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Langfristige Sicherung der wohnortnahen Krankenhausversorgung im Nürnberger Land

Strukturentscheidung im Nürnberger Land - Verlagerung der Betten von Hersbruck nach Lauf

Um die wohnortnahe Krankenhausversorgung der Bevölkerung im gesamten Landkreis Nürnberger Land langfristig verlässlich zu sichern, wird die Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH (KNL GmbH) den Standort Lauf in den nächsten Jahren ausbauen und profilieren. Konnte der Standort Hersbruck aufgrund des hohen Engagements der Beschäftigten und der Belegärzte bislang aufrechterhalten werden, so bleibt mit Blick auf die strukturellen Vorgaben und die gesetzlichen Rahmenbedingungen keine Alternative zur Zusammenführung der Betten in Lauf. Auch die schlechte bauliche Infrastruktur des Krankenhauses Hersbruck ist ein Grund für diese Entscheidung.

In ca. vier bis fünf Jahren werden daher die Betten aus Hersbruck nach Lauf verlagert, sobald die dafür erforderlichen baulichen Voraussetzungen geschaffen sind. „Wir wollen rechtzeitig die Weichen für die Zukunft stellen, bevor wir negative Folgen eines weiteren Hinauszögerns dieser Entscheidung zu spüren bekommen“, betont Dr. Michael Hitzschke, Geschäftsführer der KNL GmbH.

Ziel der Krankenhäuser Nürnberger Land (KNL) GmbH war und ist es, das bestehende Angebot der Grund- und Regelversorgung dauerhaft sicherzustellen und nach und nach gezielt um Schwerpunkte zu erweitern. Dies geschah an allen drei Standorten. Im letzten Jahr  wurden in den drei Krankenhäusern insgesamt 15.716 Patienten stationär behandelt, dazu kamen noch einmal so viele ambulante Patienten. „Das ist ein klarer Vertrauensbeweis der Bürger für die drei Krankenhäuser“, erläutert Hitzschke.

Um die medizinische Qualität und Leistung der Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung des Landkreises Nürnberger Land auf Dauer sicherzustellen, werden in ca. vier bis fünf Jahren die Betten aus dem Krankenhaus Hersbruck in das nur ca. 12 Kilometer entfernte Krankenhaus Lauf verlagert. „Das bedeutet nicht nur eine klare Aufwertung des Standorts Lauf, mit einem größeren, modernen Krankenhausstandort werden wir auch attraktiver bei der Rekrutierung von hochqualifiziertem Personal“, betont der KNL-Geschäftsführer. Das ist in Zeiten des Fachkräftemangels ein ausschlaggebendes Plus.

Krankenhaus Lauf
 

Fehlende Perspektive für den Standort Hersbruck

Grund für die Entscheidung der Bettenverlagerung ins Krankenhaus Lauf sind vor allen Dingen die seit Jahren vom Gesetzgeber forcierten Konzentrationsprozesse hin zu größeren Einheiten, um teure Doppelstrukturen abzubauen. „Kleinere Einheiten werden nicht mehr in der Lage sein, aktuelle und künftige gesetzliche Strukturvorgaben beispielsweise in der Notfallversorgung zu erfüllen“, betont Hitzschke.

Die Konsequenzen zeigen sich bereits deutlich in der deutschen Krankenhauslandschaft. Gab es im Jahr 2000 in Deutschland noch 2.242 Krankenhäuser, fiel deren Zahl 2013 erstmals unter die Marke von 2.000. Ende 2015 waren es noch 1.956 Kliniken mit 499.351 Betten, Tendenz fallend, in denen 19 Millionen Menschen behandelt wurden, Tendenz steigend.

