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Sterblichkeitsrate im Krankenhaus Bassar senken

Klinikpartnerschaft des Klinikums Nürnberg mit dem Krankenhaus in Bassar (Togo)

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert die Klinikpartnerschaft des Klinikums Nürnberg mit dem Krankenhaus in Bassar (Togo).

Im Krankenhaus der Stadt Bassar im Norden des afrikanischen Staates Togo fehlt es an Vielem, was in den Krankenhäusern Deutschlands selbstverständlich ist. Es mangelt an so banalen Dingen wie einem funktionierenden Ultraschallgerät, sterilen Instrumenten für Operationen oder fließend Wasser, mit dem man sich vor der OP oder dem Wundverband die Hände waschen kann. Die Diagnostik ist mangelhaft, die Infektionsrate hoch, die Sterblichkeitsrate erschreckend. 

„Oft wird aufgrund unsicherer Diagnosen unnötigerweise operiert, und danach sterben die Menschen dann oft an Wundheilungsstörungen“, berichtet Rali Guemedji, die als Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Nürnberg arbeitet. Sie ist Vorsitzende und treibende Kraft des gemeinnützigen Vereins Fi Bassar e.V., der sich seit 2012 für Bildungs- und Gesundheitsprojekte in Bassar engagiert.

Prof. Dr. Achim Jockwick, Rali Guemedji, Dr. Franz Köhler, Dr. Dina Barbian (v.l.n.r.)
 

Viele Menschen sterben an Infektionen

In dem Krankenhaus mit seinen 70 Betten werden im Jahr ca. 20.000 Menschen behandelt, 2.700 davon stationär. Doch es fehlt an Sterilisatoren, Handschuhen,  sterilen Verbandsmaterial oder Spritzen. Vor allem die hohe Kaiserschnittrate von 40 Prozent treibt Guemedji, die selbst  in Togo geboren und aufgewachsen ist, um: „Viele Frauen sterben nach einem Kaiserschnitt an Blutungen oder Infektionen.“

Vor ähnlichen Problemen stehen viele Krankenhäuser in Schwellen- und Entwicklungsländern rund um den Globus. Für sie hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung im September 2016 die Initiative „Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“ auf den Weg gebracht. Sie fördert Partnerschaftsprojekte  zwischen deutschen Gesundheitsorganisationen und Partnern in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.

Für das Klinikum Nürnberg ist die Unterstützung "selbstverständlich"

Nun hat das Ministerium den gemeinsamen Förderantrag des Vereins Fi Bassar e.V. und des Klinikums Nürnberg stattgegeben und damit den Weg freigemacht für die Klinikpartnerschaft zwischen dem Klinikum Nürnberg und dem Krankenhaus in Bassar.

„Für das Klinikum Nürnberg war es selbstverständlich, diese Partnerschaft einzugehen“, betont Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg. Das Klinikum Nürnberg pflegt schon seit seiner Gründung eine Kooperation mit dem Verein Fi Bassar. „Wir haben engagierte Mitarbeiter, die die Situation vor Ort gut kennen und auf die wir uns verlassen können.“

Siebenköpfiges Team fährt in Februar nach Bassar 

Im Februar 2018 wird ein siebenköpfiges Team des Klinikums Nürnberg erstmals nach Togo reisen. „Wir haben uns für diese erste Reise kleine, realistische Ziele gesetzt“, erklärt Dr.  Franz Köhler, Anästhesist und  Projektleiter der Klinikpartnerschaft. Durch die Einführung moderner schonender OP-Techniken und Hygienemaßnahmen soll zunächst die Kaiserschnittrate und damit auch die Sterblichkeitsrate gesenkt werden. Die Ärzte wollen in den zwei Wochen zudem etwa 100 Operationen durchführen, vor allem an Patienten, die sich eine Behandlung nicht leisten können. Alles in allem wartet ein straffes Tagesprogramm auf die deutschen Helfer.

Mit an Bord sind Ärztinnen und Ärzte der Fachrichtungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Anästhesie, eine Hebamme sowie zwei Krankenschwestern, die sich als Muttersprachlerinnen vor allem um die Organisation und Übersetzung kümmern werden. Ein Container, vollgeladen mit Medikamenten, Narkosemitteln und sterilen Instrumenten ist schon unterwegs nach Togo. Mit dabei zwei nagelneue Medizingeräte: ein Wehenschreiber, gespendet von der action medeor, und ein modernes Ultraschallgerät für eine bessere Diagnostik. Ein weiterer Schwerpunkt werden Hygieneschulungen sein, die Guemedji schon seit 2013 regelmäßig vor Ort durchführt.

Mit Nachhaltigkeit überzeugt 

15.000 Euro Fördergelder bei einer Laufzeit von 18 Monaten hat das BMZ zugesagt, bei einer maximalen Fördersumme 50.000 Euro. Ein kleines Budget, aber immerhin ein Anfang. „Als kleiner Antragsteller konnte Fi Bassar das Ministerium durch seine gelebte Nachhaltigkeit überzeugen“, erläutert Dr. Dina Barbian, Leiterin des Instituts für Nachhaltigkeit, Nürnberg und Lehrbeauftragte für Nachhaltigkeitsmanagement und –ökonomie. Sie berät den Verein schon seit dessen Gründung in allen Fragen zur nachhaltigen und langfristigen Umsetzung der Projekte. „Bildung und Gesundheit sind die Eckpfeiler der Nachhaltigkeit auch für die UN, und genau in diesen Bereichen engagiert sich der Verein.“

Gestärkt wird die Nachhaltigkeit durch die digitalen Medien „Wir werden nach unserem Aufenthalt über WhatsApp, E-Mail  und Konferenzen über Skype Kontakt zu den Ärzten in Bassar halten und Ihnen beratend zur Seite stehen“, so Köhler. Alle Beteiligten hoffen darauf, dass die Klinikpartnerschaft in einer zweiten Förderphase abermals  vom BMZ unterstützt wird.

Spenden sind willkommen 

Derweil sucht der Verein weiter nach Spendern und Förderern, um das Krankenhaus in einem der ärmsten Länder der Welt voran zu bringen und die Sterblichkeitsrate deutlich zu senken.

Spendenkonto von Fi Bassar e.V.: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE39 7002 0500 0009 8165 00, BIC: BFSW DE 33 MUE.

Autorin/Autor: D. Strahler, Unternehmenskommunikation

 
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