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Hilfe für Geschwister von chronisch kranken Kindern

Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg spendet 20.000 Euro für das Geschwisterprojekt des Klabautermann e.V.

„Wir haben es schon schwerer als andere Kinder und es ist nicht schön, dass die Eltern so wenig Zeit haben. Aber man gewöhnt sich daran.“ Marcel ist zwölf und seine Eltern sorgen zuhause für seinen behinderten Bruder. Da das viel Zeit und Arbeit fordert, musste Marcel schon früh Verantwortung für sich selbst, aber manchmal auch für seinen Bruder übernehmen. Um  Kinder wie ihn zu unterstützen, hilft der Klabautermann e.V. am Klinikum Nürnberg Süd den betroffenen Familien und bietet Geschwistertreffs und Nachsorgearbeit an.

Nun hat die Zukunftsstiftung der Sparkasse dem Verein 20.000 Euro für das Geschwisterprojekt gespendet. „Der Verein ist kein unbeschriebenes Blatt“, sagt Jürgen Ziegler von der Zukunftsstiftung der Sparkasse. „Wir sind überzeugt, dass das Geld bei Klabautermann gut angelegt ist.“ Mit der Spende sollen die Geschwistertreffs, Freizeitangebote und die Nachsorgearbeit finanziert werden.

„Kinder brauchen Sicherheit in der Familie. Viele Kinder verstehen nicht, warum sie plötzlich ein krankes Geschwisterkind haben und nicht mehr im Mittelpunkt der Eltern stehen“, erklärt Dr. Herlitz, der Leiter des Eltern-Kind-Zentrums. Dazu kommt, dass sich die Kinder oft die Schuld am Zustand ihres Geschwisterchens zuschreiben. Unter all dem leiden die Kinder sehr. 

Selbstbewusstsein steigern und Austausch fördern 

„Mit unseren Angeboten steigern wir das Selbstbewusstsein der Kinder, damit sie lernen, sich nicht mehr zurückzunehmen. Außerdem informieren wir sie über die Situation ihres Geschwisterkindes und nehmen ihnen somit Hilflosigkeit und Angst“, erklärt Eva Rauner, Sozialpädagogin vom Klabautermann e.V. In den Gruppen- und Freizeitangeboten lernen die Kinder, dass sie nicht alleine mit dieser Situation sind und dass andere Kinder Ähnliches durchmachen. In Gruppen werden zudem Hilfestellungen und Lösungsstrategien erarbeitet. Dabei helfen bei Bedarf auch Schulpsychologen oder Psychotherapeuten.

Freude über die Spende der Zukunftsstiftung der Soarkasse Nürnberg.
 

„Es ist toll hier. Wir spielen zusammen, machen zusammen Mittagessen und in der Pause sind wir im Spielhaus“, erzählt die elfjährige Magdalena. Sie hat eine behinderte Schwester und da diese die Aufmerksamkeit der Eltern voll in Anspruch nimmt, hat sich Magdalena mit ihren Wünschen und Bedürfnissen immer mehr zurückgehalten. Doch seit sie die Geschwistertreffs besucht, ist sie, laut ihrer Mutter, wieder viel wortgewaltiger geworden.

Habe Fragen, suche Antworten 

Um den Kindern eine Gelegenheit zu geben, sich zu Wort zu melden, hat die ehemalige Studentin Corinna Kaltschmidt im Zuge ihrer Bachelorarbeit für Soziale Arbeit zusammen mit den Kindern das Buch „Habe Fragen, suche Antworten“ geschrieben. Dort erzählen die Geschwisterkinder kurze Geschichten aus ihrem Leben mit einem behinderten Geschwisterchen. Lustige Erlebnisse, der normale Tagesablauf oder wann sie Dinge ungerecht finden. In dem kleinen Buch wird offen über das Thema geredet.

Zauberwunsch 

Eine Frage in dem Buch ist, was die Kinder ändern würden, wenn sie zaubern könnten. Und obwohl es schwer für sie ist, würde keines der Kinder auf sein Geschwisterchen verzichten. Marcel würde zum Beispiel machen, dass sein Bruder laufen kann. „Und dass er reden kann. Dann würde es ihm auch besser gehen und man könnte sich mit ihm unterhalten. Über das, was geschehen ist. Und einfach miteinander reden, wie wir alle das normal eben auch machen.“

Autorin/Autor: Stephanie Weiß

 
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