Aktionsbündnis - "Es ist fünf nach zwölf"

Unter dem Motto „Es ist fünf nach zwölf – Gute Versorgung der Patienten steht auf dem Spiel“ haben sich die Krankenhäuser in Mittelfranken zusammengeschlossen, um eine Krankenhausfinanzierung anzumahnen, die ihre Leistungen adäquat vergütet.

Erstmals schlugen die Geschäftsführer der Krankenhäuser, egal ob in kommunaler, freigemeinnütziger oder privater Trägerschaft, gemeinsam Alarm.

Bei einer Pressekonferenz im Nürnberger Rathaus beklagten die Kliniken, darunter auch das Klinikum Nürnberg, die völlig unzureichende Finanzierung ihrer Leistungen durch Politik und Krankenkassen. Sie sehen die Krankenhausversorgung in der Region in ihrer jetzigen Qualität akut bedroht. An der gemeinsamen, trägerübergreifenden Aktion nehmen mit 33 Krankenhäusern nahezu alle Kliniken in Mittelfranken teil.

Gemeinsames Ziel: Die Geschäftsführer der mittelfränkischen Krankenhäuser fordern eine bessere Finanzierung.
 

Dort versorgen knapp 20.000 Mitarbeiter (Köpfe) insgesamt über 320.000 stationäre und 380.000 ambulante Patienten im Jahr. Die Kliniken haben 9.000 Betten und erwirtschaften einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. Viele Krankenhäuser in Mittelfranken geraten zunehmend ökonomisch in Schwierigkeiten. Vor allem die seit Jahren gestiegenen Kosten für Personal, Energie oder Versicherungsprämien machen den Krankenhäusern aller Träger zu schaffen. Markus Stark, Geschäftsführer von den Kliniken Dr. Erler in Nürnberg, verwies darauf, dass „von 1994 bis 2012 allein die durchschnittlichen Personalkosten für die Krankenhäuser um 64,59 Prozent gestiegen sind, während die Krankenhausentgelte nur um 24,19 Prozent erhöht wurden“.

Die Möglichkeiten der Kliniken, Abläufe zu optimieren oder zu rationalisieren seien längst ausgereizt. Jedes andere Unternehmen könne und müsse Kostensteigerungen auch auf den Endverbraucher abwälzen. Für die Krankenhäuser gebe es aber aufgrund der gesetzlichen Deckelung keine Möglichkeit, diesen Anstieg der Kosten zu kompensieren.

Klaus Fischer, Abteilungsdirektor der Fachabteilung Krankenhauswesen bei der Diakonie Neuendettelsau, beklagte, dass auch der demografisch bedingte Anstieg der Patientenzahlen sich in den letzten Jahren nicht in einer angemessenen Steigerung der Vergütung niederschlage. „Kliniken, die mehr Patienten behandeln, als mit den Kassen vereinbart, werden durch erhebliche Kürzungen bestraft“, betonte er.

Peter Krappmann, Vorstand des Klinikums Fürth, kritisierte die milliardenschweren Sonderopfer, die den Kliniken in den letzten Jahren zur Sanierung der Kassen abverlangt wurden: „Die Kassen und der Gesundheitsfond haben aber inzwischen Überschüsse in Höhe von 28 Milliarden angehäuft.“

Die Geschäftsführer betonten, dass es ihnen um eine dauerhafte leistungsgerechte Vergütung gehe. „Wir benötigen sofort politische Hilfe, um die qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten weiter sicherzustellen und den hoch qualifizierten Beschäftigten zufriedenstellende Arbeitsbedingungen sowie auch in Zukunft ein angemessenes Einkommen anbieten zu können“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.           

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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