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Forschungsstipendium der Kerscher'schen Stiftung

Warum leiden Diabetiker so oft an Arthrose?

Diabetiker leiden besonders oft an Gelenkverschleiß; ihr Risiko ist etwa doppelt so hoch. Patienten mit sogenanntem Alters- oder Typ-2-Diabetes erhalten viermal häufiger ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk.

Eine Arbeitsgruppe im Institut für Anatomie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg untersucht, welche Faktoren bei Diabetikern zur Zerstörung des Gelenks beitragen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Konzentration von Interleukin-10, einem Stoff, der Entzündungen hemmt, bei ihnen erniedrigt ist. Ein Forschungsstipendium der Kerscher’schen Stiftung in Höhe von 15.000 Euro unterstützt die Forschungsarbeiten im Nürnberger Institut. Sie sollen nicht nur den Mechanismus der Arthrose-Entstehung bei Diabetes klären, sondern auch Ansatzpunkte für mögliche Therapien finden.

„Diese Kerscher’sche Stiftung wurde für die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege gegründet. Das Forschungsprojekt am Anatomischen Institut der Paracelsus Universität hat uns überzeugt“, erklärte David Goliath Brühl, Vorstand der Kerscher’schen Stiftung bei einer Pressekonferenz am 21. November in Nürnberg. „Gleichzeitig freuen wir uns darüber, dass wir damit die Medizinforschung an der jungen Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg unterstützen können.“ An der Universität, die eng mit dem Klinikum Nürnberg kooperiert, werden drei Studienjahrgänge mit insgesamt 150 Studierenden ausgebildet.

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„In den ersten drei Jahren konnten renommierte Wissenschaftler und Kliniker für die Lehrstühle berufen werden“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Söllner, Vizerektor der Paracelsus Universität in Nürnberg. Dazu gehört auch Univ.-Prof. Dr. Gundula Schulze-Tanzil, deren Forschungsschwerpunkt die Erforschung molekularer Mechanismen von Entstehung und Fortschreiten der Arthrose sowie deren Beeinflussung durch entzündungshemmende Mediatoren ist. Ihr Mitarbeiter Sandeep Silawal hat das Forschungsstipendium der Kerscher’schen Stiftung erhalten.

Konzentration des Entzündungshemmers Interleukin-10 ist erniedrigt

„Diabetes ist eine häufige Volkskrankheit. Wir sind dankbar, dass wir nun diesen wichtigen Aspekt der Arthrose-Entstehung mit Hilfe des Stipendiums bearbeiten können“, sagte Prof. Schulze-Tanzil. Bei der Arthrose wird der schützende Gelenkknorpel geschädigt; jegliche Bewegung kann zur Qual werden. Die Erkrankung entsteht häufig bei Übergewicht; Diabetes ist jedoch ein unabhängiger Risikofaktor. Arthrose ist zudem eine komplexe Erkrankung und betrifft nicht nur den Gelenkknorpel; auch andere Teile des Gelenks können chronisch entzündet sein. Fallen die körpereigenen knorpelprotektiven Substanzen wie Interleukin-10 aus, die diese Entzündungen unterdrücken, so schreitet die Erkrankung voran.

„In unserem Labor beschäftigen wir uns seit vielen Jahren mit diesen Mechanismen und haben Modelle mit Knorpelzellkulturen entwickelt“, berichtet Prof. Schulze-Tanzil. Nun werden die Nürnberger Wissenschaftler untersuchen, wie sich ein erhöhter Blutzucker und andere Stoffwechselveränderungen durch Diabetes auf die Korpelzellen auswirken. Ein nächster Schritt wäre u.a. die Untersuchung von Gelenkmaterial, das Diabetikern beim Kniegelenkersatz entnommen wird.

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
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