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Selbsthilfegruppen - Wichtiger Ansprechpartner nicht nur für Patienten

So gut wie jeder Diagnose folgen Fragen. Je schwerwiegender und dauerhafter die Erkrankung ist, desto zahlreicher und drängender sind die Fragen.

Die behandelnden Ärzte sind dafür nur zum Teil zuständig: Sie beantworten Fragen zu Diagnostik und Therapie, sie erklären, wie es medizinisch nach der Akutbehandlung weitergeht. Doch wie der Patient mit der Krankheit umgeht, wie er sein Leben mit ihr gestaltet oder wie finanzielle und bürokratische Probleme gelöst werden können, das müssen andere Ansprechpartner leisten.

Neben zahlreichen Beratungsstellen sind Selbsthilfegruppen wichtige Ansprechpartner für Patienten. In diesen Gruppen treffen Menschen aufeinander, die ähnliche Lebenssituationen und Schicksalsschläge zu bewältigen haben.

 

 „Dabei geht es um den Austausch von Tipps und persönlichen Erfahrungen ebenso wie um gegenseitiges Verständnis und aktive Unterstützung“, erklärt Elisabeth Benzing (l.), Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen (Kiss) in Nürnberg, einer von fünf Kontaktstellen in Mittelfranken (Nürnberg, Ansbach, Weißenburg, Roth-Schwabach und Hersbruck).

Allein im Raum Nürnberg, Fürth und Erlangen gibt es 300 Selbsthilfegruppen, in ganz Mittelfranken sind es über 800. Ihnen geht es nicht nur um Krankheiten, sondern z.B. auch um Themen wie Trauer oder Scheidung.

Wer Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe sucht oder selbst eine gründen will, kann sich an die Mitarbeiterinnen von Kiss wenden. Darüber hinaus unterstützen sie Selbsthilfegruppen in ihrer Arbeit, moderieren in schwierigen Zeiten, kümmern sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder bieten Fortbildungskurse für Selbsthilfegruppen an, z.B. zur Nutzung von Social Media oder zu Grundlagen der Selbsthilfearbeit.

Doch nicht nur für Betroffene ist Kiss ein wichtiger Ansprechpartner. „Selbsthilfegruppen sind inzwischen als Partner im Gesundheitswesen weitgehend anerkannt“, betont Ingeborg Ehrlich (r.), Geschäftsführerin von Kiss Mittelfranken. So sind die Krankenkassen seit 2000 gesetzlich zur finanziellen Unterstützung von Selbsthilfegruppen verpflichtet. Ansprechpartner für die Verteilung der Mittel sind in Bayern die Kontaktstellen von Kiss.

Auch das Klinikum Nürnberg arbeitet eng mit Selbsthilfegruppen zusammen, z.B. mit den Nürnberger Selbsthilfegruppen COPD, Prostatakrebs, Endometriose und Brustkrebs. „Die Patienten können sich in den Selbsthilfegruppen auf eine Weise untereinander austauschen und sich gegenseitig unterstützen, wie es kein Außenstehender und auch kein Arzt leisten kann“, betont Prof. Dr. Joachim H. Ficker, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, der gleich zu mehreren Selbsthilfegruppen engen Kontakt hält. Darüber hinaus setzen Zertifizierungen von Organkrebszentren wie Brust-, Darm-, Lungen- oder Prostatazentrum die Kooperation mit Selbsthilfegruppen voraus.

Sein Engagement will das Klinikum Nürnberg in Zukunft noch weiter ausbauen. Mit Kiss Nürnberg arbeitet es dafür an einem gemeinsamen Maßnahmenkatalog. Am Ende könnte das Qualitätssiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus” stehen. Das bezieht sich auf Kriterien, auf die sich KISS Hamburg und der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg gemeinsam verständigt haben.         

Weitere Informationen zu Selbsthilfegruppen bei Kiss Mittelfranken, Kontaktstelle Nürnberg, Tel. (0911)234 94 49, Internet: www.kiss-mfr.de. Hier ist auch ein Selbsthilfekompass mit den Selbsthilfegruppen Mittelfranken von A-Z erhältlich. Bundesweite Informationen zu Selbsthilfegruppen gibt es im Internet unter www.nakos.de.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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