Anlass für die Entscheidung, Betten nach Lauf zu verlagern, ist aber auch der schlechte bauliche Zustand des Krankenhauses Hersbruck. Eine dringend notwendige grundlegende Sanierung der vorhandenen baulichen Infrastruktur ist, so Hitzschke, „nicht zielführend“. Ein moderner Krankenhausbetrieb, der auch zukünftigen Anforderungen entspricht und eine effiziente Betriebsführung ermöglicht, ist demnach im vorhandenen Bestand nicht möglich. Ein Neubau würde den gesamten Krankenhausverbund in eine nicht zu verantwortende Schieflage bringen, da ein nicht unerheblicher Teil über Eigenmittel zu finanzieren wäre. Außerdem hat sich gezeigt, dass ein Krankenhaus in dieser Größenordnung den zunehmenden Strukturvorgaben nicht im erforderlichen Umfang gerecht werden und unter ökonomischen Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich betrieben werden kann.

Krankenhaus Hersbruck

Am 2. Januar 1907 wurde das Krankenhaus Hersbruck am Fuße des Steinberges errichtet. 1954 wurde das Haus durch einen Anbau erstmals erweitert. Seinen größten Strukturwandel erlebte es von 1979 bis 1989. In dieser Zeit erhielt das Krankenhaus einen Anbau für eine Operationsabteilung, eine Zentralsterilisation, eine Intensivstation mit zentraler Überwachung sowie 28 Krankenzimmer. Im Altbaubereich befinden sich die Eingriffsräume, Röntgen und die physikalische Therapie sowie die chirurgische Praxis.

Im Krankenhaus Hersbruck gibt es Abteilungen, die jeweils von Belegärzten und Konsilärzten geführt werden, sowie eine Bereitschaftspraxis der Hersbrucker Ärzteschaft. Das Krankenhaus verfügt über 60 Betten. Etwa ein Drittel der Patienten kommt direkt aus der Stadt Hersbruck, viele Patienten kommen aus der näheren Umgebung von Lauf.

„Die Belegärzte und Kooperationspartner haben und werden weiterhin einen großartigen Einsatz im Krankenhaus Hersbruck zeigen. Die Doppelbelastung Krankenhaus und Praxis ist schon ein großer Kraftakt, den sie auf sich genommen haben“, betont Hitzschke. Mögliche Fachärzte als Nachfolger zu finden, die auch eine Belegarzttätigkeit übernehmen, ist kaum noch möglich. Der Geschäftsführer hat allen Belegärzten und Konsilärzten ein Angebot unterbreitet, mit den Krankenhäusern Nürnberger Land am Standort  Lauf weiterhin eng zusammenzuarbeiten.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Durch die Zusammenlegung der Standorte Lauf und Hersbruck werden keine Versorgungslücken für die Bevölkerung in Hersbruck entstehen. Bei einer Entfernung von ca. 12 Kilometern zwischen beiden Standorten werden die Wege für Patienten und ihre Angehörigen sowie für die Beschäftigten nur etwas länger.

Der Geschäftsführer schließt betriebsbedingte Kündigungen aus: „Unser hoch qualifiziertes Personal wird in unserem Krankenhausverbund weiterhin gebraucht.“

Zeitlicher Ablauf

Die Verlagerung der Betten des Krankenhauses Hersbruck nach Lauf geschieht sobald in Lauf die baulichen Voraussetzungen geschaffen sind, was einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren in Anspruch nehmen wird.

Die KNL GmbH nutzt diese Zeit, um gemeinsam mit dem Landkreis Nürnberger Land und der Stadt Hersbruck Möglichkeiten der Nachnutzung für den Standort zu suchen, von der die Stadt und ihre Bürger profitieren können.

Harter, aber wichtiger Schritt

„Es ist uns klar, dass dieser Schritt für Hersbruck nicht leicht ist, aber es ist der einzige Weg, um die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung des Landkreises Nürnberger Land auf hohem Niveau dauerhaft zu garantieren und zu stärken“, betont Dr. Alfred Estelmann, Vorstand des Klinikums Nürnberg.

 

 

Autorin/Autor: Bernd Siegler, Unternehmenskommunikation

 
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