Neue Tageskliniken

Erwachsenen- sowie Kinder-und Jugendpsychiatrie jetzt auch im Klinikum Nürnberg Süd

Neue Tageskliniken für Menschen mit Depressionen und Ängsten, für „Schreikinder“, minderjährige Flüchtlinge sowie für Mutter und Kind

Das Klinikum Nürnberg ist mit seinen psychiatrischen Angeboten nun auch im Nürnberger Süden vertreten. Möglich gemacht hat dies das neue Gebäude F, das vor dem Haupteingang des Klinikums Nürnberg Süd nun fertiggestellt wurde.

„Für mich ist es eine große Freude, dass wir endlich auch den Menschen im Süden Nürnbergs ein gemeindenahes psychiatrisches Angebot machen können“, betont Univ.-Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Er kritisiert, dass trotz dieser Erweiterung die Unterversorgung von psychiatrischen Patienten in Nürnberg noch längst nicht behoben ist.

Vorrang hat dabei die ambulante und tagesklinische Behandlung, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Ziel ist es, neu Erlerntes gleich im Alltag als Belastungserprobung erfahrbar zu machen und so eine gezielte Therapie zu ermöglichen. Bei Bedarf kann sich der tagesklinischen Behandlung für einen beschränkten Zeitraum eine ambulante Weiterbehandlung anschließen.

Dr. Susanne Simen (li.) und Dr. Andreas Beck (re.)
 

„Fast alle psychiatrischen Krankheitsbilder können tagesklinisch behandelt werden“, erläutert Dr. Patrick Nonell, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP). Dafür brauche es „eine intelligente Behandlungskette“, die von stationär über tagesklinisch bis ambulant reicht und flexibel nach den Erfordernissen des Patienten ausgerichtet werden kann.

Umfassendes neues Behandlungsangebot der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter ist mit neuen teilstationären Angeboten nun auch im Klinikum Nürnberg Süd vertreten. Die neue Tagesklinik umfasst 15 Plätze. „Schwerpunkte sind die Behandlung von Kleinkindern im Alter von einem bis fünf Jahren mit Entwicklungs- und Regulationsstörungen, die Therapie von minderjährigen Flüchtlingen mit oft traumatischen Fluchterfahrungen sowie die Weiterbehandlung von stationären Patienten bis zu ihrer Entlassung“, betont Nonell.

Bislang war die Klinik nur mit einer Psychosomatischen Station im Eltern-Kind-Zentrum im Klinikum Süd vertreten. Mit dem Neubau werden nun drei spezifische Therapiegruppen möglich. Vier Plätze stehen dabei für Kleinkinder zur Verfügung, die sich nicht beruhigen lassen, also so genannte „Schreikinder“ sind, die unter Fütterungs- oder Ausscheidungsstörungen, sozialen Anpassungsstörungen oder weiteren emotionalen Störungen leiden. „Bei Kindern, die jünger als zweieinhalb Jahren sind, wird ein Elternteil während der gesamten Behandlungsdauer von vier bis sechs Wochen mit aufgenommen“, betont Dr. Andreas Beck, Leiter der neuen Tagesklinik der KJP im Klinikum Süd.

Wenn kleine Kinder ununterbrochen schreien, sich nicht füttern lassen oder sehr passiv sind, sind Eltern in der Regel überfordert, extrem verunsichert und wissen nicht mehr, was sie tun sollen. „Aus solcher Hilflosigkeit resultiert oft Aggressivität und Ablehnung des Kindes“, weiß Beck. Gezieltes, teilweise videogestütztes Interaktionstraining soll daher den Eltern helfen, die Signale ihres Kindes richtig zu interpretieren, mehr Sicherheit im Umgang mit dem Kind zu entwickeln und einen positiven Kontakt wiederherstellen.

Ein zweiter Schwerpunkt der neuen Tagesklinik ist die Stabilisierung von jugendlichen Patienten zwischen 16 und 18 Jahren mit einem oft traumatischen Flucht- oder Migrationshintergrund. Die Patienten leiden häufig unter Depressionen, starken Ängsten, Schlafstörungen oder anhaltenden Kopfschmerzen. „In der achtwöchigen Behandlung geht es um die Stabilisierung der Patienten und nicht um die Bewältigung des Traumas“ betont Chefarzt Nonell. Ziele der Einzel- und Gruppentherapie sind es, ein psychisches Gleichgewicht aufzubauen, das Selbstbewusstsein zu stärken, soziale Kompetenzen und Entspannungstechniken zu lernen. Dazu kommen Elemente der Erlebnispädagogik sowie ein alltagspraktisches Training und die Verbesserung der Kenntnisse in Deutsch und Sozialkunde in der Schule für Kranke.

