Beste Versorgung für chronische Wunden

Das interdisziplinäre Wundzentrum sichert die hohe Behandlungsqualität bei chronischen Wunden.

Chronische Wunden wie ein „offenes Bein“ oder ein „Diabetischer Fuß“ sind nicht nur lästig und beeinträchtigen massiv die Lebensqualität der betroffenen Menschen, sie sind auch lebensbedrohlich, wenn sie falsch behandelt werden. In Deutschland leiden etwa 900.000 Menschen an einer chronischen, also schlecht heilenden Wunde. Sie werden von Arzt zu Arzt weitergereicht und verzweifeln nicht selten daran, dass ihre Wunde nicht abheilt.

Um selbst bei schwierigen und komplexen chronischen Wunden das Ziel des vollständigen Wundverschlusses zu erreichen, haben sich im Klinikum Nürnberg die Klinik für Dermatologie, die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, die Klinik für Gefäßchirurgie und die Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie, Universitätskliniken der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, zu einem „Interdisziplinären Wundzentrum“ zusammengeschlossen.

Im Wundzentrum arbeiten die vier Kliniken bei der Diagnostik und Therapie chronischer Wunden noch enger zusammen als bisher und sichert so die hohe Versorgungsqualität von Patienten. Seit November 2016 ist das Zentrum von der Initiative Chronische Wunden e.V. zertifiziert.  

Dr. Michael Eder, Dr. Florian Satt (Koordinator des Wundzentrums), Cornelia Lederer (stellvertretende Pflegedienstleitung der Klinik für Dermatologie), Prof. Dr. Erwin Schultz, Dr. Martina Kaiser und Univ.-Prof. Dr. Hermann Josef Bail (v.l.n.r.)
 

Am monatlichen Wundboard werden Ursachen und Therapiemöglichkeiten diskutiert

Alleinstellungsmerkmal des interdisziplinären Wundzentrums des Klinikums Nürnberg ist das einmal im Monat stattfindende Wundboard. Hier diskutieren Fachärzte der vier Kliniken zusammen mit den Radiologen die Ursachen der Wundheilungsstörung und die entsprechenden Therapiemöglichkeiten. „Die Zusammenarbeit beginnt, sobald eine Fachdisziplin zur Wundversorgung nicht mehr ausreicht“, betont Prof. Dr. Erwin Schultz, Chefarzt der Klinik für Dermatologie.

So kann z.B. eine Wunde erst dann abheilen, wenn die zugrundeliegende Durchblutungsstörung interventionell oder gefäßchirurgisch behoben ist. „Wir Gefäßchirurgen entfernen die Verkalkungen im Gefäß und legen einen Stent, um die Durchblutung wieder herzustellen, oder legen einen Bypass zur Umgehung des Hindernisses“, berichtet Dr. Michael Eder, Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie.

Bei tiefreichenden Wunden sind die Unfallchirurgie und die Plastische Chirurgie gefragt. „In Deutschland haben rund eine Million Diabetiker Probleme mit offenen Wunden“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Hermann Josef Bail, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Die Unfallchirurgen tragen hier zunächst das geschädigte Gewebe ab, erst dann kann die Wunde heilen – vorausgesetzt die gute Durchblutung des Gewebes ist sichergestellt. Ziel ist es, Amputationen weitestgehend zu vermeiden. 

Mitunter sind Gewebetransplantationen nötig, um eine tiefe oder großflächige Wunde verschließen zu können. „Eine Transplantation macht allerdings nur Sinn, wenn das Gewebe an eine funktionierende Blutversorgung angeschlossen werden kann“, erklärt Dr. Martina Kaiser, Oberärztin der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie. Ohne eine gesicherte Durchblutung ist die mehrstündige, für den Patienten belastende Operation sinnlos, da das Ziel des Wundverschlusses dann nicht erreicht werden kann.

Gemeinsame Leitlinien: Wundversorgung auf hohem Niveau

Die vier Kliniken gemeinsam bieten alle diagnostischen und therapeutischen Verfahren zur Versorgung chronischer Wunden an. Diagnostik und Therapie sowie Wundversorgung und Verbandswechsel erfolgen nach gemeinsamen Leitlinien. Der Therapieverlauf wird detailliert dokumentiert, der Übergang in die ambulante oder häusliche Pflege zusammen mit dem Patienten und seinen Angehörigen vorbereitet. Hier arbeiten die Wundexperten aus dem ärztlichen und pflegerischen Dienst Hand in Hand.

Wunden gelten dann als chronisch, wenn sie nach acht bis zwölf Wochen fachgerechter Therapie nicht abgeheilt sind. Die häufigsten Ursachen sind Durchblutungsstörungen und arterielle Verschlusskrankheiten, das diabetische Fußsyndrom sowie Dekubitus.

Besondere Aufmerksamkeit brauchen Wunden, die von entzündlichen Autoimmunprozessen verursacht werden. Eine rein auf die Wunde orientierte Behandlung z.B. durch das Entfernen von Nekrosen ist kontraproduktiv: Dies kann die Wunde vergrößern und einer Wundheilung entgegenwirken. Stattdessen muss zunächst die überschießende Immunreaktion unterdrückt werden, um eine Wundheilung erreichen zu können.

 

Autorin/Autor: Strahler, Unternehmenskommunikation

 
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