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Frauenheilkunde - Zertifiziertes Gynäkologisches Krebszentrum

Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs: 40 Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen sind gynäkologische Tumore.

Zwei Drittel davon entfallen allein auf das Mammakarzinom, ein Drittel machen Eierstock-, Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs sowie die seltener auftretenden Karzinome an Vagina oder Schamlippen aus. Brust- und Gebärmutterkrebs sind in über 80 Prozent der Fälle heilbar, beim Eierstockkrebs haben sich vor allem die Lebensdauer und die Lebensqualität deutlich verbessert.

Die beste Behandlung finden Krebspatientinnen in zertifizierten Krebszentren vor, dies belegen Studien der letzten Jahre. Der Grund: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit funktioniert in zertifizierten Zentren besser. Das klingt banal. Doch dahinter verbergen sich komplexe Abstimmungs- und Ablaufprozesse, die nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität funktionieren müssen.

Geschafft: Prof. Cosima Brucker, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde, und Oberärztin Dr. Annette Schoen freuen sich über die Zertifizierung.
 

„Und bei uns funktionieren sie“, betont Prof. Cosima Brucker, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde im Klinikum Nürnberg Nord. Schon vor einigen Jahren hat ihre Klinik zusammen mit den interdisziplinären Partnern – allen voran die Klinik für Onkologie, die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie sowie die Klinik für Radioonkologie und Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie – die Strukturen eines Gynäkologischen Zentrums aufgebaut. Ende 2012 folgte die offizielle Anerkennung als zertifiziertes Gynäkologisches Krebszentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft.

„Über alle Fachgrenzen hinweg sind wir ein über die Jahre eingespieltes Team“, so Brucker. Gemeinsame Fallbesprechungen und Tumorboards inklusive Zweitmeinung, kurze Wege zwischen den beteiligten Fachdisziplinen sowie eine von Vertrauen getragene Kommunikation prägen die Zusammenarbeit.

So auch beim Eierstockkrebs. Da dieser Krebs meist erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird, hat er oft schon auf Organe im Bauchraum übergegriffen. In diesem Fall werden die Eingriffe von Gynäkologen und Allgemeinchirurgen gemeinsam geplant und durchgeführt. Stoßen die Gynäkologen bei der OP unerwartet auf Tumorherde oder Metastasen im Bauchraum, ist ein Allgemeinchirurg schnell zur Stelle. „Wir operieren Tür an Tür, das macht die Zusammenarbeit leicht“, erklärt Prof. Hubert Stein, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.

Bei den interdisziplinären Tumorboards trägt jeder Arzt – ob Gynäkologe, Onkologe, Allgemeinchirurg, Radiologe oder Pathologe – sein Spezialwissen bei. Da im zertifizierten „Interdisziplinären Onkologischen Zentrum“ (IOZ) des Klinikums Jahr für Jahr mehr als 13.000 Patienten mit den verschiedensten Krebserkrankungen behandelt werden, „gibt es für jede Krebsart und für jeden Krebsverlauf mindestens einen Experten“, so Prof. Martin Wilhelm, Chefarzt der Klinik für Onkologie.

Doch das Klinikum Nürnberg bietet nicht nur Spitzenmedizin, sondern auch ein dichtes Netzwerk an Hilfs- und unterstützenden Maßnahmen an. So kümmern sich die Mitarbeiterinnen der Abteilung Nachsorge frühzeitig um Reha-Maßnahme und Anschlussheilbehandlung, bei Bedarf gibt es eine psychoonkologische Betreuung. „Die Entfernung der Gebärmutter kann durchaus zu einer Krise der weiblichen Identität führen“, erläutert Oberärztin Dr. Annette Schoen, die das Gynäkologische Krebszentrum koordiniert.      

Wer vor einer geplanten Operation einen Beratungstermin möchte bzw. eine Zweitmeinung einholen will, kann im Ambulanten BehandlungsCentrum (ABC) Gynäkologische Onkologie unter Tel. 398 -3061 einen Termin vereinbaren (Überweisungsschein oder Versicherungskarte).

Mehr zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite der Klinik für Frauenheilkunde.

 

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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