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Sicher und schnell mit Hybridmesser

Fortschritt in der Endoskopie: Mit dem neuen Hybridmesser können noch mehr Tumore im Magendarmtrakt endoskopisch entfernt werden

Tumore und Krebsvorstufen, die in der Schleimhaut des Verdauungstraktes – Speiseröhre, Magen und Darm – wachsen, können mit dem neu entwickelten Hybridmesser (Hybrid Knife), das im Sommer 2009 auf den Markt kam, noch einfacher und schonender entfernt werden. Als erste Klinik Nordbayerns arbeitet die Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Nürnberg bereits seit Herbst 2009 mit dem multifunktionalen Gerät.

Dr. Herbert Muschweck, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Nürnberg, war von dem Hybridmesser sofort begeistert. „Wir können in einem Arbeitsgang den Tumor mit Wasser unterspritzen und ihn anschließend herausschneiden. Ein Wechsel der Geräte während des Eingriffs ist nicht mehr nötig“, erklärt der Chefarzt. Dadurch verkürzt sich nicht nur die Zeit, die für den Eingriff benötigt wird, sondern das Verfahren eignet sich auch zur Entfernung großflächiger Tumore.

Mehr endoskopische Eingriffe möglich

Dank des Hybridmessers ist  ein offener operativer Eingriff in vielen Fällen nicht mehr nötig. Vielen Patienten bleibt somit ein Bauchschnitt einschließlich eines mehrtägigen Krankenhausaufenthaltes erspart. Der endoskopische Eingriff dagegen kann ambulant durchgeführt werden, allenfalls ist ein kurzer stationärer Aufenthalt von ein bis zwei Tagen nötig.

Chefarzt Dr. Herbert Muschweck, Dr. Volkmar Wießner und Arzthelferin Verena Maderer (v.l.n.r.)
 

Muschweck rät daher Patienten, deren Tumor sich auf die Schleimhaut von Magen, Darm oder Speiseröhre beschränkt und noch nicht in das darunter liegende Gewebe eingewachsen ist, in jedem Fall prüfen zu lassen, ob nicht doch eine endoskopische Entfernung möglich ist. In Grenzfällen entscheiden im Klinikum Nürnberg die Ärzte der Gastroenterologie gemeinsam mit den Chirurgen der Allgemeinchirurgie, welche Methode – chirurgisch oder endoskopisch - das geeignete und sicherste Verfahren für den Patienten ist.

Sicheres und schonendes Verfahren

Das Verfahren, mit dem das Hybridmesser arbeitet, ist nicht ganz und gar neu. Wie bisher wird auch bei diesem neuen Verfahren der Tumor in der Schleimhaut vor seiner Entfernung mit einer Kochsalzlösung unterspritzt. „Dieses Wasserbett schützt die darunter liegenden Gewebeschichten. Wir können also gefahrlos schneiden, ohne dabei die äußere Schicht des Organs zu verletzen“, erläutert Dr. Volkmar Wießner, Leitender Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Nürnberg. Durch den Wasserdruck werden zudem die Blutgefäße zusammengedrückt, so dass es beim Schneiden nur zu geringfügigen Blutungen kommt.

Das eigentlich Neue am Hybridmesser, das Muschweck und Wießner so sehr begeistert, ist seine Multifunktionalität. „Wir können nun abwechselnd den Tumor mit Wasser unterspritzen und schneiden, ohne das Gerät wechseln zu müssen“, so Wießner. Dadurch verkürzt sich nicht nur die Eingriffszeit, sondern es können auch großflächige Tumoren, die bisher endoskopisch– wenn überhaupt - lediglich in mehreren kleinen Teilen entfernt werden konnten, an einem Stück herausgeschnitten werden. Das Randgewebe kann daher nun von der Pathologie präzise auf zurückgebliebene Tumorzellen untersucht werden.

20.000 Endoskopien im Jahr

Die Klinik für Gastroenterologie des Klinikums Nürnberg führt im Jahr 17.000 endoskopische Untersuchungen und Behandlungen durch, das Krankenhaus Altdorf der Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH, das ebenfalls unter der Leitung von Chefarzt Muschweck steht, 4.000. Damit zählen die beiden Kliniken zusammen zu den größten gastroenterologischen Kliniken in ganz Deutschland.

Klinik für Gastroenterologie

Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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