Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> Pressemitteilungen >> Welche Mechanismen verhindern eine effektive Immuntherapie bei Krebs?

Welche Mechanismen verhindern eine effektive Immuntherapie bei Krebs?

Stipendienpreis der W. Lutz-Stiftung für Nürnberger Wissenschaftler der Paracelsus Universität

Moderne Immuntherapien sind Hoffnungsträger. Sie bieten neue Perspektiven für die Behandlung bösartiger Tumore. Das  Immunsystem des Körpers wird angeregt, den Tumor zu erkennen und effektiv zu bekämpfen. In den letzten Jahren wurden bei einigen Tumorarten beachtliche Fortschritte erzielt, z.B. bei der Behandlung des malignen Melanoms, des schwarzen Hautkrebs. Mit Antikörpern, die gezielt die Aktivität von Immunzellen steigern, konnte das Tumorwachstum bei einigen Patienten langfristig zum Stillstand gebracht werden. Weitere vielversprechende Ansätze und deren Mechanismen müssen vor der Erprobung an Patienten noch wissenschaftlich untersucht werden. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, warum Therapien bei manchen Patienten anschlagen, und bei anderen nicht.

Eine Forschergruppe des Klinikums Nürnberg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg arbeitet daran, effektive und verträgliche immuntherapeutische Verfahren gegen Krebs zu entwickeln und zu verbessern. Das Ziel der Nürnberger Forscher ist es, die Aktivität spezieller Immunzellen, die sich gegen Tumore richten, zu steigern. Bei den Immunzellen handelt es sich um so genannte Gamma-Delta-T-Lymphozyten. Diese Zellen stehen u.a. in Wechselwirkung mit einem wichtigen Botenstoff des Immunsystems, der das Gefäßwachstum in Tumoren fördert, dem „Vascular Endothelial Growth Factor“ (VEGF).

Stipendium der W. Lutz-Stiftung ist mit 10.000 Euro dotiert

Dr. Timm Höres, Arzt in der Medizinischen Klinik 5, Klinik für Innere Medizin 5, Schwerpunkt Onkologie/Hämatologie, Klinikum Nürnberg, wurde für das Forschungsprojekt zur Immuntherapie mit dem Stipendienpreis der W. Lutz Stiftung 2016 ausgezeichnet. Die Entschlüsselung der grundlegenden Mechanismen, mit denen sich das Projekt beschäftigt, hat für mehrere bösartige Tumorarten und deren Immuntherapie Bedeutung.

 

Die Stiftung ging aus dem Nachlass des oberfränkischen Unternehmers Wolfgang Lutz hervor. Zur Förderung der Krebsforschung vergibt sie jährlich ein Stipendium, das mit 10.000 Euro dotiert ist. „Das Projekt von Dr. Höres wurde ausgezeichnet, weil es wichtige Mechanismen für die Verbesserung innovativer Krebstherapien untersucht. Es freut uns sehr, dass wir mit dem Preis einen engagierten jungen Forscher in unserer Region unterstützen können“, erklärt Dr. Stefan Oppermann, W. Lutz-Stiftung.

Stipendienpreis der W. Lutz-Stiftung
 

Gamma-Delta-T-Lymphozyten zeigen im Labor ausgeprägte Anti-Tumor-Eigenschaften. Ihre Aktivierung hat beim Menschen keine schweren Nebenwirkungen gezeigt. Sie haben die Fähigkeit, Tumore anhand von Stresssignalen zu identifizieren, sind ohne weitere Stimulation jedoch zu schwach für eine effektive Abwehr. Dies könnte auch daran liegen, dass die Zellen einen stimulierenden Einfluss auf den Wachstumsfaktor „Vascular Endothelial Growth Factor“ (VEGF) haben. Dieser regt die  Neubildung von Blutgefäßen im Tumor an und sorgt dafür, dass der Tumor wächst und Metastasen im Körper streut.

Hohe Konzentration von Wachstumsfaktor bedeutet ungünstige Prognose

„Hohe VEGF-Spiegel im Blut sind meist mit einem fortgeschrittenen Stadium, frühen Rezidiven und einer ungünstigen Prognose der Krebserkrankung verbunden“, erklärt Professor Dr. Martin Wilhelm, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 5, Schwerpunkt Onkologie/Hämatologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg.

Die Entschlüsselung der grundlegender Mechanismen zwischen Abwehr- und Krebszellen sei eine vielversprechende Grundlagenforschung, so Dr. Höres: „Das genaue Verständnis der Bedeutung des Wachstumsfaktors VEGF ist wichtig. Entsprechende Immuntherapien wären auf eine Vielzahl von bösartigen Tumorarten anwendbar.“

Weitere Information im Internet:

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren