikofaktor
Im Jahr kommt es zu 25.000 Neuerkrankungen an Blasenkrebs, davon sind Männer etwa dreimal so oft betroffen wie Frauen. Bei Männern steht Blasenkrebs an vierter Stelle der häufigsten Krebsarten, bei Frauen an achter Stelle ? mit steigender Tendenz. Schuld daran ist wahrscheinlich, dass immer mehr Frauen zur Zigarette greifen. Ist doch das Rauchen (aktiv und passiv) Risikofaktor Nummer Eins für Blasenkrebs. Daneben gibt es noch Färbemittel, die zu Blasenkrebs führen können.
Klinik für UrologieAutorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

