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Krankenhausfinanzierung - Große kommunale Kliniken erbringen spezielle Leistungen

„So geht es nicht weiter. Die gute Qualität der stationären Gesundheitsversorgung in unserem Land wird immer mehr aufs Spiel gesetzt“, empört sich der Vorstandsvorsitzende der akg, Helmut Schüttig.

Die akg ist ein Interessenverbund von 20 kommunalen Großkrankenhäusern und Krankenhausverbünden aus dem gesamten Bundesgebiet, dem auch das Klinikum Nürnberg seit Jahren angehört. In den 34.500 Betten der 20 akg-Häuser werden im Jahr fast 1,4 Millionen Patienten vollstationär von mehr als 82.000 Mitarbeitern behandelt.

„Große kommunale Krankenhäuser erbringen eine wichtige Leistung für die Versorgung der Bevölkerung weit über die jeweilige Stadtgrenze hinaus. Als Maximalversorger decken sie das gesamte medizinische Spektrum ab, nehmen jeden Patienten auf und können und wollen sich nicht nur auf lukrative Bereiche spezialisieren“, erläutert Dr. Alfred Estelmann, Vorstand des Klinikums Nürnberg.

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„Wir sind rund um die Uhr für alle Fälle gerüstet und erbringen daher auch viele notwendige Leistungen, die nur ungenügend erstattet werden.“ Für den Klinikum-Vorstand ist es daher auch kein Wunder, dass viele große kommunale Krankenhäuser, die vor Jahren noch schwarze Zahlen geschrieben haben, nun Defizite oder die berühmte „schwarze Null“ aufweisen. Er führt zusammen mit seinen Kollegen in der akg diese Entwicklung „auf massive Defizite in der Krankenhausfinanzierung“ zurück.

So wird die medizinische und pflegerische Notfallversorgung in der Nacht durch eine Vielzahl von Spezialisten rund um die Uhr seit Jahren nicht entsprechend vergütet. „Ob ein Facharzt oder 30 Fachärzte, ob fünf Krankenschwestern oder 100 Krankenschwestern in der nächtlichen Notfallversorgung eingesetzt sind, macht in der Krankenhausfinanzierung keinerlei Unterschied, das darf nicht sein“, beklagt Estelmann.

Auch die weitreichende interdisziplinäre Zusammenarbeit in speziellen Zentren wird nicht entsprechend honoriert, obwohl Studien längst beweisen, dass diese enge Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen ein wichtiger Faktor für den Erfolg einer Behandlung ist. „Ob Brustzentrum, Interdisziplinäres Onkologisches Zentrum oder Herz-Gefäß-Zentrum, eine moderne Medizin ist ohne eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Fachdisziplinen nicht mehr vorstellbar“, betont der Klinikum-Vorstand.

Da in Krankenhäusern der höchsten Versorgungsstufe wie z.B. im Klinikum vermehrt Patienten mit Begleiterkrankungen oder anderen Komplikationen behandelt werden, ist dort in einem höheren Maß interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich. Sie ist fester Bestandteil des Alltags. „Diese Zusammenarbeit gibt es aber nicht zum Nulltarif“, betont Estelmann. Es entstehe zusätzlicher Aufwand für eine exakte Dokumentation oder für Fallkonferenzen wie Tumorboards, an denen viele Fachärzte teilnehmen, sich austauschen und gemeinsam eine Therapieentscheidung entwickeln.

Als weitere Kostenfaktoren, denen keine adäquate Vergütung gegenübersteht, nennt der Klinikum-Vorstand die umfangreiche Facharztweiterbildung sowie die Behandlung von so genannten Extremkostenfällen, also schwerste Fälle mit einer langen Verweildauer und den Einsatz teuerster Medikamente und Medizintechnik.

„Zusammen mit der seit Jahren fehlenden Möglichkeit, Kostensteigerung bei Personal, Energie oder Medizintechnik durch Steigerung der Erlöse in vollem Umfang auszugleichen sowie den umfangreichen Abschlägen für Mehrleistungen, ergibt sich eine dramatische Unterfinanzierung der kommunalen Großkrankenhäuser“, bilanziert Estelmann. Diese Fehlentwicklungen in der Krankenhausfinanzierung müssten, so Estelmann, „dringend korrigiert werden, um die gute medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten nicht nachhaltig zu gefährden“.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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