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Kinder- und Jugendpsychiatrie - Chronische Schmerzen bei Kindern

Es sind vor allem Kopf- oder Bauchschmerzen, die Kinder und Jugendliche plagen. Von chronischen Schmerzen will Dr. Andreas Beck bei Kindern noch nicht reden.

Der Oberarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter spricht lieber von lang anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen. Auf der psychosomatischen Station des Eltern-Kind-Zentrums im Klinikum Nürnberg Süd, die seiner ärztlichen Leitung untersteht, lernen betroffene Kinder und Jugendliche, mit ihren Schmerzen umzugehen.

„Schmerz ist ein sehr komplexes Geschehen, bei dem auch das Schmerzgedächtnis eine große Rolle spielt“, betont Beck. Der physische Schmerz und psychische Belastungen überlagern sich dabei oft so sehr, dass sie gar nicht mehr auseinander zu halten sind.
 

Manchmal ist die ursprüngliche Schmerzquelle – eine akute Gastritis z.B. – längst ausgeheilt, der Schmerz selbst allerdings ist geblieben. Die meisten der Mädchen und Jungen, die im Eltern-Kind-Zentrum behandelt werden, leiden an einer klar diagnostizierten Krankheit, die ihnen Schmerzen bereitet. Als Beispiele nennt Beck die kindliche Migräne, den Spannungskopfschmerz und Morbus Crohn, eine chronische entzündliche Darmkrankheit, die oft schon im Kindesalter auftritt.

Die Kinder leiden jedoch nicht allein an ihren Schmerzen, sondern auch an dessen sozialen und psychischen Folgen: Sie gehen nicht mehr zur Schule, ziehen sich von ihren Freunden zurück und verlieren ihre Lebensfreude. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, müssen die betroffenen Kinder und Jugendlichen lernen, mit ihrer Krankheit und ihrem Schmerz umzugehen. Dafür bietet das Team der psychosomatischen Station – bestehend aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Erziehern, Physio- sowie Ergotherapeuten – elf Behandlungsplätze und ein multimodales Behandlungskonzept. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, bei denen eine ambulante Therapie nicht ausreicht.

Die Therapie umfasst dabei so verschiedene Bausteine wie Einzeltherapie, Schmerzedukation und Schmerzbewältigungsprogramme, Entspannungstechniken – auch mit Hilfe der Biofeedback-Methode, ergänzende medikamentöse Therapie oder aktivierende Angebote wie Yoga, Laufen und Physiotherapie. Eine notwendige Mitbehandlung der organischen Ursachen erfolgt durch die Kinderärzte der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche. Damit die therapeutischen Bausteine ihre volle Wirkung entfalten können, braucht es in der Regel eine Behandlungszeit von mindestens sechs Wochen.

Der Tagesablauf der Kinder ist fest geregelt. Jedes Kind hat einen festen Stundenplan, der sowohl den Unterricht in der Schule für Kranke als auch Therapiestunden umfasst. Gemeinsame Mahlzeiten und Freizeitangebote runden das Angebot ab.   

 Eltern von Kindern mit chronischen Schmerzen wenden sich an die Institutsambulanz der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter im Klinikum Nord oder Süd, unter Tel. (0911) 398-2800.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Klinik für Psychiatrie.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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