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Erstes zertifiziertes TAVI-Zentrum in Nordbayern am Klinikum Nürnberg

Lebensrettender Herzklappen-Ersatz auf höchstem Niveau

Immer mehr Menschen leiden an Herzklappen-Erkrankungen. Vor allem ältere Menschen über 75 Jahren sind betroffen; bei rund 3 Prozent sind die Aortenklappe und damit die Ausflussbahn in die Hauptschlagader stark verengt. Unbehandelt führt die Erkrankung bei etwa der Hälfte der Patienten innerhalb von zwei Jahren zum Tod.

Ein erfolgreicher Ersatz der Herzklappe bedeutet für sie weitere Lebensjahre mit oft hoher Lebensqualität.Die konventionelle Herzoperation birgt jedoch bei Menschen ab 75 Jahren Risiken, insbesondere beim Vorliegen schwerer Begleiterkrankungen. Die kathetergestütze Prothesen-Implantation, kurz TAVI für englisch „Transcatheter Aortic-Valve Implantation“, hat in den vergangenen Jahren die Behandlung der Aortenklappen-Erkrankung bei älteren und bei Patienten mit hohem Risiko mit einer Operation revolutioniert.

Das TAVI-Zentrum im Klinikum Nürnberg ist im Juni 2016 als erste Klinik in Nordbayern mit dem Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als „TAVI-ZENTRUM“ ausgezeichnet worden, das seit April 2015 vergeben wird. In Bayern gibt es bislang zertifizierte TAVI-Zentren nur in München, Passau und Regensburg; deutschlandweit sind es insgesamt 24.

Über 150 Klappen-Implantationen mit TAVI pro Jahr

„Das Zertifikat bestätigt, dass wir die hohen medizinischen, personellen, technischen und organisatorischen Anforderungen der Fachgesellschaft für die komplexe Behandlung von Patienten mit Aortenklappen-Stenosen mit dem TAVI-Verfahren voll und ganz erfüllen und darin eine große Expertise haben“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Universitätsklinik der Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg, bei einer Pressekonferenz am 17. Juni 2016 im Klinikum Nürnberg. Das Klinikum kommt damit den strengen Anforderungen der aktuellen Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über Maßnahmen zur Qualitätssicherung nach.

Kathetergestützte Aortenklappen-Implantationen werden im Klinikum Nürnberg bereits seit Juli 2009 vorgenommen, bislang insgesamt 670, zuletzt knapp 150 im Jahr 2015. Bei dem Eingriff wird eine passgerechte, zusammengefaltete Herzklappe aus Biomaterial über einen Katheter über die Leistenarterie in die linke Herzkammer vorgeschoben und dort entfaltet. Die Klappe kann alternativ über die Herzspitze eingebracht werden. Die Zahl der chirurgischen Implantationen von Aortenklappen liegt in Nürnberg bei rund 250 pro Jahr.

Interdisziplinäres „Heart-Team“ arbeitet mit modernster Ausstattung 

„Voraussetzung für die Bestätigung unserer erfolgreichen Arbeit ist der Aufbau eines Heart-Teams, in dem Kardiologen, Herzchirurgen, Anästhesisten und bei Bedarf weitere Fachdisziplinen intensiv zusammenarbeiten, und das von Anfang an“, sagte Dr. Jürgen Jessl, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie im Klinikum Nürnberg. Seit März 2011 wird die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit durch ideale bauliche Voraussetzungen unterstützt. Die Kliniken für Kardiologie, Herzchirurgie und Gefäßchirurgie sind im neu eröffneten, modernen Herz-Gefäß-Zentrum (HGZ) im Klinikum Nürnberg Süd räumlich vereint. Das HGZ ist wiederum räumlich und organisatorisch eng an die Intensivstationen und Fachabteilungen im Klinikum Nürnberg Süd angebunden. Im HGZ stehen hochmoderne Hybrid-OPs / Herzkatheterlabore zur Verfügung. Sollte es im seltenen Fall bei dem Katheter-Eingriff zu einer Komplikation kommen, so kann der Herzchirurg zur Not sofort operativ vor Ort eingreifen.  

Erstes zertifiziertes TAVI-Zentrum in Nordbayern
 

Gemeinsame Herz-Konferenz macht Therapie-Empfehlungen 

Die enge Zusammenarbeit von Kardiologen, Herzchirurgen und den Anästhesisten ist schon bei der Entscheidung gefragt, ob ein Patient konventionell operiert oder die Herzklappe kathetergestützt implantiert wird. In regelmäßigen Konferenzen werden Fälle besprochen. Ist das Risiko für einen Eingriff zu hoch? Sind Komplikationen zu erwarten? Leidet der Patient an anderen Erkrankungen, z.B. Durchblutungsstörungen oder einer Lungenerkrankung, die für den risikoärmeren Kathetereingriff sprechen? „Die individuelle Herz-Kreislauf-Situation des Patienten spielt eine wichtige Rolle“, sagte Univ.-Prof. Dr. Axel Junger, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg. Therapie-Empfehlungen orientieren sich zudem an medizinischen Leitlinien und Studien.

Beide Eingriffe – die Operation und TAVI – haben Vorteile und Nachteile. „Die Operation ist bis zum 75. Lebensjahr der Goldstandard. Sie kann meist minimal-invasiv über einen kleinen Einschnitt vorgenommen werden. Ihr Risiko ist gering“, sagte Privatdozent Dr. Steffen Pfeiffer, Leitender Oberarzt der Klinik für Herzchirurgie am Klinikum Nürnberg. Das TAVI-Verfahren greift bei älteren Patienten und bei zusätzlichen Risiken.

Komplikationen von TAVI werden in einem bundesweiten Register erfasst

Doch auch TAVI hat Risiken: Typische Komplikationen sind undichte Klappen, Herzschrittmacherpflicht und Gefäßkomplikationen. In vergangenen Jahren ist ihr Vorkommen bei den Risikopatienten allerdings deutlich seltener geworden. Für den TAVI-Eingriff liegen mittlerweile eStudien vor, die einen Zeitraum von ca. 10 Jahren überblicken. Die Qualität der Behandlung der Aortenklappenstenose wird zudem kontinuierlich von einem Register überprüft, in dem bundesweit alle Eingriffe – insgesamt 25.000 – operative wie TAVI-Verfahren erfasst werden und das gemeinsam von Kardiologen und Herzchirurgen betrieben wird.

 

Wesentliche Anforderungen für die TAVI-Zertifizierung:

1. Personelle Voraussetzungen:

  • 2  interventionelle Kardiologen und 2 Herzchirurgen mit jeweils hervorragender Erfahrung in der Durchführung der TAVI-Prozedur
  • Herz-Team Bildung (2  interventionelle Kardiologen + 2 Herzchirurgen + 2 Anästhesisten)

2. Jährlich mindestens 50 TAVI-Prozeduren

3. Moderne Ausstattung mit Hybrid-Operationssaal / Katheterlabor

4. Ein Operateur, der mindestens 25 Eingriffe pro Jahr vornimmt

5. Erreichbarkeit der Ärzte über 24 Stunden

6. Teilnahme an Qualitätsregistern

 

Ansprechpartner:

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
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