Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> Pressemitteilungen >> Schlaganfall - was ist die beste Behandlung?

Schlaganfall - was ist die beste Behandlung?

Erfolge mit Lyse, Katheter und OP - aber viele Patienten kommen zu spät

Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für eine schwere Behinderung. Eine rechtzeitige Therapie kann die Aussichten auf ein Leben ohne Behinderung verbessern.

Im Klinikum Nürnberg Süd werden jedes Jahr rund 2.300 Patienten mit einem akuten Schlaganfall behandelt. Ihnen steht das gesamte Spektrum der Akut-Diagnostik und Behandlung zur Verfügung. Dazu gehören die Entfernung großer Blutgerinnsel aus den Hirngefäßen mit einem feinen Katheter oder die Verstopfung von angelegten Säckchen an den Hirngefäßen (Aneurysmen) mit feinen Spiralen – rund um die Uhr. Seit März 2016 werden diese Therapieverfahren von Dr. Hendrik Janssen durchgeführt. Er ist Abteilungsleiter der Neuroradiologie im Institut für Radiologie und Nuklearmedizin am Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg (Chefarzt: Prof. Dr. Michael Lell).

Beim Schlaganfall zählt jede Minute; nach viereinhalb Stunden können wirksame Medikamente und Verfahren meist nicht mehr helfen. „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren große Fortschritte bei der Behandlung des Schlaganfalls gemacht. Aber nur etwa 50 Prozent der Patienten erreichen die Klinik rechtzeitig“, berichtet Prof. Dr. Frank Erbguth, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg. Ist das Gefäß frei, kann es zu  einer verblüffend raschen Wiederherstellung der Funktionen kommen.

Bei 80 Prozent der Schlaganfall - Patienten ist ein Blutgefäß verstopft

„Unser Ziel ist es, die Ursachen für einen Schlaganfall sehr schnell zu klären und herauszufinden, ob es sich um eine Durchblutungsstörung durch einen Thrombus oder eine Hirnblutung durch ein Aneurysma handelt“, sagen die Vertreter der Neurofächer am Klinikum Nürnberg Süd unisono. Unmittelbar nach der Ankunft des Patienten in der Klinik wird die radiologische Diagnostik eingeleitet, um die Ursache für die Ausfälle, Lähmungen und Sprachstörungen ermitteln. Liegt eine Hirnblutung vor? Oder ist – wie bei 80 Prozent der Patienten – ein Blutgefäß verstopft? Dann kommt der Goldstandard der Therapie zu Einsatz, die Auflösung (Lyse) des Thrombus mit potenten Medikamenten.

 

Doch größere Thromben lassen sich nicht mehr auflösen. Es bleibt nur die  mechanische Entfernung, die sogenannte Thrombektomie, bei der mit dem Katheter und einem in die Hirngefäße vorgeschobenen Körbchen das Verschluss-Gerinnsel herausgezogen wird, erläutert Dr. Janssen. Liegt ein Aneurysma vor, können Platin-Fäden durch den Katheter in die Aussackung gebracht werden, um diese zu verschließen. Alternativ kann der Neurochirurg das Aneurysma mit einem Clip verschließen.

Auch die Neurochirurgie ist für die Akutversorgung von Schlaganfall-Patienten von entscheidender Bedeutung: In manchen Fällen muss der Neurochirurg die Schädeldecke öffnen um eine raumfordernde Blutung aus dem Gehirn zu entfernen oder ein Aneurysma zu verschließen.

Enge Zusammenarbeit im Neurozentrum des Klinikums Nürnberg

„Im Falle der Aneurysmen hängt die Methode der Ausschaltung, wesentlich von der Art und Lokalisation der krankhaften Gefäßaussackung ab“, sagt Professor Dr. Hans-Herbert Steiner. Ist das Aneurysma zugänglich? Wie groß ist es? Im Neurozentrum des Klinikums Nürnberg Süd beraten die Ärzte, welche Therapie die jeweils beste für den einzelnen Patienten ist. An Bord des Zentrums sind auch die Gefäßchirurgie und die Kardiologie, wenn Operationen der Halsschlagadern in Betracht kommen oder Herzrhythmusstörungen zu Thromben und Embolien im Gehirn und damit zum Schlaganfall führen.

Problematisch ist nach wie vor die zu lange Zeitspanne zwischen den ersten Beschwerden und der Behandlung in einem Krankenhaus mit einer speziellen Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit) wie im Klinikum Nürnberg Süd. Patienten auf dem Land kann dies trotz des modernen Rettungsdienstes zum Verhängnis werden. „Um dieses logistische Problem zu mildern und jederzeit die notwendige Expertise flächendeckend vorzuhalten, versorgt das Klinikum Nürnberg regional und überregional Krankenhäuser mit teleradiologischen Leistungen, also der Befunderstellung per Internet“, erklärt Prof. Lell.

Wohnortnahe Versorgung im Schlaganfallnetzwerk Nordbayern  

Als eines von drei überregionalen Schlaganfallzentren in ganz Nordbayern ist die Stroke Unit Nürnberg als Beratungszentrum innerhalb des „Schlaganfallnetzwerks mit Telemedizin in Nordbayern“ (STENO) eingebunden. In diesem seit 2008 bestehenden Netzwerk haben sich insgesamt 21 Kliniken in Mittel-, Ober- und Unterfranken sowie der angrenzenden Oberpfalz und  Thüringen zusammengeschlossen, um eine flächendeckende, optimale und möglichst wohnortnahe Schlaganfallversorgung zu gewährleisten. Anhand der telemedizinischen neurologischen Untersuchung des Patienten und Beurteilung der CT- und MRT-Bilder wird zwischen den Beratungszentren und dem anfragenden Krankenhaus gemeinsam entschieden, ob der Patient zur weiteren Behandlung in eine spezialisierte Stroke Unit gebracht wird oder die Lyse-Behandlung vor Ort durchgeführt wird.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Frank Erbguth
Chefarzt der Klinik für Neurologie
Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Telefon: 0911 398 - 2491

Prof. Dr. Hans-Herbert Steiner
Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie
Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Telefon: 0911 398 - 2318

Prof. Dr. Michael Lell
Chefarzt des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin
Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Telefon: 0911 398 - 2540
E-Mail: radiologie@klinikum-nuernberg.de

Dr. Hendrik Janssen
Sektionsleiter Neuroradiologie
Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Telefon: 0911 398 - 5204
E-Mail: Neuroradiologie@klinikum-nuernberg.de

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren