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Ärzte zeichnen Landkarte des Gehirns im Kampf gegen Hirntumore

Neues Verfahren in der Neurochirurgie

Der Hirntumor ist eine seltene, aber gefürchtete Erkrankung. Jedes Jahr wird bei etwa 6.800 Menschen in Deutschland eine bösartige Wucherung im Gehirn diagnostiziert, das sogenannte Glioblastom. Das entspricht rund zwei Prozent der Krebs-Neuerkrankungen.

Um den Hirntumor sicher entfernen zu können, sind umfangreiche Voruntersuchungen nötig. Das Klinikum Nürnberg setzt dabei unter anderem die sogenannte navigierte Transkranielle Magnetstimulation ein, um die Lage wichtiger Funktionszentren millimetergenau zu lokalisieren.

Oft liegt der Tumor nah an wichtigen Hirnarealen oder umwächst sie sogar, wie beispielsweise das Sprach- oder Bewegungszentrum. Das chirurgische Entfernen des Tumors ist dann mit dem Risiko verbunden, diese Funktionen zu beschädigen. Lähmungen oder Sprachausfälle können die Folge sein.

Verfahren macht manche OP erst möglich

Beim Einsatz der navigierten Transkraniellen Magnetstimulation bündelt das High-Tech-Gerät Magnetwellen und kann so gezielt bestimmte Hirnareale stimulieren. Treffen die Impulse etwa auf das Bewegungszentrum der linken Hand, spürt der Patient ein Zucken im Daumen. Sobald die an der Hand aufgeklebten Mess-Elektroden die Muskelreaktion aufzeichnen, markiert das Gerät die im Gehirn stimulierte Stelle auf den eingespielten dreidimensionalen Magnetresonanz-Aufnahmen. Zeitlich aufwendiger, aber vom Prinzip identisch, lässt sich auch das Sprachzentrum abbilden. Das Verfahren ist in beiden Fällen schmerzfrei und ohne Narkose möglich.

„Auf diese Weise zeichnen wir Stück für Stück eine Landkarte des Gehirns“, schildert Dr. Michael Schrey, Oberarzt in der Klinik für Neurochirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg, der die Arbeitsgruppe „navigierte Transkranielle Magnetstimulation“ leitet. Die Ärzte erkennen, wie viel Platz zwischen dem Tumor und dem funktionalen Gewebe bleibt. „Schon bei einigen Patienten haben wir uns nach der Untersuchung für eine Operation entschieden, die vorher zu riskant schien.“

Ursachen weitgehend unbekannt

Die gesammelten Daten können sich die Chirurgen während der Operation ins Mikroskop einblenden und sich so sicher durch das Hirngewebe navigieren lassen. „Es ist wichtig, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. Umso besser ist die Prognose für den Patienten. Moderne Technik ist dabei eine große Hilfe“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Hans-Herbert Steiner, Ärztliche Leitung der Klinik für Neurochirurgie.

Im vergangenen Jahr operierten die Neurochirurgen im Klinikum Nürnberg 250 Patienten mit Hirntumor. Heimtückisch macht die Krankheit, dass die bösartigen Glioblastome mit der Zeit erneut wachsen. „Nur wenige Patienten überleben nach der ersten Diagnose länger als zehn Jahre“, sagt Steiner. Häufig wachsen die Tumore lange Zeit unbemerkt, bevor sie Beschwerden verursachen. Häufige Symptome eines Glioblastoms sind Krampfanfälle, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Lähmungen.

Anders als in der Öffentlichkeit immer wieder dargestellt, gibt es keine gesicherten Erkenntnisse über die Ursachen von Hirntumoren. „Handystrahlen oder andere Umwelteinflüsse erhöhen das Risiko für einen Hirntumor nicht. Auch Vererbung spielt eine sehr untergeordnete Rolle“, meint Chefarzt Steiner.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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