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Neue Herausforderungen in der Notaufnahme

Weiterbildung gegen Stresssituationen

In der Notaufnahme eines Krankenhauses kann es ziemlich hektisch werden. Insbesondere die steigenden Patientenzahlen sorgen fast rund um die Uhr für volle Behandlungsräume und Wartezimmer. In den letzten zwölf Jahren hat die Zahl der Patienten um mehr als die Hälfte zugenommen. Allein vergangenes Jahr hat das Klinikum Nürnberg 110.000 Patienten in den beiden Notaufnahmen an den Standorten Nord und Süd versorgt.

Darauf hat das Klinikum Nürnberg reagiert. In den letzten Jahren wurden die räumlichen und personellen Ressourcen an beiden Standorten deutlich ausgebaut, inzwischen arbeiten insgesamt 80 Vollzeitpflegestellen in den Notaufnahmen des Klinikums. Hinzu kommen weitere zwölf in der Notaufnahme der Kinderklinik. Für einige Krankheitsbilder hält das Klinikum hochspezialisierte Einheiten wie ein Trauma-Zentrum für Schwerstverletzte oder eine Schlaganfall-Abteilung bereit.

Fünfstufige Ersteinschätzung

Durch den demografischen Wandel steigt  auch der Anteil an älteren Patienten, die oftmals mehrere behandlungsbedürftige Erkrankungen aufweisen. „Fast jeder dritte Patient ist über 70 Jahre alt. Mehr als 40 Prozent sind unmittelbar lebensbedrohlich oder so schwer erkrankt, dass sie innerhalb von 10 Minuten einen Arzt sehen müssen“, schildert Uwe Stadelmeyer, Pflegedienstleitung in den Notaufnahmen im Klinikum Nürnberg Nord und Süd, die Situation.

Zum steigenden Aufkommen tragen aber auch Patienten bei, die ebenso gut von einem Hausarzt versorgt werden könnten. Im Klinikum ist das rund jeder Vierte. Um diese Patienten abzufangen, sind Anlaufpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung neben den Notaufnahmen eine gute Lösung, wie sie es beispielsweise im Klinikum Nürnberg Nord gibt.

 

Für das Pflegepersonal bedeutet diese Bandbreite vor allem, eine schnelle Ersteinschätzung aller Patienten vorzunehmen. Hierfür nutzt das Klinikum Nürnberg seit neun Jahren den „Emergency Severity Index“. Patienten werden in fünf Kategorien eingeteilt, die von akut lebensbedrohlich bis weniger dringlich reichen.

„Dieses Einstufungssystem kommt zum Einsatz, wenn das Patientenaufkommen die räumlichen und personellen Kapazitäten übersteigt.“, erklärt Peter Weis, pflegerische Stationsleitung der Notaufnahme im Standort Süd. „Ziel ist es, dass der richtige Patient zur richtigen Zeit die richtige Behandlung bekommt. So gesehen ist es ein gutes Zeichen, wenn man unter Umständen lange warten muss. Für die Aufgabe braucht es viel Wissen und Erfahrung.“

Ebenso anspruchsvoll ist der Umgang mit multimorbiden und dementen Patienten. Über 80-Jährige sind die am schnellsten wachsende Patientengruppe in der Notaufnahme. „Diese Menschen brauchen mehr Zeit, einen offenen Kontakt und viel Ruhe. Das Einbeziehen der Angehörigen ist hier von besonderer Bedeutung“, sagt Brigitte Stigler, die in der Notaufnahme am Standort Nord die pflegerische Leitung inne hat.

Kompaktkurs für erfahrene Pflegende

Die verantwortungsvolle Ersteinschätzung und der richtige Umgang mit verwirrten Patienten sind zwei Schwerpunkte des am Centrum für Kommunikation, Information und Bildung (cekib) im Klinikum Nürnberg entwickelten Kompaktkurses „Notfallpflege“. Der Kurs richtet sich an Pflegekräfte mit mindestens fünfjähriger Berufserfahrung in der Notaufnahme und verkürzt die zweijährige Fachweiterbildung der Deutschen Krankenhausgesellschaft auf einen 170 Stunden umfassenden Kompaktkurs. Für hauseigene Teilnehmer übernimmt das Klinikum Nürnberg die kompletten Kosten.

„Mit dem verkürzten Kurs wollen wir bei den Pflegekräften in der Notaufnahme mehr Sicherheit in herausfordernden Situationen schaffen. So reduzieren wir den Stress der Mitarbeiter und erhöhen die Versorgungsqualität“, erklärt Gudrun Kotschenreuther, Diplom-Pflegepädagogin im cekib, das Ziel der Weiterbildung. Neben Experten aus dem Klinikum sprechen auch externe Fachleute von der Polizei, dem Gesundheitsamt oder verschiedenen Rettungsdiensten. „Da alle Teilnehmer schon mindestens fünf Jahre in der Notaufnahme arbeiten, ist ein riesiger Erfahrungsschatz versammelt. Der fruchtbare Austausch schafft Netzwerke, die über den Kurs hinausgehen.“

Mit dem verkürzten Konzept nimmt das Klinikum eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Der Kurs baut auf den Fernlehrgang „Emergency Management“ auf, der im cekib seit rund zehn Jahren angeboten wird. Aufgrund der großen Nachfrage wird im Februar 2018 bereits der dritte Jahrgang den Kurs durchlaufen.

Das Centrum für Kommunikation, Information und Bildung (cekib) im Klinikum Nürnberg ist einer der bundesweit führenden Bildungsanbieter im Gesundheitswesen und verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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