Erfolgreich, aber mit einem Minus

Jahresabschluss 2016

Mehr als jedes dritte große Krankenhaus in Deutschland schreibt rote Zahlen, heißt es im Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts. Gerade die finanziellen Rahmenbedingungen sowohl für den laufenden Betrieb, als auch für notwendige Investitionen machen es für sogenannte Maximalversorger schwer, mit einem guten wirtschaftlichen Ergebnis abzuschließen.

„Der oberste Auftrag des Klinikums ist die Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger der Region“, erklärt Klinikum-Vorstand Dr. Alfred Estelmann. „Die wachsende Patientenzahl an unseren beiden Standorten ist ein deutlicher Vertrauensbeweis, darum war es ein erfolgreiches Jahr.“  So behandelte das Klinikum Nürnberg, eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Europa, im Jahr 2016 erneut mehr Patienten als im Vorjahr. Die Zahl stieg um 2,5 Prozent auf 98.222 stationär versorgte Menschen, die medizinischen Leistungen nahmen um 2,0 Prozent zu.

Schwierige Rahmenbedingungen

 

Die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen machen, so Estelmann, die Übersetzung dieser Entwicklung in einen finanziellen Erfolg schwer: „Auf der einen Seite steigen die Anforderungen der Politik an die Versorgung und Vorhaltung von Leistungen, auf der anderen Seite werden die Krankenhäuser aber nicht im gleichen Maße gefördert und ihre Einnahmen bleiben gedeckelt.“ Wirtschaftlich steht demnach für das Jahr 2016 ein negatives Geschäftsergebnis von 4,2 Millionen Euro bei einem Umsatz von 536 Millionen Euro (+3,2 Prozent) unter dem Strich.
 
Trotz des schwierigen Finanzierungsrahmens investierte das Klinikum Nürnberg auch im vergangen Jahr rund 30 Millionen Euro. Am Standort Süd sind Tageskliniken für die Erwachsenen- und Jugendpsychiatrie entstanden. Im selben Neubau sind nun auch die Schule für Kranke und zwei weitere Operationssäle des Herz-Gefäß-Zentrums untergebracht. Vollständig ohne Förderung wurde außerdem eine neue Tiefgarage mit kurzen Wegen zu Notaufnahme und Geburtshilfe finanziert. Am Standort Nord wurde in die Anschaffung eines hochmodernen Operationsroboters und eines fokussierten Ultraschallgeräts für Prostata-Operationen investiert.
 
Politik in der Pflicht
 
Beim Personal stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent. Dies ist zum einen auf neue Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst, zum anderen auf eine Aufstockung der Belegschaft zurückzuführen. Seit 2008 hat die Zahl der Mitarbeiter um 24,5 Prozent auf nun 6.976 zugenommen. Der Frauenanteil liegt insgesamt bei 73,3 Prozent, im ärztlichen Bereich bei 50,1 Prozent.
 
Außerdem wurde mit den Anästhesietechnischen Assistenten ein weiterer Ausbildungsberuf im Klinikum geschaffen, nächstes Jahr kommt noch die Hebammen-Ausbildung hinzu. „Wir wollen unser Leistungsangebot weiter ausbauen sowie den medizinischen und pflegerischen Nachwuchs sicherstellen“, begründet Estelmann die personalpolitische Ausrichtung. Jedes Jahr stellt das Klinikum Nürnberg rund 180 neue Ärzte ein, die sich in der Zukunft auch aus den Absolventen der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität rekrutieren sollen.
 
Damit sich die wirtschaftliche Lage von großen Krankenhäusern der Maximalversorgung bessert, nimmt Estelmann die Politik in die Pflicht: „Wir brauchen eine Refinanzierung der Kostensteigerungen und eine leistungsgerechte Vergütung unserer umfangreichen Notfallversorgung.“ Die Krankenhäuser benötigten „aber nicht Worte, sondern Taten“. Daran werde die neue Bundesregierung gemessen.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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