Eine dritte Gruppe hat sich auf die Fortführung der Behandlung von zuvor vollstationären Patienten bis zur Entlassung spezialisiert. Ziel der vier- bis fünfwöchigen Therapie ist es, die Kinder und Jugendlichen mit in der Regel gruppentherapeutischen Angeboten auf den Alltag zu Hause und in der Schule  vorzubereiten. „Es geht darum, den Transfer der Therapiefortschritte in den Alltag zu unterstützen und zu begleiten“, erläutert Beck. Das beinhaltet auch regelmäßige Termine mit den Eltern der Patienten.                                                                    

Die neuen Angebote der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

„Mit der Tagesklinik und der Psychiatrischen Institutsambulanz im Klinikum Süd sind wir näher an den Menschen, die im Nürnberger Süden leben. Sie müssen nun nicht mehr so weit fahren“, betont Dr. Susanne Simen, die als bereichsleitende Oberärztin für den Standort der Erwachsenenpsychiatrie im Klinikum Süd verantwortlich ist.

Die beiden Einrichtungen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im ersten Stock des neuen Gebäudes ergänzen und erweitern das bestehende stationäre und tagesklinische Angebot der Psychiatrie am Standort Nord.

Schwerpunkt der Tagesklinik und der Psychiatrischen Institutsambulanz ist die Behandlung von Menschen mit Depressionen, Angststörungen, bipolaren Störungen sowie von Menschen mit Erkrankungen des schizophrenen Formenkreises, soweit diese nicht stationär betreut werden müssen. Nicht behandelt werden Patienten mit vorherrschender Suchterkrankung sowie mit akuter Eigen- oder Fremdgefährdung, sie werden weiterhin im Klinikum Nord versorgt.

Vor allem akut erkrankte Patienten werden hier vorübergehend  intensiv ambulant oder bei Bedarf tagesklinisch behandelt, anschließend werden sie wieder an die niedergelassenen Psychiater und Psychotherapeuten sowie entsprechende Einrichtungen weitergeleitet. Die Eingangsuntersuchungen sowohl für die ambulante als auch für die tagesklinische Behandlung erfolgen in der Psychiatrischen Institutsambulanz,  in dringenden Fällen ist hier nach der Entlassung aus der Tagesklinik eine Weiterbehandlung für einen befristeten Zeitraum möglich.

Im gleichen Stockwerk wie die Tagesklinik hat die Mutter- und Kind-Tagesklinik und -Ambulanz, die bisher im Klinikum Nord untergebracht war, ihre neue Bleibe gefunden. Hier werden Mütter von Säuglingen bis 1,5 Jahre betreut, die wegen psychiatrischer Erkrankungen oder einer Wochenbettdepression Hilfe und Unterstützung brauchen. Der große Vorteil des Umzugs: Im Erdgeschoss bezog die Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie ihre Räume, mit der man eng kooperieren wird. Und im Hauptgebäude gleich nebenan befinden sich Geburtshilfe und Kinderklinik. „Dort können wir mit Müttern, die unsere Hilfe brauchen, direkt Kontakt aufnehmen“, freut sich Simen.

Bei der Therapie kommt ein neues Videosystem zum Einsatz, mit dessen Hilfe  die Interaktion der Eltern mit dem Kind dokumentiert werden kann. Es zeichnet die Mimik des Kinder als auch der Mutter auf, und erlaubt so eine exakte Analyse der Mutter-Kind-Kommunikation. „Die Mütter sind oft sehr hilflos und wissen sich nicht mehr zu helfen“, berichtet Simen. Die gezielte Rückmeldung der Therapeuten hilft ihnen, wieder Selbstbewusstsein und Authentizität im Umgang mit ihrem Kind zu entwickeln.

 

Autorin/Autor: Bernd Siegler, Unternehmenskommunikation

 
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