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Resistente Keime und Pilze - die Herausforderung der Zukunft

Prof. Dr. Jörg Steinmann ist neuer Chefarzt im Institut für Klinikhygiene und Mikrobiologie

Killerkeime, Multiresistenzen, Krankenhausinfektionen – nichts ist in einem Krankenhaus so wichtig wie die Hygiene. Bei den Krankheiten stehen Infektionen an zweiter Stelle nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weltweit sind für 25 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Als eines der ersten großen Krankenhäuser in Deutschland leistete sich das Klinikum Nürnberg daher schon vor über 25 Jahren ein eigenes Institut für Klinikhygiene.

Seit dem 1. September ist Prof. Dr. med. Jörg Steinmann neuer Chefarzt des Instituts für Klinikhygiene, Medizinische Mikrobiologie und Klinische Infektiologie, Universitätsinstitut der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Klinikum Nürnberg.

Der 39-Jährige ist in Bremen aufgewachsen, hat in Gießen Humanmedizin studiert und vollzog seine Facharztausbildung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie im Institut für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Essen, an dem er zuletzt als Oberarzt und Leiter einer eigenen Arbeitsgruppe tätig war. 

Prof. Dr. Jörg Steinmann
 

Univ. Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski,  Vorstand Medizin und Entwicklung, Klinikum Nürnberg, begründet die Entscheidung für den neuen Chefarzt mit der Erfahrung, die Steinmann aus Essen mitbringt. „Neben seiner Fachexpertise beherrscht er auch den Routinebetrieb eines Krankenhauses. Das war für uns entscheidend.“

Multiresistente Keime - die große Herausforderung

Vor allem multiresistente Keime, gegen die nur noch wenige Reserveantibiotika zur Verfügung stehen, stellen die Krankenhäuser vor große Herausforderungen. 10 Millionen Bundesbürger sollen bereits mit einem resistenten Keim infiziert sein. 2050 werden mehr Menschen an Erregern sterben als an Krebserkrankungen, so die Befürchtungen der Experten.

Zwischen 80 und 90 Prozent der Patienten mit einem resistenten Keim sind bereits vor ihrer Aufnahme im Krankenhaus infiziert; sie bringen den Keim also schon mit. Daher ist es enorm wichtig, Risikopatienten schon bei der Aufnahme zu identifizieren und den Keim schnell zu diagnostizieren, „damit die Ärzte wissen, mit welchen Antibiotika sie den Patienten gezielt behandeln können“, so Steinmann.

Neben der Wahl der richtigen Antibiotika kommt es auch auf die Dosierung an, um den Wirkstoff passgenau zu steuern. „Vor allem Reserveantibiotika haben zum Teil starke Nebenwirkungen, deren Folgen abgewogen und kontrolliert werden müssen“, erklärt Steinmann. Er ruft zum sorgfältigen Umgang mit Antibiotika und vor allem mit den Reserveantibiotika auf, damit es auch zukünftig noch Arzneimittel im Kampf gegen gefährliche Keime gibt.

Pilzinfektionen - die unterschätzte Gefahr

Ein weiterer Schwerpunkt Steinmanns sind Pilzinfektionen, deren Gefahr häufig unterschätzt werde. So harmlos Pilzinfektionen beim gesunden Menschen auch sein mögen, bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem werden sie schnell lebensbedrohlich. Bei Frühchen sowie bei schwer kranken oder immunsupprimierten Patienten können sie sich schnell in der Lunge oder in andere Organe ausbreiten und schlimmstenfalls ein Organversagen auslösen.

Einer seiner Hauptaufgaben sieht der neue Chefarzt in der Infektionsprävention, Dazu gibt es im Klinikum Nürnberg ein ganzes Bündel an Maßnahmen, vom Screening über Isolationsmaßnahmen bis hin zu Hygienefachkräften auf den Stationen, strengen Kontrollen und Schulungen. „Man darf nicht nachlassen, in Schulungen immer wieder auf die Bedeutung von Hygienemaßnahmen wie z.B. der Händedesinfektion hinzuweisen.“

Mit seiner Chefarztposition übernimmt Steinmann zugleich die Professur für Klinikhygiene an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität: „Es ist wichtig, die Klinikhygiene von Anfang an den Köpfen der Studierenden zu verankern.“ Hier wird er auch seine beiden Forschungsschwerpunkte, multiresistente Erreger und Pilzinfektionen, weiter verfolgen.

Autorin/Autor: Strahler, Unternehmenskommunikation

 
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