Fracture Liaison Service Nurse

Deutliche Verbesserungen bei der Therapie der Osteoporose

Osteoporose ist die häufigste Ursache von Knochenbrüchen im Alter. Im Klinikum Nürnberg ist nun eine speziell geschulte Fracture Liaison Service Nurse im Einsatz, was zu deutlichen Verbesserungen bei der Therapie führt.

Ein Knochenbruch im Alter kann dramatische Folgen haben: Viele der betroffenen Menschen stürzen kurz darauf wieder, sie können sich nicht mehr selbstständig zu Hause versorgen und werden zum Pflegefall, so mancher verstirbt innerhalt eines Jahres nach dem Bruch. 

"Nur jeder fünfte erhält eine spezifische Therapie"

Osteoporose, der altersbedingte Abbau von Knochengewebe, ist die häufigste Ursache für Knochenbrüche bei alten Menschen. 330.000 von ihnen werden deswegen jährlich in Deutschland behandelt, bis 2030 wird sich diese Zahl noch verdoppeln. Doch die Behandlung von Osteoporose-Patienten ist immer noch unbefriedigend: Die Krankheit wird viel zu selten diagnostiziert und fachgerecht behandelt. 

Prof. Dr. Markus Gosch, Prof. Dr. Hermann-Josef Bail, Melanie Erlekampf
 

„Von sechs Millionen Betroffenen in Deutschland erhält nur jeder Fünfte eine spezifische Therapie“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Markus Gosch, Chefarzt der Klinik für Geriatrie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Klinikum Nürnberg. Ähnlich zeigt sich die Situation in ganz Europa und weltweit.

Fracture Liaison Service Nurse berät Patienten

Um die Behandlung dieser Patientengruppe zu verbessern, geht das Klinikum Nürnberg neue Wege: Mit Unterstützung der Friedl und Theo Schöller-Stiftung wurde im Klinikum Nürnberg Nord eine Fracture Liaison Service Nurse (FLS) ausgebildet, die im Rahmen einer zweijährigen Studie seit April 2017 Osteoporose-Patienten betreut. Internationale Studien haben gezeigt, dass die Behandlung der Osteoporose durch den Einsatz spezialisierter Pflegekräfte, sogenannter Fracture Liaison Service Nurses (FLS), signifikant verbessert werden kann.

Melanie Erlekampf, die FLS-Nurse des Klinikums Nürnberg, hat seit April bereits 160 Patienten, die wegen eines altersbedingten Knochenbruchs im Klinikum Nürnberg behandelt wurden, auf ihr Osteoporoserisiko überprüft und sie im Hinblick u.a. auf Sturzrisiko, Ernährung, Krankengymnastik oder Einnahme von Vitamin D und Calcium beraten. „Den Patienten und Angehörigen fehlt oft das Grundwissen zur Krankheit, weshalb das Beratungsangebot gerne angenommen wird“, berichtet sie.

Lässt sich die Krankheit in einem frühen Stadien mit viel Bewegung, einer gesunden Ernährung und Vitamin D- und Calcium-Einnahme in Schach halten, so empfiehlt sich im fortgeschrittenen Stadium eine medikamentöse Behandlung.  Ihre Empfehlungen passt Erlekampf daher individuell dem jeweiligen Krankheitsfortschritt, der persönlichen Belastbarkeit und der Lebenssituation des Patienten an.  Drei Monate später ruft sie noch einmal an, um  im Rahmen der Studie zum Fracture Liaison Service zu überprüfen, inwieweit ihre Empfehlungen den Senioren hilfreich waren.

Die medikamentöse Therapie beginnt bereits im Krankenhaus

Doch die FLS-Nurse berät nicht nur die Patienten, sondern ermittelt auch das Osteoporose-Risiko der Patienten anhand standardisierter Daten und gibt diese an die behandelnden Stationsärzte weitern. „Dadurch erhalten heute 70 Prozent  unserer Patienten mit Altersfrakturen eine spezifische Osteoporosebehandlung“, betont Gosch. Bisher lag der Prozentsatz im Klinikum Nürnberg – wie in ganz Deutschland – bei 15 Prozent.

Bei der Behandlung von Altersfrakturen stehen die Akuttherapie z.B. mit winkelstabilen Implantaten, die Vermeidung von Komplikationen, die frühzeitige Mobilisierung sowie die Sturzprophylaxe im Mittelpunkt. Dafür arbeiten die Geriater und Unfallchirrugen des Klinikums im zertifizierten Alterstraumzentrum eng zusammen. Angesichts der komplexen akuten Behandlungssituation bei multimorbiden älteren Patienten "kommt in einem Krankenhaus die Behandlung der Grunderkrankung schnell zu kurz“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Hermann-Josef Bail, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Klinikum Nürnberg.

Diese Zeiten sind im Klinikum Nürnberg nun Vergangenheit: Heute wird bei Bedarf schon während des stationären Aufenthalts mit der medikamentösen Therapie begonnen, der behandelnde Hausarzt wird im Arztbrief über die eingeleitete Therapie informiert. Durch eine konsequente medikamentöse Therapie lässt sich bei Hochrisikopatienten das Risiko einer erneuten Fraktur um 30 Prozent senken.

 

Autorin/Autor: Strahler, Unternehmenskommunikation

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren