Tanzen für die grauen Zellen

Theo und Friedl Schöller-Preis 2017

„Glück und Unglück im Alter“ lautete der Titel des diesjährigen Schöller-Symposiums für Altersmedizin. Für viele Menschen bedeutet Glück im Alter vor allem körperliche und geistige Gesundheit. Wer im Kopf fit bleibt, ist laut Umfragen sogar zufriedener als jüngere Menschen.

Besonders geeignet für einen fröhlichen Lebensabend ist das Tanzen. Ein Magdeburger Forscherteam um Prof. Notger Müller (m.), Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, konnte in einer Studie die spezifische Wirkung des Tanzes in der Demenzprävention und Sturzprophylaxe nachweisen und erhält dafür den Theo und Friedl Schöller-Preis 2017. Er ist mit 20.000 Euro der höchstdotierte Wissenschaftspreis für Altersmedizin in Deutschland.

 

Die Wissenschaftler bildeten in der Studie zwei Gruppen mit jeweils 30 Senioren zwischen 65 und 80 Jahren. Eine Gruppe nahm für 18 Monate mehrmals in der Woche an einem Tanzkurs teil, die Kontrollgruppe hielt sich mit normalem Seniorensport fit. Im Ergebnis zeigten die Tänzer spürbar bessere Ergebnisse im kognitiven Bereich und konnte besser das Gleichgewicht halten.

Prävention gegen Demenz

„Die Kombination aus sportlicher Bewegung, Konzentration auf die richtige Schrittfolge und sozialer Interaktion lässt im Gehirn neue Nervenzellen entstehen“, fasst Müller zusammen. Neurologische Untersuchungen zeigten insbesondere einen positiven Einfluss auf den Hippocampus, der für die Gedächtniskonsolidierung, also die Übertragung vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis, wichtig ist.

Demenz und andere neurodegenerative Erkrankungen lassen sich bislang nicht gänzlich heilen. Die klinischen Ergebnisse neuentwickelter Medikamente blieben in den letzten Jahren hinter den Erwartungen der Wissenschaftler zurück. „Umso wichtiger ist die Prävention, um den Eintritt kognitiver Defizite zeitlich möglichst weit nach hinten zu schieben“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Frank Erbguth (l.), Ärztliche Leitung der Klinik für Neurologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg. „Dafür kann Tanzen ein wertvoller Baustein sein. Mit einer gesunden Ernährung, wenig Stress und Bewegung lässt sich das Risiko für Demenz um etwa 30 Prozent mindern.“

Der Theo und Friedl Schöller-Preis wird jedes Jahr im Rahmen des Dr. Theo Schöller-Symposiums verliehen und prämiert herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Altersforschung. Das Schöller-Symposium wird gemeinsam vom Zentrum für Altersmedizin im Klinikum Nürnberg und der gemeinnützigen Theo und Friedl Schöller-Stiftung organisiert, um in der Bevölkerung ein größeres Bewusstsein für die Bedürfnisse älterer Menschen zu schaffen und über aktuelle Entwicklungen in der Altersmedizin zu informieren.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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