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Förderpreis "Nachwuchsförderung" der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung 2015 untersucht Verletzungen und Dauerschäden

Nürnberger Studie: Wie riskant ist Taekwondo-Training für Kinder und Jugendliche?

Taekwondo wird immer beliebter; weltweit betreiben rund 2 Millionen Menschen die koreanische Kampfsportart – im Wettkampf oder als Hobby. In Deutschland sind es 160.000 Menschen, viele davon Kinder und Jugendliche. Doch über die gesundheitlichen Risiken der Sportart ist wenig bekannt. Eine Nürnberger Studie soll nun erstmals klären, wie groß diese sind.

Ärzte und Studenten der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg und der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie des Klinikums Nürnberg untersuchen, welche Verletzungen und körperlichen Schäden bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Für ihre Forschungsarbeit wird ihnen der Förderpreis „Nachwuchsförderung“ der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung 2015 verliehen, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Ausgezeichnet werden Dr. Markus Geßlein, Oberarzt der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie, und die beiden Studenten der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Nürnberg, Julian Müller-Kühnle und Johannes Rüther. Der Preis wird am  2. März 2016 beim Jahresempfang des Klinikums Nürnberg übergeben.

Bislang wenig sportmedizinischen Daten zu Taekwondo-Training

Seit dem Jahr 2.000 ist Taekwondo olympische Disziplin. Nürnberg ist eine der Hochburgen in Deutschland und ein Zentrum für weltweit erfolgreiche Taekwondo-Athleten. Die Kampfsportart ohne Waffen wird seit mehr als 2000 Jahren praktiziert. „Tae“ steht für alle Fußtechniken, also Springen, Schlagen und Stoßen, „Kwon“ steht für die Faust, also für Schläge, Stöße und               Abwehrtechniken der Arme und Hände, und „Do“ steht für die geistige Einstellung. Besonders häufige Verletzungen sind Fuß- und Handverletzungen sowie Verletzungen der Muskulatur im Beckenbereich.

 

„Taekwondo ist besser als sein Ruf“, erklärte Dr. Markus Geßlein bei einer Pressekonferenz am 24. Februar 2016 im Klinikum Nürnberg. Dafür sorgen auch Schutzmaßnahmen für Kopf, Hände und Beine sowie ein strenges Regelwerk. „Taekwondo hat zudem positive Auswirkungen auf die Fitness und Konzentrationsfähigkeit “, erklärte der Nürnberger Orthopäde, der auch Athleten des Olympiastützpunkts Nürnberg betreut. Er steht zudem seit Jahren Nürnberger Taekwondo-Sportlern mit Rat und Tat zur Seite. „Im Boxsport sind die Risiken ungleich höher“, sagt er. „Auch Fußballer sind viel stärker   gefährdet und tragen häufiger schwere Verletzungen davon.“ Da es bislang nur wenig Untersuchungen zu Taekwondo gebe, solle die  Nürnberger Studie, so Dr. Geßlein, „einen blinden Fleck“ füllen. 

Die Stadt Nürnberg ist traditionell ein Zentrum weltweit erfolgreicher Taekwondo-Athleten. Die beiden national und international erfolgreichsten Trainingszentren mit Bestplatzierungen bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie bei den Olympischen Spielen sind in Nürnberg beheimatet. Die Eröffnung eines neuen Bundesleistungszentrums Taekwondo in Nürnberg ist für 2018 geplant.

In einer Studie am Klinikum Nürnberg und an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität werden nun Überlastungsschäden bzw. Verletzungen  systematisch erfasst, um negative Folgen für die jungen Athleten abwenden zu können und zukünftig gezielt präventive Maßnahmen zu entwickeln und einzuleiten. Dafür werden Nürnberger Taekwondo-Kämpfer im Kindes- und Jugendalter im Rahmen der Studie engmaschig begleitet.

Studie begleitet ca. 40 Teilnehmer über mindestens 20 Monate

Zusätzlich untersucht die Studie für einen Zeitraum von mindestens 20 Monaten ca. 40 Nachwuchsathleten der Taekwondo Schule Özer in Nürnberg (Bundesstützpunkt der Deutschen Taekwondo Union) im Alter von 4-16 Jahren. Dabei werden u.a. der Trainingsumfang, die Teilnahme an Wettkämpfen und die Benutzung von Hand-, Fuß, und Kopfschutz dokumentiert. In einer Voruntersuchung werden zudem die körperliche Konstitution und bereits bestehende Schäden erfasst. Die weitere Entwicklung sowie Verletzungen werden mit Hilfe eines Fragebogens festgehalten. Die Studienbetreuer sind beim Training anwesend, um Daten vor Ort zu erheben, bei Verletzungen und Beschwerden umgehend eine körperliche Untersuchung des Athleten durchzuführen und ggf. weitere Untersuchungen durch Ärzte des Klinikums Nürnberg zu veranlassen.

„Unsere Studie soll dazu beitragen, dass diese Sportart sicherer wird und man mögliche Schäden besser einschätzen kann“, so Dr. Markus Geßlein. Athleten, die eine fachärztliche Weiterbehandlung benötigen, werden in der sportorthopädischen Sprechstunde der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie vorgestellt.

Förderpreis kommt dem wissenschaftlichen Nachwuchs der Paracelsus    Medizinischen Privatuniversität zugute

„Ich freue mich, dass der Förderpreis zweifach dem Nachwuchs zugutekommt“, sagte Dr. Elisabeth Birkner, Kuratoriumsvorsitzende und  Gründerin der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung bei der Pressekonferenz. „Zum  einen den Kindern und Jugendlichen, die ihre Sportart durch die neuen Erkenntnisse sicherer betreiben können. Zum anderen den Studenten, die von erfahrenen Ärzten des Klinikums Nürnberg in die wissenschaftliche Arbeit eingeführt werden.“  Der Vorstand des Klinikums Nürnberg, Dr. Alfred Estelmann, dankte der Stifterin für ihr langjähriges  Engagement für das Klinikum. Der Förderpreis wird seit dem Jahr 2.000 verliehen. „Er ist ein Ansporn für unsere   Ärzte, innovative Ideen zu verfolgen und umzusetzen.

Autorin/Autor: Dr. Tuffs, Unternehmenskommunikation

 
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