Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> Pressemitteilungen >> Herzklappen-Operation beim alten Menschen

Herzklappen-Operation beim alten Menschen

Gemeinsame Studie des Zentrums für Altersmedizin mit der Kardiologie und Herzchirurgie

„Unser Zentrum ist ein einmaliges Leuchtturmprojekt im deutschsprachigen Raum“, betont Univ.-Prof. Dr. med. univ. Markus Gosch (2.v.l.), Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2, Schwerpunkt Geriatrie im Klinikum Nürnberg. Seit nunmehr 14 Jahren arbeiten im Zentrum für Altersmedizin im Klinikum Nürnberg die Kliniken für Geriatrie, Neurologie und Psychiatrie intensiv und eng zusammen. Besonderes Augenmerk legen Gosch und seine Kollegen auf die Wechselwirkung von körperlichem und geistigem Zustand der Patienten und wie eine individuell angestimmte Therapie darauf eingehen kann.

Mit dieser gelebten Zusammenarbeit legt die Geriatrie im Klinikum die Grundlage für die Teilnahme an großangelegten Studien. Aktuell werden gemeinsam mit den Kliniken für Kardiologie und Herzchirurgie in den kommenden drei Jahren Möglichkeiten ausgelotet, wie die Langzeitergebnisse bei älteren Patienten mit Herzklappen-Operationen verbessert werden können. Neben dem innovativen Konzept handelt es sich mit angestrebten 300 Patienten um eine der größten Studien zum Herzklappenersatz bei alten Menschen.

 

Offenes oder invasives Verfahren

„Inzwischen ist über die Hälfte unsere Patienten 70 Jahre und älter, fast jeder siebte ist über 80“, konstatiert Prof. Dr. Theodor Fischlein (r.), Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität im Klinikum Nürnberg. Jede Woche trifft er sich mit Prof. Dr. Matthias Pauschinger (2.v.r.), Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 8, Schwerpunkt Kardiologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität im Klinikum Nürnberg, um die Behandlung von herzkranken Patienten zu planen.

Dabei geht es vor allem um die Entscheidung, den Eingriff offen oder über einen Herzkatheter durchzuführen. „Wir beurteilen anhand von Scoring-Werten, wie belastbar die Patienten sind.“, erklärt Pauschinger. „Das offene Verfahren bringt ein funktional besseres Ergebnis, bedeutet für den Patienten aber eine deutlich größere Belastung. Der invasive Einsatz eines Katheters ist schonender, die neue Klappe aber weniger leistungsfähig. Gerade bei älteren Menschen ist die Abschätzung oft eine Gradwanderung.“

An diesem Punkt setzt die von der Theo und Friedl Schöller-Stiftung mit 100.000 Euro im Jahr geförderte Studie an. In Dreimonats-Abständen werden die 300 Patienten nach der Operation ein Jahr lang untersucht, dabei werden die klinischen Ergebnisse der Herz-OP mit dem geriatischen Befund in Zusammenhang gebracht.

 „Die Geriatrie hat ganz andere Messmethoden für die Belastbarkeit von Patienten“, erklärt Fischlein die Zusammenarbeit. Der Herzchirurg erwartet, anhand der Ergebnisse bessere Voraussagen für die Wahl der Operationsmethode treffen zu können: „Mein Ziel ist die Entwicklung eines Rasters, wo der Patient anhand bestimmter Kriterien wie Alter, Demenz oder Gebrechlichkeit eingruppiert wird. So reduzieren wir das Risiko für Komplikationen und erhöhen die Patientensicherheit.“

Delegation aus der Steiermark

Die erworbene Expertise des Nürnberger Zentrums für Altersmedizin ist inzwischen weit über die Grenzen Frankens anerkannt. Darum besucht derzeit eine Delegation aus der Steiermark, angeführt vom dortigen Gesundheitsminister und Landesrat Dr. Christoph Drexler, das Klinikum Nürnberg und informiert sich vor Ort über das zukunftsweisende Konzept. „Wer sich in der Geriatrie weiterbilden will, muss nach Nürnberg kommen“, lobt Dr. Peter Mrak (l.), Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Akutgeriatrie der steiermärkischen Krankenanstalten GmbH.

Bereits seit einem Jahr steht er in Kontakt mit Chefarzt Gosch, der sich sehr über das Interesse aus Österreich freut: „So etwas ist natürlich immer auch Ansporn, noch besser zu werden. Außerdem gibt der Austausch Anlass, seine Arbeit aus einer anderen Perspektive zu hinterfragen.“

Autorin/Autor: Daniel Voigt, Unternehmenskommunikation

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren