Neuer Computertomograph
Schnellere Diagnose bei Schwerstverletzten
Ob Blutungen in Lunge, Bauchraum oder Kopf, schwere Verletzungen von inneren Organen wie Milz, Leber oder Niere oder Frakturen der Wirbelsäule – mit einem neuen 64-Zeilen-Computertomografen kann die Unfallchirurgie im Klinikum Nürnberg Süd in Kooperation mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie jetzt in Sekundenschnelle solche lebensgefährlichen Verletzungen feststellen und entsprechend behandeln.
„Wir können nun den Patienten innerhalb von wenigen Sekunden von Kopf bis Fuß durchleuchten und wissen dann genau, woran wir sind“, freut sich Privatdozent Dr. Hermann Josef Bail, Chefarzt der Unfallchirurgie, über das rund eine Million teure Hightech-Gerät der Radiologie im Klinikum Süd. Gerade auf dem Weg zur Anerkennung als überregionales Traumazentrum im Traumanetzwerk Mittelfranken sei dies in der Diagnose „geradezu ein Quantensprung“.
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Rund 150 Schwerverletzte, so genannte Polytrauma-Patienten, werden Jahr für Jahr ins Klinikum Süd eingeliefert. Das sind Patienten, bei denen gleichzeitig geschehene Verletzungen verschiedener Körperregionen vorliegen, wobei mindestens eine Verletzung oder die Kombination mehrerer Verletzungen lebensbedrohlich ist. Die Zahlen dieser Schwerverletzten als Opfer von Autounfällen gehen zwar in den letzten Jahren zurück. Technologien wie ABS, das elektronische Stabilisierungsprogramm ESP oder Airbags machen dies möglich. Auch schwerste Verletzungen aufgrund von Arbeitsunfällen werden angesichts des voranschreitenden Weges in eine Dienstleistungsgesellschaft immer seltener. Dafür sehen die Unfallchirurgen im Klinikum Süd aber vermehrt schwere Freizeit- und Sportunfälle, darunter viele Fahrradunfälle, und zunehmend Opfer von Rohheitsdelikten. |
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„Ein solch schnelles hochmodernes Gerät wie der neue CT kann zwar den klinischen Blick, also die medizinische Ersteinschätzung, nicht ersetzen, ist aber für eine exakte, schnelle Diagnose unablässig, und bei Schwerverletzten zählt jede Minute“, erläutert Bail. Oft müssen die Blutungen, Frakturen und Organverletzungen umgehend mit einer Notoperation behandelt werden. Dafür müssen sie aber zuvor genau lokalisiert werden.
„Gegenüber dem bisherigen CT ist unser neues 64-Zeilen-Gerät, was Schnelligkeit und Auflösung der Bilder angeht, um ein Vielfaches besser“, erläutert Dr. Ingrid Bär, Chefärztin der Radiologie im Klinikum Süd. Mit Nachverarbeitungskonsolen könne man je nach Bedarf sogar Weichteile, Knochen oder Adern aus den Bildern herausrechnen, um so den Blick auf die wesentlichen Verletzungen zu fokussieren.
Gerade solch ein schnelles und hochauflösendes CT verlangt die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie als Voraussetzung für die Anerkennung als überregionales Traumazentrum im Traumanetzwerk Mittelfranken. Für die Region werden diese zentralen Anlaufstellen für Schwerstverletzte die Unfallchirurgien im Klinikum Nürnberg und im Universitätsklinikum Erlangen sein. Für die im Traumanetzwerk zusammengeschlossenen kleineren Kliniken aus Nürnberg und der Region gibt es dann einheitliche Kriterien, bei welchen Verletzungen ein Patient in das überregionale Traumazentrum verlegt werden soll, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten. Nur dort arbeiten dann unterschiedliche Fachbereiche wie Allgemeinchirurgie, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie, Plastische Chirurgie, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Kinderchirurgie oder die Intensivmedizin mit der Unfallchirurgie eng zusammen.
Beim Audit als überregionales Traumazentrum, das die Unfallchirurgie im Klinikum Süd im Dezember letzten Jahres erfolgreich absolvierte, stand dann nicht nur diese Zusammenarbeit auf dem Prüfstand. „Auch die personelle und technische Ausstattung der so genannten Schockräume in der Notaufnahme zur Erstversorgung von Schwerverletzten, unsere große Erfahrung aufgrund hoher Fallzahlen und die Möglichkeit, zwei Schwerverletzte gleichzeitig zu behandeln, sind Grundlage für die Anerkennung als überregionales Traumazentrum“, erläutert Bail. Hohe Hürden, aber der Chefarzt ist sich sicher, im Januar das Zertifikat in Händen halten zu können.Autorin/Autor: Bernd Siegler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Klinikum Nürnberg

