Strahlenschutz für Kenia
Zwei führende Professorinnen aus Kenia, Dr. Jesska Wambani und Dr. Veronika Manduku, informierten sich im Klinikum Nürnberg über Strahlenschutz im Krankenhaus.
Drei Monate, von September bis Dezember 2008, informierten sich die beiden Ärztinnen und Radiologinnen, Dr. Jesska Wambani (52) und Dr. Veronika Manduku (37) im Institut für Medizinische Physik sowie im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie über Strahlenschutz im Krankenhaus. Vermittelt wurde der Studienaufenthalt der beiden führenden Radiologinnen aus Kenia durch ein Förderprogramm der internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit dem Ziel, den Strahlenschutz in den afrikanischen Ländern zu verbessern.
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In Kenia sind die beiden Radiologinnen keine Unbekannten. Beide arbeiten als Ärztinnen im Kenyatta National Hospital der kenianischen Hauptstadt Nairobi, das mit 2.000 Betten etwa so groß ist wie das Nürnberger Klinikum. Beide sind angesehene Professorinnen der Universität Nairobi. Während Manduku zudem in der wissenschaftlichen Forschung tätig ist, vertritt Wambani die Radiologie ihres Landes in nationalen und internationalen Gremien. Drei Monate lang ließen sich die beiden von Dr. Michael Wucherer, Leiter des Instituts für Medizinische Physik, und PD Dr. Reinhard Loose, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, sowie deren Mitarbeitern in den klinischen Strahlenschutz einführen. Von den umfassenden Strahlenschutzmaßnahmen und den hohen Anforderungen der Qualitätssicherung im Klinikum Nürnberg waren Wambani und Manduku sichtlich beeindruckt. ?Hier wird wirklich alles getan, um die Strahlenexposition von Patienten und Mitarbeitern so gering wie möglich zu halten.? Vorbildhaft fanden sie auch die standardisierten Untersuchungs- und Therapieabläufe z.B. bei Krebserkrankungen oder bei Notfällen. |
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Zwar arbeite man auch in Kenia technisch und wissenschaftlich auf internationalem Niveau, doch fehle es an nationalen Strahlenschutzbestimmungen, an etablierten Qualitätssicherungssystemen und an einer kontinuierlichen Fortbildung der Mitarbeiter. Für die rechtliche und klinische Etablierung des Strahlenschutzes in Kenia wollen sich Wambani und Manduku nun einsetzen. ?Hier liegen große Aufgaben vor uns.? Beide wünschen sich eine Fortführung der Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg. ?Es wäre schön, wenn sich auf dem Gebiet der Fortbildung unserer Mitarbeiter eine Zusammenarbeit ergäbe?, hofft Wambani.
In ihrem Heimatland erwartet die beiden engagierten Radiologinnen jedoch noch eine weitaus größere Herausforderung. So sind die großen Krankenhäuser in Nairobi gut ausgestattet, doch auf dem Land mangelt es häufig noch an der nötigen medizinischen Infrastruktur. So gibt es in dem Land mit 38 Millionen Einwohnern nur 100 Radiologen, in Deutschland dagegen sind es über 7.000 Radiologen. Darüber hinaus sind die kenianischen Radiologen auch für die Nuklearmedizin und Strahlentherapie zuständig. ?Es ist eine gewaltige Herausforderung für unser Land, die Errungenschaften der modernen Medizin auch hinaus in das Land und zu den Menschen zu bringen?, so Wambani.
Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

