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Ehrenamtliche Übungspartner zur Sturzvorsorge

Modellprojekt zur Sturzprävention im Alter

Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko zu stürzen. In Deutschland geht man von vier bis fünf Millionen unbeabsichtigten Stürzen im Jahr aus – mit oftmals fatalen Folgen. „Häufig ziehen sich die älteren Menschen bei ihrem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zu“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Markus Gosch, Chefarzt der Medizinischen Klinik 2, Schwerpunkt Geriatrie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. „Dadurch kommt es bei den Betroffenen zu einer Mobilitätseinschränkung, und es droht ein Verlust der eigenen Autonomie.“

In nicht wenigen Fällen entsteht durch Stürze aber auch ein psychisches Trauma. Die sogenannte Sturzangst führt dazu, dass viele Menschen sich zurückziehen und sich kaum bewegen, was wiederum zu einem erhöhten Sturzrisiko führt. Das Ende dieser negativen Spirale ist der Verlust von Alltagskompetenz und die Gefahr, pflegebedürftig zu werden.

Ab Frühjahr dieses Jahres steuert das Klinikum mit einem deutschlandweit einmaligen Angebot dagegen: Das Nachsorgeangebot des Klinikums Nürnberg wird um ein häusliches Bewegungstraining mit geschulten ehrenamtlichen Mobilitätstrainern bzw. Übungspartnern zur Sturzvorsorge erweitert. Ein Informationsabend dazu findet am 8. März um 17:00 Uhr im Zentrum für Altersmedizin im Haus 10 (Zimmer 77) im Klinikum Nürnberg Nord statt.

Mobilitätstraining nach dem Otago-Programm

Die Sturzursachen bei älteren Menschen liegen oft in der nachlassenden Gleichgewichtsfähigkeit und in der Schwäche der Muskelkraft. Ein regelmäßiges körperliches Trainingsprogramm bestehend aus Gleichgewichts- und Krafttraining kann Stürze vorbeugen Speziell für ältere eigenständig lebende Menschen wurde das „Otago-Übungsprogramm“ entwickelt. „Im Mittelpunkt dieses Programms stehen insbesondere Balanceübungen mit Gewichten, die im Sitzen oder im Stehen durchgeführt werden“, erklärt Elke Kaufmann, Koordinatorin des Zentrums für Altersmedizin im Klinikum Nürnberg. Das „Otago-Übungsprogramm“ zielt auf den Erhalt der Selbstständigkeit und die Reduktion von Stürzen ab und wird  von der Bundesinitiative Sturzprävention empfohlen.

 

Ab 2. April 2016 können sich interessierte Personen in Nürnberg als ehrenamtliche Übungspartner zur Sturzvorsorge für dieses „Otago-Übungsprogramm“ ausbilden lassen. Die Schulung dauert 2,5 Tage und wird vom Seniorenamt Nürnberg und dem Klinikum Nürnberg durchgeführt. Nach der Schulung sind die ehrenamtlichen Mobilitätstrainer befähigt, ein Bewegungstraining für sturzgefährdete ältere Menschen durchzuführen.

Die Ausbildung findet in Kooperation mit dem Seniorenamt und der wbg Nürnberg GmbH statt. „Für die wbg ist dieses Modellprojekt ein weiterer wichtiger Baustein in unserer Versorgungskette. Unser Ziel ist es, dass ältere Menschen solange wie möglich Zuhause leben können“, erzählt Erika Wirth, Fachberaterin Zukunft Wohnen bei der wbg Nürnberg. Das Modellprojekt wird von der Theo und Friedl Schöller-Stiftung gefördert.

Kraft Ausdauer und Beweglichkeit

Die im Übungsprogramm vermittelten Kompetenzen umfassen im Wesentlichen trainingswissenschaftliche Kenntnisse zu den Bereichen Kraft, Gleichgewicht, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Dazu kommen Prinzipien der Trainingsgestaltung und die korrekte Durchführung sowie Anleitung der einzelnen Übungen für ältere sturzgefährdete Menschen.

Der Einsatz der ehrenamtlichen Mobilitätstrainer soll ein bis zwei Mal wöchentlich im Rahmen von Hausbesuchen bei älteren Menschen, die ihre Wohnung kaum oder gar nicht mehr verlassen können, stattfinden. Die Unfall- und Haftpflichtversicherung der Ehrenamtlichen ist gewährleistet. Zudem kann evtl. eine Aufwandsentschädigung für die Einsätze geleistet werden.

 

 

Das Klinikum Nürnberg ist eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Deutschland und bietet das gesamte Leistungsspektrum der Maximalversorgung an. Mit rund 2.370 Betten an zwei Standorten (Klinikum Nord und Klinikum Süd) und 6.200 Beschäftigten versorgt es 100.000 stationäre und knapp 100.000 ambulante Patienten im Jahr. Zum Klinikverbund gehören drei weitere Krankenhäuser im Landkreis Nürnberger Land.

 

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Nürnberg wurde 2014 gegründet und ist zweiter Standort der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg. In Nürnberg werden jährlich 50 Medizinstudierende ausgebildet. Das Curriculum orientiert sich eng an der Ausbildung der amerikanischen Mayo-Medical School. Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität kooperiert zudem mit weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland.

 

Autorin/Autor: Bernd Siegler, Unternehmenskommunikation

 
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