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Gallengang-Karzinom - Premiere für neue Photodynamische Therapie

Als erstes Krankenhaus in Nordbayern bietet das Klinikum Nürnberg die Photodynamische Therapie (PDT) zur Behandlung des Gallengang-Karzinoms an.

Der Krebs kann mit dieser neuen Therapie in der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Nürnberg Nord zwar nicht geheilt, aber zumindest deutlich verkleinert werden. Die Patienten profitieren von einer höheren Lebenserwartung und einer besseren Lebensqualität.

Die PDT ist für Patienten geeignet, bei denen der Tumor in den Gallengängen operativ nicht entfernt werden kann. Dies trifft auf etwa 70 Prozent der Patienten mit einem Tumor im Gallengang zu. Bei ihnen ist der Tumor so mit den die Leber versorgenden großen Blutgefäßen verwachsen, dass er nicht mehr operiert werden kann. Bei ihnen kann der Tumor nicht ursächlich behandelt werden, allenfalls können die Symptome zurückgedrängt werden. Unter günstigen Umständen allerdings kann der Tumor mit Hilfe der PDT soweit schrumpfen, dass er anschließend operativ entfernt werden kann.

Bei der PDT wird ein Großteil der Krebszellen des Gallengang-Karzinoms mit Hilfe von Licht zerstört. Dafür müssen die Krebszellen zunächst lichtempfindlich gemacht werden. Dem Patienten wird eine durch Licht aktivierbare Substanz in die Blutbahn gespritzt, die die Zellen sensibel auf Licht reagieren lässt und sich vor allem in Krebszellen anreichert. Anschließend wird ein Laser in den Gallengang eingeführt, dessen Licht die lichtempfindlichen Krebszellen absterben lässt. „Die Eindringtiefe kann je nach eingesetzter Substanz bis zu einem Zentimeter betragen“, berichtet Oberarzt Dr. Volkmar Wießner.

„Die PDT ist dem bisherigen Standardverfahren, der Drainage, überlegen“, betont er. So kann bei der Drainage die Gallenflüssigkeit zwar wieder hindurchfließen, an der Größe des Tumors ändert sich aber nichts. So verstopft das Tumorwachstum die Gallengänge immer wieder aufs Neue und macht erneute Eingriffe nötig, um die Gallengänge freizuhalten.

Anders bei der PDT: Klinische Studien zeigen, dass damit nicht nur Krebszellen zerstört und der Gallengang wieder geöffnet werden kann, sondern dass durch eine Stimulation des Immunsystems und der Blockade der Blutversorgung des Tumors das weitere Tumorwachstum reduziert werden kann. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Patienten steigt im Vergleich zur herkömmlichen Therapie von bisher sechs auf bis zu 16 Monate, unbehandelt liegt sie bei drei Monaten.

Dr. Herbert Muschweck, Chefarzt der Gastroenterologie, rechnet mit zehn bis 15 Patienten im Jahr, für die dieses neue Verfahren in Frage kommt. Die Zielgruppe ist klein, das weiß der Chefarzt, doch er betont: „Als überregionales Zentrum für Endoskopie in Nordbayern wollen wir den Patienten aus der Region alle therapeutischen Optionen anbieten.“ Die Klinik für Gastroenterologie ist eine der größten und erfahrensten Kliniken für Endoskopie in Deutschland. Hier werden im Jahr 17.000 ambulante und stationäre endoskopische Untersuchungen bei 12.000 Patienten durchgeführt, davon entfallen 1.700 auf Untersuchungen des Gallenganges.  

Mehr zu diesem Thema fidnen Sie auf der Internetseite der Gastroenterologie.

 

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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