Zentrum für Verbrennungsbehandlung

Die fachgerechte Behandlung von Brandverletzungen durch Feuer, Verbrühungen, Explosionen, Chemikalien oder Elektrizität stellt hohe Anforderungen an Medizinerinnen und Mediziner. Das gilt nicht nur für schwere Brandverletzungen. Kleine Verbrennungen im Gesicht oder an den Händen werden von Laien oder weniger erfahrenen Ärzten leicht unterschätzt, da tieferliegende Verletzungen an der Oberfläche oft relativ harmlos aussehen.

Eine qualifizierte Begutachtung und Behandlung ist daher sehr wichtig. Prof. Dr. Bert Reichert, Chefarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, will mit seinen Kollegen die Behandlung von Verbrennungsopfern und die Unfallprävention verbessern. Zu diesem Zweck haben sich nun drei Kliniken des Klinikums Nürnberg zum interdisziplinären „Nuremberg Burn Centre“ (Zentrum für Verbrennungsbehandlung) zusammengeschlossen. Neben der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte sind die Klinik für Kinderchirurgie und die Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin beteiligt. Zusätzlich ist das neue Zentrum gemeinsam mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in der Forschung aktiv. Schwerpunkte sind verbesserte Aussagen über den Schweregrad von Verbrennungen, haltbarere Verbandmaterialien und die Entwicklung moderner Behandlungsmethoden.

Die European Burn Association (EBA) hat die neue Struktur im Klinikum Nürnberg nach strengen Richtlinien erfolgreich geprüft. „Kriterien sind beispielsweise eine Mindestanzahl an Patienten, ein eigens bereitgehaltener OP-Saal und ein ausgestattetes Verbrennungsbad“, erläutert Prof. Dr. Axel Junger, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. In Deutschland wurde bislang neben Nürnberg nur das Klinikum in Hannover von der EBA erfolgreich geprüft. Eine Besonderheit in Nürnberg ist, dass in die Anerkennung des EBA die Behandlung von schwerbrandverletzten Kindern mit einbezogen ist. Das Klinikum ist bundesweit bislang das einzige Zentrum mit diesem Zusatz.

 

Obwohl das „Nuremberg Burn Centre“ aus der Expertise mit Schwerbrandverletzten entstand, richtet sich das neue Zentrum an alle Verbrennungsgrade. „Die Erfahrung für leichtere Verbrennungen ist dort am größten, wo viele schwere Verbrennungen behandelt werden“, erklärt Prof. Dr. Reichert. „Verdächtig sind vor allem Verbrennungen, die nicht schmerzen. Das ist ein Anzeichen dafür, dass tieferlegende Nerven beschädigt sind. Außerdem sollten Patienten dringend zu uns kommen, wenn die Wunde nach zwei Wochen noch nicht verheilt ist.“

Dr. Karl Bodenschatz, Univ.-Prof. Dr. Bert Reichert und Prof. Dr. Axel Junger (v.r.n.l.)
 

Gerade die Zeit kurz nach einem Unfall ist für eine gute Genesung wesentlich, wie Prof. Dr. Reichert erklärt: „Wenn Patienten gleich zu uns kommen, haben wir weniger Bakterien auf der geschädigten Haut. Außerdem können wir bei schneller Reaktion mehr Gewebe retten.“

Dr. Karl Bodenschatz, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie, liegt vor allem die Prävention am Herzen: „Die besten Brandverletzungen sind die, die vermieden werden. Mit relativ einfachen Mitteln wie einem Herdgitter lässt sich gut vorbeugen, dass Kinder sich nicht verbrühen. Darum wollen wir die gute Aufklärungsarbeit der letzten Jahre im Klinikum fortsetzen und intensivieren.“ Gerade bei Kindern können Verbrühungen schnell lebensgefährlich werden, da die Gesamtfläche des Körpers kleiner ist. Im Notfall rät Dr. Bodenschatz, die heiße Kleidung sofort auszuziehen, einen kurzen Notruf abzusetzen und die betroffene Stelle zu kühlen: „Das Kühlwasser sollte aber nicht zu kalt sein, unter 15 Grad Wassertemperatur droht sonst eine Unterkühlung.“

Bei allen Arten von schwereren Verbrennungen ist eine langwierige und kooperative Behandlung geboten. Neben den drei am neuen „Nuremberg Burn Centre“ beteiligten Kliniken sind im weiteren Verlauf Psychologen, Physiologen und Ergotherapeuten unabdingbar. „Unfälle mit Verbrennungen ziehen ein erhebliches Trauma nach sich. Die Patienten erleben die Situation wieder und wieder im Kopf. Insbesondere bei Kindern machen sich die Eltern riesige Vorwürfe. Die  Psychologen des Klinikums behandeln die ganze Familie“, erklärt Prof. Dr. Junger. Für die Psyche der Patienten können auch spätere kosmetische Verbesserungen hilfreich sein. „Viele wissen gar nicht, dass Brandnarben gut korrigiert werden können“, weist Prof. Dr. Reichert auf neue Möglichkeiten in der Chirurgie hin. „Das gilt sowohl für die Beweglichkeit der Haut, als auch für die Erscheinung.“

Patienten mit leichten Verbrennungen können sich für eine Begutachtung mit ihrer Versichertenkarte ohne Termin im Ambulanten BehandlungsCentrum (ABC) im Klinikum Nord vorstellen. Die weitere Behandlung erfolgt dann entweder weiter ambulant oder, sofern eine tiefergehende Verletzung erkannt wird, im neuen Zentrum für Verbrennungsbehandlung.

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
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