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Überforderung, Identitätskrise und ihre Folgen

Neue Leitung der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die neueste Shell Jugendstudie, bei der über 2.500 Jugendliche zu ihrer Lebenssituation und zu ihren Einstellungen und Orientierungen befragt wurden, zeichnet das Bild einer „pragmatischen Generation im Umbruch“. In der Mehrheit  blicken die Jugendlichen optimistisch in die Zukunft, Freundschaft, Partnerschaft und Familie haben einen hohen Stellenwert, und Jugendliche zeigen wieder wachsendes politisches Interesse und Bereitschaft zum politischen Engagement.

„Dieses positive Bild darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es viele Kinder und Jugendliche bei ihrer Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung nicht leicht haben und nicht selten an den Überforderungen scheitern“, betont Dr. Patrick Nonell, der seit 1. Februar  neuer Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter (KJP) im Klinikum Nürnberg ist.

Neuer Chefarzt: Dr. Patrick Nonell

Der 44-jährige Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie mit der Zusatzqualifikation Verhaltens- und Familientherapie, ist bereits seit 2013 als leitender Oberarzt und zuletzt als stellvertretende Leitung in der KJP des Klinikums Nürnberg tätig.

Dr. Patrick Nonell, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie
 

Nonell studierte in Berlin, Ulm, Göttingen und Heidelberg Medizin. Nach seiner Assistenzarzttätigkeit am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim sowie am Klinikum Weissenhof in Weinsberg war er als Oberarzt in der Jugendforensik der Universitären Psychiatrischen Klinik Basel, als niedergelassener Arzt in einer Gemeinschaftspraxis in Oberstenfeld und vor seinem Wechsel 2013 ans Klinikum Nürnberg als leitender Oberarzt an der St. Anna-Virngrund-Klinik in Ellwangen tätig. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

In seiner Zeit als Leitender Oberarzt der KJP im Klinikum Nürnberg hat Nonell viele Kinder- und Jugendliche gesehen, die von der Komplexität der Medienwelt, dem leichten Zugang zu psychisch wirksamen Substanzen, den Schönheitsidealen dieser Gesellschaft oder der Übersexualisierung des Alltags überfordert sind und beispielsweise mit Anpassungsstörungen reagieren. Auch wenn Eltern ihre Rolle als Eltern nicht mehr wahrnehmen, bereitet das den Kindern und Jugendlichen oft erhebliche Probleme: „Wenn Eltern zu Kumpeln oder Freunden werden, werden die Kinder zu Vollwaisen“, bringt es Nonell auf den Punkt.

Sorgfältige Diagnose

Nonell warnt  vor einer „vorschnellen Psychiatrisierung“ und plädiert für eine eingehende sorgfältige Diagnosestellung bei Kindern und Jugendlichen, die wegen eines Problems vorgestellt werden.

„Die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist die richtige Institution und ein kraftvolles Mittel zur Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen, sie muss aber gezielt eingesetzt werden“, so der neue Chefarzt. Er will deshalb Aufklärungsarbeit leisten, was eine psychische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter ist, und gleichzeitig zu einer Entstigmatisierung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen beitragen.

Prof. Dr. Dr. Niklewski, Mitglied der Klinikumsleitung und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, betont den Präventionscharakter der Kinder- und Jugendpsychiatrie: „Wenn Verhaltensauffälligkeiten und psychische Erkrankungen in der Kindheit und Jugend nicht behandelt werden, dann treten im Erwachsenenalter häufig psychische Erkrankungen auf.“

Spezialsprechstunden und zusätzliche Tagesklinik

In der KJP will Nonell die Ambulanzen stärken und die bereits bestehenden Spezialsprechstunden für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie für Kinder und Jugendliche mit Störungen der Persönlichkeitsentwicklung ergänzen. Demnächst wird es je eine Spezialsprechstunde für Schulverweigerer, zur sexuellen Entwicklung und Geschlechtsidentitätsstörung sowie zum Mutismus, einer Kommunikationsstörung, die mit Schweigen einhergeht, geben.

Der neue Chefarzt freut sich auf die neue Tagesklinik im Klinikum Nürnberg Süd mit 15 Plätzen, die im Herbst dieses Jahres eröffnet wird. „Wir müssen die Durchlässigkeit von ambulantem, teilstationärem und stationärem Bereich erleichtern, um für jeden Patienten die individuell beste Therapie zu ermöglichen“, betont Nonell.

Klinische Forschung

Dass die Klinik über offene und geschützte Bereiche verfügt und das gesamte Spektrum der Kinder- und Jugendpsychiatrie abdeckt, macht sie attraktiv für die Facharztausbildung: „Nürnberg bietet alles, was man im Fachgebiet lernen kann, und gehört mit demnächst 84 Behandlungsplätzen zu den größten Kliniken seiner Art in Deutschland.“ Der neue Chefarzt will an der Klinik die klinische Forschung etablieren und setzt auf eine an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtete Medizin.

Autorin/Autor: Bernd Siegler, Unternehmenskommunikation

 
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