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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Heilungschancen durch frühe Diagnose und Operation

Das Pankreaskarzinom-Zentrum des Klinikums Nürnberg setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bösartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) nehmen an Häufigkeit zu – im Gegensatz zu vielen anderen Tumoren. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits die vierthäufigste Ursache aller Todesfälle durch Krebs in Deutschland. 

Noch vor 20 Jahren war der Pankreaskrebs meist ein Todesurteil. Moderne Verfahren der Diagnostik und der Behandlung haben dazu beigetragen, dass trotz der hohen Aggressivität des Tumors die Prognose der Erkrankung stetig verbessert werden konnte. Heute leben rund 8 Prozent der Patienten nach fünf Jahren, allerdings nur, wenn ihr Tumor entfernt werden konnte. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die frühe Diagnose. In spezialisierten Pankreaskarzinom-Zentren bieten erfahrene Gastroenterologen, Chirurgen und Onkologen hochspezialisierte Diagnostik- und Behandlungsverfahren an.

Beschwerden sind oft unspezifisch und treten spät auf

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse bleiben oft lange unbemerkt. Die Patienten wenden sich mit unspezifischen Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und fortdauernden Rückenschmerzen an ihren Hausarzt. Eine Gelbsucht kann darauf hinweisen, dass ein Tumor den Abfluss der Galle verlegt. Die Diagnose wird zunächst mit dem Ultraschall oder anderen bildgebenden Verfahren, z.B. der Computertomographie, gestellt. „Zu weiteren Abklärung machen wir eine endoskopische Ultraschalluntersuchung der Bauchspeicheldrüse“, berichtete Dr. Herbert Muschweck, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am Klinikum Nürnberg, bei einer Pressekonferenz am 25. April 2016. Klarheit über den Tumor bringt eine Gewebeentnahme, die aber wegen der hohen Qualität von Ultraschall und anderen bildgebenden Verfahren nicht immer nötig ist.

Foto: Die Bauchspeicheldrüse im Fokus: Prof. Dr. Hubert Stein (links) und Dr. Herbert Muschweck (rechts) arbeiten im Pankreaskarzinom-Zentrum des Klinikums Nürnberg an einer besseren Prognose der aggressiven Tumorerkrankung
 

„Die Bauchspeicheldrüse ist in der Bevölkerung zu wenig bekannt; selten wird an eine Tumorerkrankung gedacht“, warnt Prof. Dr. Hubert Stein, Chefarzt der Klinik für Allgemein,- Viszeral,- und Thoraxchirurgie am Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg. Deshalb veranstaltet das Klinikum Nürnberg am 30. April 2016 den ersten „Tag der Bauchspeicheldrüse“ in Nürnberg, bei dem es um Erkrankungen und um ein Leben ohne das Organ aus Sicht einer Patientin geht.

Hohe fachliche Qualität durch Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft bestätigt

Das Pankreaskarzinom-Zentrum am Klinikum Nürnberg wurde 2014 gegründet und gehört mittlerweile zu den größten Einrichtungen seiner Art in Deutschland. Derzeit werden jährlich rund 120 Patienten mit Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse behandelt und mehr als 80 Patienten operiert. Die hohe fachliche Kompetenz des Zentrums wurde kürzlich durch die Re-Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft unterstrichen. Die gute Zusammenarbeit des Zentrums mit niedergelassenen Ärzten und Selbsthilfegruppen bietet den Patienten eine nahtlose Betreuung.

Noch vor 20 Jahren bargen Operationen an der Bauchspeicheldrüse ein erhebliches Risiko. „Der Eingriff ist immer eine Herausforderung, weil das   Organ schwer zugänglich ist und empfindlich auf jede Form der Manipulation reagiert“, so Prof. Stein. „Aber heute ist das Risiko gering und entspricht dem anderer großer Tumoroperationen, z.B. bei Darmkrebs.“ Chirurgische Erfahrung und eine hohe Qualität der Betreuung vor und nach der Operation, wie sie nur große Zentren anbieten, spielen eine wesentliche Rolle für die größere Sicherheit des Eingriffs. „Früher waren die Komplikationen der Operation gefürchtet. Heute sind sie beherrschbar geworden und kommen in erfahrenen Zentren selten vor“, so Prof Stein.

Wenn die Operation nicht möglich ist, wird ein individueller Behandlungsweg gefunden

Auch wenn eine Entfernung des Tumors mit Aussicht auf Heilung nicht mehr möglich ist, kann für die Betroffenen ein individueller Behandlungsweg gefunden werden, der seinen Wünschen für die verblieben Lebenszeit entspricht. In sogenannten Tumor-Boards besprechen die Ärzte im Klinikum Nürnberg deshalb für jeden einzelnen Patienten die Empfehlung, welche Therapien zum Einsatz kommen können. Zum Team des Pankreaskarzinom-Zentrums gehören auch Schmerztherapeuten, Psychosomatik-Experten sowie Selbsthilfegruppen, denn die Diagnose Pankreaskarzinom ist für die Patienten und ihre Angehörigen schwer zu verkraften. Professionelle und mitmenschliche Unterstützung bieten ihnen die Chance, einen Weg für den Umgang mit der schweren Erkrankung zu finden.

Weitere Information zum Pankreaskarzinom-Zentrum:

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
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