Birkner-Preis vergeben
Mit dem Birkner-Preis 2011 wurden zwei Ärzte des Klinikums Nürnberg für ihre herausragenden Forschungsarbeiten ausgezeichnet.
Die Preisträger 2011 sind Dr. Attila Dubecz, Facharzt in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, und Dr. Manfred Wagner, Oberarzt in der Klinik für Pneumologie. Klinikum-Vorstand Dr. Alfred Estelmann freut sich, mit diesem jeweils mit 5.000 Euro dotierten Preis „gleich zwei innovative Arbeiten aus dem Klinikum Nürnberg würdigen zu können“.
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Dr. Dr. Günter Niklewski, in der Klinikleitung für den Bereich Strukturentwicklung und Medizin verantwortlich, betont, dass die Arbeiten sich sowohl durch Wissenschaftlichkeit als auch durch eine ausgeprägte Praxisorientierung auszeichneten. „Sie zeigen, dass unsere Ärzte aus ihrer klinischen Erfahrung heraus nach neuen und besseren Lösungen suchen, um ihren Patienten helfen zu können.“ Studie fordert Umdenken in der Medizin Dr. Attila Dubecz (35) wurde für seine Arbeit zur Cholezystektomie, der Entfernung der Gallenblase, bei über 90-jährigen Patienten, ausgezeichnet. Anhand einer Datenauswertung von 3007 Cholezystektomien bei dieser Patientengruppe konnte er zeigen, dass auch sie die operative Entfernung der Gallenblase gut vertragen – ein unter Medizinern bisher umstrittenes Thema. "Eine Entfernung der Gallenblase sollte also nicht allein aufgrund des hohen Alters des Patienten ausgeschlossen werden", so das Fazit der Studie. |
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90 Prozent der in der Studie berücksichtigten Patienten kamen zudem als Notfall in die Klinik und mussten sich einem offenen bauchchirurgischen Eingriff unterziehen. „Um wie viel leichter wäre es für diese Patienten, wenn der Eingriff geplant und mittels Schlüssellochchirurgie durchgeführt werden könnte, anstatt zu warten, bis der Notfall eintritt“, meint Dubecz.
Hilfe bei Lungenemphysem
Dr. Manfred Wagner (51) forschte zusammen mit einem internationalen Forscherteam zur thermischen Lungenvolumenreduktion, einer neuen und ergänzenden Methode zur Behandlung des Lungenemphysems. Beim Lungenemphysem kommt es zunehmend zum Schwund von Lungengewebe, das Gewebe verliert zudem an Elastizität. In Folge leiden die Patienten an Atemnot. Schwerkranken Patienten, bei denen die bisher bekannten Therapien nicht oder nur unzureichend greifen, kann nun mit der thermischen Lungenvolumenreduktion geholfen werden. Dabei wird bronchoskopisch ein Teil des Lungengewebes durch Wasserdampf zum Schrumpfen gebracht. Das Atmen fällt den Patienten danach wieder leichter. Im Rahmen der internationalen Studie wurden 44 Patienten behandelt, vier davon im Klinikum Nürnberg.
Preis würdigt Innovationen, die den Patienten zugutekommen
Mit dem Birkner-Preis würdigt die Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner-Stiftung alljährlich ärztliche Innovationen, die den Patienten zugutekommen, indem sie Behandlungen optimieren und Komplikationen vermeiden. Dr. Elisabeth Birkner, die den Preis ausgelobt hat, freut sich über die Forschungsarbeiten der Ärzte des Klinikums Nürnberg. „Ich begleite die Medizin nun schon seit 66 Jahren. Ihre Fortschritte sind beeindruckend und faszinierend.“ Die ehemalige Frauenärztin hat einen großen Teil ihres Vermögens in die Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner-Stiftung eingebracht. „Die Stiftung ist für mich das schönste Mittel, um meinen Dank dafür auszudrücken, was mir das Leben gegeben hat“, begründet sie ihr Engagement.
Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

