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T-Zell-Lymphom: Stammzelltransplantation nach Chemotherapie verbessert Prognose

Größte deutsche Studie belegt Nutzen der kombinierten Therapie

Patienten, die an bestimmten Lymphknoten-Tumoren leiden, profitieren von einer kombinierten Therapie aus Chemotherapie und Stammzelltransplantation. Dies hat die bislang größte deutsche Studie zu dieser Krebsart (nodales T-Zell-Lymphom) gezeigt, die ein Ärzteteam um den Nürnberger Krebsspezialisten Professor Dr. Martin Wilhelm, federführend durchgeführt hat. „Die Erkrankung ist nach wie vor unheilbar, aber die Behandlung kann den Patienten einige Jahre Lebenszeit und eine bessere Lebensqualität verschaffen,“ so der Chefarzt am Klinikum Nürnberg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg. 

T-Zell-Lymphome sind selten und repräsentieren nur ca. 10% aller Lymphome. Zuverlässige Daten zur Wirksamkeit gängiger Therapieoptionen sind damit ebenso rar, eine Standardtherapie gibt es bislang nicht. Das liegt auch daran, dass diese Lymphome so heterogen sind und aus 23 Untergruppen bestehen.

Mehr als die Hälfte der transplantierten Patienten überlebt durchschnittlich fünf Jahre

Wissenschaftliche Evidenz für die Therapiewahl geben die Ergebnisse der bislang größten deutschen Studie zu dieser Krebsart, nun im Blood Cancer Journal veröffentlicht wurde. „Die Studie bestätigt, dass eine  Chemotherapie mit anschließender Transplantation patienteneigener Blutstamm­zellen  die Prognose deutlich verbessert. Sie sollte daher bei allen in Frage kommenden Patienten frühzeitig in Betracht gezogen werden“, so der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 5, Onkologie/Hämatologie, am Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg. Mehr als die Hälfte der Patienten, die eine sogenannte autologe Stammzell-Transplantation erhalten hatten, waren bei Abschluss der Studie, durchschnittlich fünf Jahre nach ihrer Behandlung, noch am Leben. Nach alleiniger Chemotherapie ohne Stammzelltransplantation dagegen liegt die 5-Jahres-Überlebens­­chance für diese Patientengruppe laut älterer Studien zwischen 20 und 30 Prozent. 

 

T-Zell-Lymphome gehen auf eine einzelne defekte Immunzelle, einen sogenannten T-Lymphozyt, zurück, der sich ungebremst vermehrt. In Folge wird der Körper von malignen T-Zellen überschwemmt, die sich u.a. in Lymphknoten und Knochenmark sammeln. Während gesunde T-Zellen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielen, stören die defekten Zellen die Regulation und Koordination des Immunsystems massiv. Betroffene sind daher nicht nur besonders anfällig für Infekte, auch kann sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper wenden. T-Zell-Lymphome schreiten aggressiv voran, die durchschnittliche Überlebenszeit der Patienten beträgt ein bis drei Jahre.

Ziel der Studie war es herauszufinden, wie sich eine autologe Stammzell-Transplantation auf die Überlebensdauer der Patienten auswirkt. Zwischen 2001 und 2010 nahmen am Klinikum Nürnberg und den kooperierenden Kliniken in Essen, Würzburg, Oldenburg, Hamburg und Köln insgesamt 111 Patienten teil. Für eine möglichst exakte Diagnose der schwer zu unterscheidenden Untergruppen des T-Zell-Lymphoms wurden sämtliche Gewebeproben von Experten des Pathologischen Instituts der Universität Würzburg überprüft. Patienten mit einer bestimmten Untergruppe der Erkrankung, die auch ohne Transplantation gut zu behandeln ist und mit besserer Prognose einhergeht, wurden nicht berücksichtigt, ebenso wie Patienten, für die dieses Behandlungskonzept z.B. aufgrund schwerer Begleiterkrankungen generell nicht in Frage kam.
 
Studie liefert Evidenz für Behandlungsempfehlungen
 
75 der 111 in die Studie einbezogenen Patienten konnten tatsächlich transplantiert werden, bei 36 sprach der Krebs nicht ausreichend auf die vorausgehende Chemotherapie an oder lehnten eine Transplantation ab. Bei 43 der 75 transplantierten Patienten waren nach der Behandlung keine Krebszellen mehr nachweisbar. Sie entsprachen 39 Prozent der gesamten Studienteilnehmer. In Bezug auf alle 111 in die Studie eingeschlossenen Patienten ergab sich eine durchschnittliche Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von 44 Prozent. Wurden Patienten mit erfolgreicher Stammzell-Transplantation separat betrachtet, lag die Fünf-Jahres-Überlebenschance bei 57 Prozent.
 
Diese Zahlen bestätigen im Wesentlichen die 2012 veröffentlichten Ergebnisse der bisher größten Studie zur Therapie des T-Zell-Lymphoms unter Federführung von d`Amore aus Dänemark. In diese Studie waren 160 Patienten nach vergleichbar strengen Kriterien wie die der Nürnberger Studie aufgenommen worden. „Mit den beiden Studien können wir die Behandlungs­empfehlungen, die auf der Basis von fünf deutlich kleineren und uneinheitlichen Studien ausgesprochen wurden, nun statistisch untermauern: Eine autologe Stammzell­transplantation bietet gute Chancen, dass die Erkrankung einige Jahre nicht weiter fortschreitet oder sogar vollständig ruht“, erklärt der Krebsspezialist. „Damit verschaffen wir den Patienten mehr Lebenszeit und -qualität, auch wenn die Erkrankung nach wie vor in der Regel unheilbar ist.“
 
Behandlung seltener Bluterkrankungen in Zentren mit Expertise
 
Sowohl die exakte Diagnose als auch die passende Therapie setzt eine große Erfahrung des Behandlungsteams voraus. „Patienten sollten sich daher an ein Zentrum mit entsprechender Expertise für diese sehr seltene Erkrankung wenden“, betont Professor Wilhelm. Am Klinikum Nürnberg sind dieses Jahr bereits 7 Patienten mit T-Zell-Lymphomen neu diagnostiziert worden. Das ist im deutschlandweiten Vergleich bereits viel. Jährlich werden in Nürnberg über 90 Stammzell-Transplantationen bei verschiedenen Erkrankungen des blutbildenden Systems vorgenommen.
 
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Martin Wilhelm, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 5, Onkologie/Hämatologie am Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg.  

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
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